Jörg Baetge/Peter Wollmert/... / I. Einführung: Darstellung der EnBW Energie Baden-Württemberg AG und des Unternehmensumfeldes
 

Tz. 266

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Die EnBW hat sich als eines von vier Unternehmen aus Deutschland bereits 2011 entschieden, von Beginn an am Pilotprogramm des IIRC (damals noch International Integrated Reporting Committee, heute Council) teilzunehmen. Die EnBW wollte zunächst die Chancen und Möglichkeiten, aber auch die Grenzen einer integrierten Berichterstattung prüfen. Zu Beginn war nicht allen Beteiligten im Unternehmen bewusst, welcher Mehrwert, aber ggf. auch welchen Mehraufwand die Einführung einer integrierten Berichterstattung mit sich bringt. Eine Überprüfung der Zweckmäßigkeit der Anwendung der Grundgedanken der Integrierten Berichterstattung war daher erforderlich.

 

Tz. 267

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG ist eines der größten Energieversorgungsunternehmen in Deutschland und in Europa. Als vertikal integriertes Energieunternehmen mit rund 20.000 Mitarbeitern versorgt die EnBW 5,5 Millionen Kunden mit Strom, Gas, Wasser und energienahen Produkten und Dienstleistungen. Das vorrangige Ziel der EnBW ist es, insbesondere ihren Heimatmarkt zuverlässig mit Energie zu versorgen und die Bestrebungen von Bürgern, Kommunen und Unternehmen nach einer dezentralen und selbstverantworteten Energieversorgung als Partner zu unterstützen. Neben dem Kernmarkt Baden-Württemberg stehen Deutschland, Österreich, die Schweiz und die Türkei im Mittelpunkt der EnBW-Aktivitäten.

 

Tz. 268

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Die Energiewende in Deutschland und die damit verbundenen politischen und regulatorischen Rahmensetzungen verändern die Energielandschaft grundlegend. Die EnBW will als wesentlicher Akteur der Energiewende die Chancen des sich wandelnden Energiemarkts entschlossen nutzen, die eigene Zukunftsfähigkeit sichern und sich vom Wettbewerb klar differenzieren. Das erfordert einen weitreichenden Umbau des Geschäftsportfolios, das gemäß der Konzernstrategie EnBW 2020 unter dem Motto ›Energiewende. Sicher. Machen‹ bereits im vergangenen Jahr begonnen hat. Eine konsequente Ausrichtung an den Kundenbedürfnissen und der Ausbau der erneuerbaren Energien sowie der benötigten Netzinfrastruktur kennzeichnen die Eckpfeiler des neuen Geschäftsmodells.

 

Tz. 269

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Die Sicherstellung der Zukunftsfähigkeit der EnBW umfasst aber nicht nur ein solides finanzielles Fundament mit einer neuen Strategie, einem schlüssigen Geschäftsmodell und entsprechenden Effizienz-, Desinvestitions- und Kapitalmaßnahmen. Es ist vielmehr auch ein ganzheitlich ausgerichtetes Geschäftsmodell erforderlich, das explizit nichtfinanzielle Elemente wie Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit sowie ein gesetzmäßiges und regelkonformes Verhalten und Umweltschutz miteinbezieht.

 

Tz. 270

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

In diesem Zusammenhang ist auch ein neuer Ansatz der Berichterstattung – sowohl intern als auch extern – zweckdienlich und in Teilen erforderlich. Die Einführung einer integrierten Berichterstattung ist für die EnBW dabei in zweierlei Hinsicht ein wichtiges Instrument: Zum einen dient es der Optimierung der Unternehmensberichterstattung über eine prägnantere, transparentere und aussagekräftigere Darstellung der aktuellen und zukünftigen Unternehmenssituation, die nicht nur die finanzielle Dimension berücksichtigt. Zum anderen, und dies ist im Zuge der internen Bearbeitung des Themas immer bedeutsamer geworden, kann der integrierte Bericht – nach innen gerichtet – ein Instrument zur Unternehmenssteuerung darstellen.

Im Zusammenspiel mit weiteren Managementinstrumenten, eingebettet in ein internes Performance Management System, kann der ganzheitliche Ansatz Impulse auf die Ausgestaltung nicht nur der Kommunikations-, sondern auch der Steuerungsinstrumente setzen. Dieser neu eingeführte Prozess der integrierten Berichterstattung kann intern die Grundlage für die Stärkung der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens bilden.

 

Tz. 271

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Ausgangspunkt für diese Überlegungen ist die Aussicht auf eine bessere Bewertung an den Finanzmärkten, eine konsequente Erfüllung der Informationsbedürfnisse aller Stakeholder, die Einführung umfassend nachhaltiger Geschäftsprozesse in allen Dimensionen und nicht zuletzt auch eine Stärkung der Unternehmensreputation.

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