Jörg Baetge/Peter Wollmert/... / IV. Entwicklung der EnBW-Berichterstattung hin zu einer integrierten Berichterstattung
 

Tz. 301

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Bis einschließlich zum Berichtsjahr 2011 berichtete die EnBW in zwei Berichtsformaten: Im Geschäftsbericht wurden überwiegend finanzwirtschaftliche Kennzahlen und Informationen offengelegt, im jährlichen Nachhaltigkeitsbericht wurden ferner ausführlich nichtfinanzielle, insbesondere Informationen über die soziale und ökologische Unternehmensleistung kommuniziert. Die Berichterstattung erfolgte somit in großen Teilen weitgehend getrennt voneinander, auch wenn wesentliche gesetzlich geforderte Angaben zu Produkten & Dienstleistungen, Forschung & Entwicklung, Mitarbeiter etc. bereits Bestandteil des Geschäftsberichts waren. Eine tatsächliche Verbindung der einzelnen Teilelemente fand bis zu diesem Zeitpunkt nur in begrenzter Form statt.

 

Tz. 302

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In den kombinierten Berichten für die Berichtsjahre 2012 und 2013 erfolgte über eine Zusammenführung der Inhalte der Finanz- und Nachhaltigkeitsberichte eine schrittweise Aufnahme nichtfinanzieller Elemente. Zudem fand eine stärkere Verknüpfung wesentlicher finanzieller mit nichtfinanziellen Elementen statt. Damit einher ging auch die stärkere Nutzung des kombinierten Berichts nicht nur als Kommunikations- sondern auch als Steuerungsinstrument.

Abb. 8: Entwicklung der EnBW Geschäftsberichterstattung

1. EnBW-Berichterstattung bis dato

 

Tz. 303

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Die jährliche Geschäftsberichterstattung ist eines der zentralen Vehikel, um die Informationsbedürfnisse der Stakeholder der EnBW zu bedienen. Der Konzernlagebericht, als ein wesentlicher Bestandteil der Geschäftsberichterstattung, richtete sich in seiner Konzeption bislang vor allem an Investoren und Analysten. So wird zur Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen ein Gesamtbild über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aus dem vergangenen Geschäftsjahr präsentiert, die aktuelle Strategie vorgestellt und ein Ausblick bzw. eine Prognose für den zukünftigen Geschäftsverlauf gegeben. Weitere Stakeholder- bzw. themenspezifische Publikationen, wie Innovationsberichte, Kundenzeitschriften etc. rundeten das Publikationsspektrum der EnBW ab.

 

Tz. 304

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Von 2003 bis einschließlich 2011 veröffentlichte die EnBW wenige Monate nach dem Geschäftsbericht einen separaten Nachhaltigkeitsbericht, der auf Basis der jeweils gültigen Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI) erstellt wurde und die soziale und ökologische Leistung des Unternehmens abbildete.

Es entstanden auf diesem Wege über unterschiedliche Erstellungsprozesse nicht nur separate Berichte, sondern auch die Berichtskonzeption und -schwerpunkte hatten nur in Teilen einen gemeinsamen Kern. Es stellte sich heraus, dass die bisherige – und langjährig auch von den meisten anderen Unternehmen praktizierte – Form der parallelen Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichterstattung nur noch unzureichend die Informationsbedürfnisse der Berichtsadressaten erfüllt. Immer weniger Anteilseigner, als klassische Adressaten der Finanzberichterstattung, waren mit dem Umfang, den Inhalten und der Aussagekraft der Berichte zufrieden.

Aber auch erweiterte Stakeholderkreise, die bisher stärker Nachhaltigkeitsberichte als primäre Informationsquelle nutzten, waren mit den zur Verfügung gestellten Informationen kaum zufrieden. Obwohl die Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichterstattung formell allen Anforderungen genügte, fiel die Akzeptanz bei den meisten Stakeholdern.

 

Tz. 305

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Bezogen auf die Geschäftsberichte wurde deutlich, dass die Einhaltung der Rechnungslegungsstandards nicht nur formell, sondern auch im Interesse der Adressaten bei der EnBW überdurchschnittlich erfüllt wurde. So erzielte die EnBW immer eine gute bis sehr gute Positionierung und Bewertung bei der sog. Baetge-Studie ›Der beste Geschäftsbericht‹. Dies war jedoch kein Garant für ein hohes Maß an Leser- und Nutzerfreundlichkeit (vgl. Baetge, 2013, Checkliste der einzelnen Items für den Wettbewerb ›Der beste Geschäftsbericht 2013‹). Die Qualität und der Grad der Vollständigkeit der Nachhaltigkeitsberichterstattung wurden bei der EnBW stetig verbessert, ua. abzulesen an der Verbesserung im Erfüllungsgrad von GRI-Anwendungsebene ›B‹ (bis 2010) auf ›A‹ (2011). So wurden jedoch, zT mit unverhältnismäßigen Aufwand Indikatoren ermittelt, die – nach Kenntnis der EnBW – bei vielen Stakeholdern nur von begrenztem Mehrwert waren. Dies wurde aus EnBW-Sicht ua. dadurch bestätigt, dass einige Indikatoren, über die Jahre berichtet wurde, aus Gründen der Wesentlichkeit weggelassen wurden und dies bei den Nutzern nicht zur Kritik führte.

 

Tz. 306

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Weiterhin ist darüber hinaus bei der EnBW als Energieversorgungsunternehmen, dh. bei einem Unternehmen mit erheblicher volkswirtschaftlicher Bedeutung mit zT sehr verschiedenen Anspruchsgruppen, die Erkenntnis gewachsen, dass die nichtfinanzielle Performance die finanzielle Performance wesentlich mit beeinflusst. Mit der Kombination und stetigen Integration der ursprünglich separaten Berichte soll ...

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