10.10.2011 | Buchführung & Kontierung

Arbeitslohn von A bis Z: Mietvorteile

Serie, Teil 14: Wegen des unterschiedlichen Bewertungsmaßstabs und der dadurch unterschiedlichen Höhe im Wertansatz ist zwischen Gewährung lediglich freier Unterkunft und Überlassung einer freien Wohnung zu unterscheiden.

Gewährung freier Wohnung liegt vor, wenn eine vollständige Wohnung, d. h. eine in sich geschlossene Einheit von Räumen, dem Arbeitnehmer unentgeltlich überlassen wird.

Wird dem Mitarbeiter eine vollständige Wohnung in diesem Sinn unentgeltlich überlassen, ist für die Bewertung der Wohnung nicht der Sachbezugswert, sondern die ortsübliche Miete, für Energie, Wasser und sonstige Nebenkosten der übliche Preis am Abgabeort anzusetzen. Ortsübliche Miete ist die Miete, die bei nach Baujahr, Art, Größe, Ausstattung, Beschaffenheit und Lage vergleichbaren Wohnungen üblich ist (Vergleichsmiete).

Überlässt ein Arbeitgeber seinem Mitarbeitern eine Wohnung zu einem Mietpreis, der innerhalb der Mietpreisspanne des örtlichen Mietspiegels liegt, scheidet die Annahme eines geldwerten Vorteils regelmäßig aus.

Mietvorteile können steuerfrei sein, soweit sie die Vorteile aus einer entsprechenden Förderung nach dem Zweiten Wohnungsbaugesetz oder dem Wohnungsbaugesetz für das Saarland nicht überschreiten (§ 3 Nrn. 58 und 59 EStG).

Ist die Feststellung des ortsüblichen Mietpreises im Einzelfall mit außergewöhnlichen Schwierigkeiten verbunden, ist der Wert der Wohnung derzeit mit monatlich 3,59 EUR je m2 zu berücksichtigen (§ 2 Abs. 4 SvEV). Bei einfacher Ausstattung (ohne Sammelheizung oder ohne Bad/Dusche) sind 2,91 EUR je m2 monatlich anzusetzen. Diese Werte gelten in den alten und neuen Bundesländern gleichermaßen.

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