Jörg Baetge/Peter Wollmert/... / III. EnBW-Verständnis des Konzepts der integrierten Berichterstattung

1. Zentrale Gründe für die Einführung der integrierten Berichterstattung bei der EnBW

 

Tz. 295

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Die integrierte Berichterstattung stellt aus EnBW-Sicht eine logische Evolution in der Unternehmensberichterstattung dar. Mit der integrierten Berichterstattung verfolgt die EnBW das Ziel, die ökonomische, ökologische und soziale Leistung umfassender, prägnanter, transparenter und adressatenorientierter in einem Bericht darzustellen. Es stellt aus EnBW-Sicht eine signifikante Weiterentwicklung in der Unternehmensberichterstattung zur Steigerung der Qualität und Aussagefähigkeit der Unternehmensberichterstattung dar.

 

Tz. 296

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Für die interne Umsetzung der Idee einer integrierten Berichterstattung in der EnBW sind daher zusammenfassend drei wesentliche Aspekte handlungsleitend:

1. Die Betonung des Ansatzes des integrierten Denkens (›Integrated Thinking‹, s. Einleitung des IR Rahmenkonzepts), der die Fähigkeit des Managements widerspiegelt, die Komplexität des Wertschöpfungsprozesses zu überwachen, zu managen und zu vermitteln. Dabei steht der eigentliche integrierte Bericht am Ende der Prozesskette. Dies erfordert einen Wandel in der Unternehmenskultur hin zu einem bereichsübergreifenden Denken und Handeln, das sich auf finanzielle und eben auch nichtfinanzielle Indikatoren stützt.
2. Eine integrierte Berichterstattung ist eine ganzheitliche Unternehmensberichterstattung, die nicht nur die wesentlichen finanziellen, ökologischen und sozialen Aspekte eines Unternehmens aufzeigt, sondern auch die Interdependenzen zwischen diesen. Der langfristige Unternehmenserfolg steht im Mittelpunkt der Neuausrichtung der Berichterstattung.
3. Das Konzept der integrierten Berichterstattung stellt für die EnBW nicht nur ein Kommunikationsinstrument im Sinne einer Berichtsoptimierung dar, sondern auch ein Steuerungsinstrument. Die EnBW erwartet nicht nur positive Effekte aus einer verständlicheren Berichterstattung, sondern auch aus der ganzheitlichen Steuerung des Unternehmens. Die verstärkte Berücksichtigung von nichtfinanziellen Aspekten in der Unternehmenssteuerung wird ua. durch eine Erweiterung der Zielsysteme mit aussagekräftigen Leistungskennzahlen und Indikatoren unterstrichen.

2. Der integrierte Bericht als Steuerungsinstrument

 

Tz. 297

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Bei der Einführung einer integrierten Berichterstattung steht das Konzept des integrierten Denkens und somit eine integrierte Unternehmensführung bei der EnBW im Mittelpunkt. Eine integrierte Unternehmensführung zeichnet sich dadurch aus, dass bei Management-Entscheidungen die Wirkungszusammenhänge innerhalb des Geschäftsmodells und die Auswirkungen auf das gesamte Unternehmensumfeld und vice versa durch die vorliegenden Rahmenbedingungen berücksichtigt werden (vgl. Link, 2014, S. 5).

 

Tz. 298

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Eine umfassende Berichterstattung über die finanziellen und nichtfinanziellen Erfolgsfaktoren des Unternehmens setzt nach den Erfahrungen der EnBW ein entsprechendes internes Steuerungssystem voraus. Erste Erfahrungen bestätigen die Vermutung, dass eine integrierte Berichterstattung durch stärker integrierte Managementansätze befördert werden kann (vgl. Tz. 208–217).

 

Tz. 299

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Der integrierte Bericht stellt dabei das Ergebnis am Ende des Prozesses dar. Die integrierte Berichterstattung geht somit über eine reine Optimierung des Berichts hinaus. Durch die konsequente Umsetzung der Grundsätze des IIRC-Rahmenwerks (vgl. Tz. 131–188) kann diese – in Kombination mit anderen Instrumenten – auch als effektives Steuerungsinstrument eingesetzt werden.

 

Tz. 300

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Das Ziel einer performance-orientierten Unternehmenssteuerung im Sinne der integrierten Berichterstattung ist letztlich die stärkere Verknüpfung der finanziellen und nichtfinanziellen Elemente, die in Hinblick auf die Bewertung des zukünftigen Unternehmenserfolgs zunehmend in den Mittelpunkt der Betrachtung interner und externer Stakeholder rücken.

Somit werden Informationen, die bislang in den unterschiedlichen Berichten der EnBW platziert wurden (z. B. Finanzbericht, Corporate Governance Bericht, Innovationsbericht und Nachhaltigkeitsbericht), im integrierten Bericht über die Zeit immer stärker miteinander verknüpft. Die besondere Herausforderung besteht darin, dass im gleichen Arbeitsschritt die Geschäftsberichte deutlich kürzer, aber auch deutlich gehaltvoller werden sollen.

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