Jörg Baetge/Peter Wollmert/Hans-Jürgen Kirsch/Peter Oser/Stefan Bischof (Hrsg.), Rechnungslegung nach IFRS, Kapitel IX: Internationale Rechnungslegungsgrundsätze für die öffentliche Verwaltung (IPSAS)

Schrifttum

Adam (Hrsg.), Praxishandbuch IPSAS, Berlin 2016;

Bundesfinanzministerium, International Public Sector Accounting Standards vs. Standards staatlicher Doppik, in: Monatsbericht des BMF, August 2016, S. 22–29;

Eibelshäuser/Nowak, Rechnungslegung nach IPSAS, in: Kommentar zum Haushaltsrecht, hrsg. von Engels/Eibelshäuser, Stand: Februar 2011;

Ernst & Young (Hrsg.), International Public Sector Accounting Standards Disclosure Checklist, 2018 Edition;

Europäische Kommission, Bericht der Kommission an den Rat und das Europäische Parlament: Die angestrebte Umsetzung harmonisierter Rechnungsführungsgrundsätze für den öffentlichen Sektor in den Mitgliedstaaten – Die Eignung der IPSAS für die Mitgliedstaaten, COM(2013)114, Brüssel 2013;

Europäische Kommission, Commission Staff Working Dokument, SWD(2013)57, Brüssel 2013;

Europäische Kommission, Commission Staff Working Document, Reporting on the Progress as Regards the European Public Sector Accounting Standards (EPSAS), SWD(2019) 204 final, Brüssel Juni 2019;

EUROSTAT, Manual on Government Deficit and Debt: Implementation of ESA 2010, 2019 edition, Luxembourg 2019;

Hessischer Rechnungshof (Hrsg.), Entwicklung der öffentlichen Rechnungslegung in Europa: European Public Sector Accounting Standards (EPSAS), Wiesbaden 2014;

International Federation of Accountants, Handbook of International Public Sector Accounting Pronouncements, 2018, Volume I, II und III;

IPSASB, At a glance: IPSAS 42 Summary – Social Benefits, 2019;

IPSASB, Konsultationspapier IPSAS and Government Finance Statistics Reporting Guidelines, 2012;

Kirchmann, Steuerung von Kommunen nach International Public Sector Accounting Standards (IPSAS), Düsseldorf 2009;

Müller-Marqués Berger, IPSAS Explained: A Summary of International Public Sector Accounting Standards, Third Edition, Chichester 2018;

Müller-Marqués Berger/Braun, Konzernrechnungslegung der öffentlichen Hand: Zur Umsetzung von IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 durch die IPSAS, in: WPg 2014, S. 200–205;

Müller-Marqués Berger/Heiling, Harmonisierung des öffentlichen Rechnungswesens: Ein Überblick über das neue IPSAS-Rahmenkonzept, in: WPg 2015, S. 171–180;

Müller-Marqués Berger/Heiling, Europäische Standards für die öffentliche Rechnungslegung: Welchen Beitrag kann die internationale öffentliche Rechnungslegung (IPSAS) leisten?, in: WPg-Sonderheft 2015, S. S11–S18;

Müller-Marqués Berger/Heiling, Internationalisierung der öffentlichen Rechnungslegung, in: WP-Handbuch: Öffentliche Hand, besondere Branchen und Non-Profits (in Druck);

Müller-Marqués Berger/Wirtz, Ermittlung von Defizit und Verschuldung der öffentlichen Hand, in: WPg 2013, S. 208–213;

Weyland/Nowak, EPSAS Update: EPSAS als Chance für eine Harmonisierung der Rechnungslegung in Europa, in: Der Konzern 2016, S. 558–569;

Wirtz, Grundsätze ordnungsmäßiger öffentlicher Buchführung, 2. Aufl., Berlin 2010.

(Stand der Literatur: 01.12.2019)

A. Grundlagen

I. Anwendungsbereich

 

Tz. 1

Stand: EL 40 – ET: 02/2020

Die International Public Sector Accounting Standards (IPSAS) sind Rechnungslegungsgrundsätze für den öffentlichen Sektor (IPSAS Preface.3). Der öffentliche Sektor (public sector entities) umfasst gemäß einer Definition in IPSAS Preface Tz. 10 die Einheiten, welche die folgenden Kriterien erfüllen:

  1. Erbringung von öffentlichen Leistungen und/oder Zuständigkeit für die Verteilung von Einkommen und Vermögen,
  2. direkte oder indirekte Finanzierung der Aktivitäten durch Steuern und/oder Leistungen anderer staatlichen Ebenen sowie durch Sozialabgaben, Gebühren oder Kreditaufnahmen und
  3. keine primäre Gewinnorientierung.

Eine beispielhafte Aufzählung von Einheiten des öffentlichen Sektors enthält das IPSAS-Rahmenkonzept. Der in der Vergangenheit in den IPSAS verwendete Begriff der wirtschaftlich tätigen öffentlichen Unternehmen (Government Business Entities, GBE) wurde im Jahr 2016 im Rahmen des Projekts The Applicability of IPSAS aufgrund bestehender Abgrenzungsschwierigkeiten aufgegeben. Der stattdessen eingeführte Begriff commercial public sector entity wird in den IPSAS nicht mehr zur Abgrenzung des Anwendungsbereichs der Standards verwendet und kann durch lokale Regulatoren ausgelegt werden (vgl. IPSAS 1.BC27).

 

Tz. 2

Stand: EL 40 – ET: 02/2020

Normiert werden die IPSAS durch den International Public Sector Accounting Standards Board (IPSASB), welcher ein unabhängiger Standardsetter der International Federation of Accountants (IFAC) ist. Die Standardsetzung erfolgt im Rahmen eines transparenten, weltweit abgestimmten Prozesses, der umfassende Möglichkeiten zur Mitwirkung bietet. Dieser internationale Austausch von "best practices" ermöglicht die Entwicklung von ausgewogenen und problemorientierten Standards, die in den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren weltweit eine stetig wachsende Beachtung erfahren haben, sodass ihnen der Charakter eines Benchmarks für die Entwicklung nationaler Standards zukommt. Da die Standards jedoch nicht von staatlichen Stellen, sondern von einem privaten Standardsetter entwickelt werden, sind sie nicht unmittelbar anwendbar. Sie müssen vie...

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