Jörg Baetge/Peter Wollmert/... / VII. Erste Reaktionen auf die kombinierte integrierte Berichterstattung
 

Tz. 353

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Die Erfüllung der Informationsbedürfnisse der Nutzer ist einer der Hauptgründe für die Einführung der integrierten Berichterstattung für die EnBW. Wie sind jedoch die ersten Reaktionen auf die Neuausrichtung der EnBW-Berichterstattung mit der Umstellung auf einen kombinierten Bericht zu bewerten?

 

Tz. 354

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Im Jahr 2013 wurden zu diesem Zweck umfangreiche Analysen mit Unterstützung eines professionellen externen Dienstleisters durchgeführt.

Im Mittelpunkt stand die Frage nach der Akzeptanz und den Inhalten der Geschäftsberichterstattung. In qualitativen Leitfaden-gestützten Interviews wurden Vertreter von vier wesentlichen Stakeholdergruppen der EnBW interviewt: Kapitalmarktakteure, Anteilseigner, Kunden und Nichtregierungsorganisationen.

 

Tz. 355

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Die Interviews wurden auch dazu genutzt, eine Wesentlichkeitsanalyse anzufertigen, die erstmalig im kombinierten Bericht 2013 veröffentlicht wurde. Eine zweite umfassende Stakeholderbefragung ist nach der Veröffentlichung des ersten integrierten Berichts 2014 geplant.

1. Positiver Gesamteindruck überwiegt

 

Tz. 356

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Der Gesamteindruck zum ersten kombinierten Bericht war sehr positiv, wobei grundsätzlich festzustellen ist, dass sich die Bewertungen der einzelnen Stakeholdergruppen in einzelnen Teilbereichen stark voneinander unterschieden.

 

Tz. 357

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Von allen wurde die Kombination bzw. Verzahnung von klassischen Geschäftsberichts- mit Nachhaltigkeitsthemen begrüßt. In Teilen wurde von Anteilseignern und Investoren schon beim ersten kombinierten Bericht eine gestiegene Transparenz wahrgenommen. Anteilseigner begrüßten die stärkere strategische Orientierung, Investoren wertschätzten den klaren, lesefreundlichen Sprachstil.

 

Tz. 358

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Bei Kunden und NGOs wurde insbesondere der erste freie Teil, der gemeinhin von der EnBW bis einschließlich zum Berichtsjahr 2012 zur bebilderten Darstellung von Schwerpunktthemen genutzt wurde, eher als Imagebroschüre mit geschönter Sprache wahrgenommen und kritisiert. Generell wurde jedoch auch von NGOs und informierten Kunden die Berichterstattung bezogen auf den Gesamtbericht als fortschrittlich gewürdigt.

2. Sprachstil, Verständlichkeit und Erscheinung

 

Tz. 359

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Die Wahrnehmung des Berichts variierte in Bezug auf den Sprachstil zwischen den Stakeholdergruppen stark. Erwartet wird generell eine ehrliche, klare, direkte und vor allem selbstkritische Form der Darstellung, welche im Bericht in Teilen noch vermisst wurde. Nur die Anteilseigener waren mit dem verwendeten Duktus insgesamt zufrieden. Vage und umständliche Formulierungen wurden von Investoren kritisiert, gleichwohl wurde die Struktur als sehr gut und übersichtlich bewertet. Als problematisch wurde von Nicht-Investoren das geforderte Fachwissen zum Verständnis der Texte mit Bezug zu finanziellen Themen beschrieben.

 

Tz. 360

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Im Umkehrschluss wurde in Teilen auch eine laienfreundlichere Aufbereitung des Finanzteils gewünscht. Bezogen auf die Nachhaltigkeitsaspekte werden an verschiedenen Stellen hingegen von Investoren spezifischere Hintergrundinformationen zu Nachhaltigkeitsthemen gewünscht. Die Hochglanzoptik des Berichts mindert aus Sicht der Nichtregierungsorganisationen den Eindruck von Qualität und Glaubwürdigkeit der Nachhaltigkeitsinformationen.

3. Darstellung, Umfang und Veröffentlichungsmedium

 

Tz. 361

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Es wurde von allen Befragten gelobt, dass im kombinierten Bericht 2012 bereits deutlich mehr Grafiken verwendet wurden, insbesondere wurde die Verwendung von Tabellen mit Zielwerten positiv erwähnt. Nach Möglichkeit sollten diese in verarbeitungsfreundlicher Form zur Verfügung gestellt werden. Investoren verbanden dies mit dem Wunsch nach aussagefähigen Benchmarks bzw. Vergleichen mit anderen Unternehmen.

 

Tz. 362

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Auch in diesem Zusammenhang wurde von verschiedenen Stakeholdergruppen angemahnt, dass dekorative Darstellungselemente die Glaubwürdigkeit der präsentierten Inhalte schmälern würden. Hier wird deutlich, dass die Gestaltung des freien Teils vor dem Lagebericht einen Einfluss auf die Wahrnehmung der folgenden Berichtsteile haben kann.

 

Tz. 363

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Auch wenn der Umfang und die Länge des Berichts von allen Seiten – unabhängig von der Frage, ob gesetzliche Anforderungen eingehalten werden (sollen) – kritisiert wurde, so wurde von Nichtregierungsorganisationen angemahnt, dass Nachhaltigkeitsthemen nicht übermäßig unter redaktionellen Kürzungen leiden dürften. Hier wird ein angemessenes Verhältnis zu rein finanziellen Themen und zum klassischen Finanzteil angemahnt und die explizite Aufnahme von Chancen und Risiken für Nachhaltigkeitsthemen gewünscht. Es wird zudem auch die Nennung von quantitativen und qualitativen Ziele bei relevanten Nachhaltigkeitsthemen erwartet.

4. Thematische Abdeckung

 

Tz. 364

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Die größten Herausforderungen für Unternehmen bestehen in der Darstellung aller wesentlichen Themen inklusive der finanziellen und nichtfinanziellen...

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