Jörg Baetge/Peter Wollmert/... / h. Stetigkeit und Vergleichbarkeit
 

Tz. 182

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Die Berichterstattung im integrierten Bericht soll stetig (consistent) und vergleichbar (comparable) sein (vgl. IR Rahmenkonzept, Tz. 3.54).

 

Tz. 183

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Hierdurch soll gewährleistet werden, dass integrierte Berichte sowohl im Zeitablauf als auch zwischenbetrieblich vergleichbar sind. Der Grundsatz der Stetigkeit ist nicht dahingehend misszuverstehen, dass in jedem Jahr über dieselben Belange berichtet werden sollte. Vielmehr ist über die für die Wertschöpfung des Unternehmens wesentlichen Faktoren zu berichten. Stetigkeit wird sichergestellt, wenn auf dieselben Sachverhalte dieselben Bewertungsmethoden angewendet werden, zB durch im Zeitablauf stetige Verwendung von Leistungsindikatoren.

 

Tz. 184

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Von der Stetigkeit darf nur in begründeten Ausnahmefällen abgewichen werden. In diesem Fall sind – entsprechend dem Grundsatz der Vergleichbarkeit – Unstetigkeiten zu erläutern und Auswirkungen – soweit möglich – durch eine Vergleichsrechnung zu quantifizieren.

 

Tz. 185

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Eine Abweichung ist nicht allein dadurch möglich, dass diese angegeben und begründet wird. Vielmehr muss die Abweichung sachlich gerechtfertigt sein. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese durch geänderte Rahmenbedingungen erforderlich wird oder wenn durch die Abweichung unter Beachtung der sonstigen Grundsätze für IR ein besser den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Wertschöpfung durch das Unternehmen vermittelt wird (in analoger Anwendung von IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung: Ansatz- und Bewertungsstetigkeit im handelsrechtlichen Jahresabschluss (IDW RS HFA 38), Tz. 15).

 

Tz. 186

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Für eine vergleichbare Berichterstattung ist erforderlich, dass Berichtsinhalte bis zu einem gewissen Grad standardisiert werden. Standardisierung und Vergleichbarkeit kennzeichnen ein Dilemma: Wenn Berichtsvorgaben stark standardisiert sind, trägt dies tendenziell zur Vergleichbarkeit der dementsprechend aufgestellten Berichte bei. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass die Berichterstattung eher ein Abarbeiten dieser detaillierten Vorgaben ist als die Vermittlung entscheidungsrelevanter Informationen an die Berichtsadressaten. Diese Schwäche der herkömmlichen Berichterstattung soll bei der integrierten Berichterstattung gemäß IR Rahmenkonzept aber gerade vermieden werden. Eine lediglich geringe Standardisierung bietet Unternehmen die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, welche Belange wesentlich und somit berichtspflichtig sind; diese Informationen sollen dann nicht in unwesentlichen, aber durch Berichtsvorgaben verlangte Berichtsinhalten untergehen. Allerdings kann durch diese unternehmensindividuellen Freiheiten die zwischenbetriebliche Vergleichbarkeit eingeschränkt werden (vgl. Schmidt, 2012, S. 138).

 

Tz. 187

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Unternehmen können die zwischenbetriebliche Vergleichbarkeit ihrer integrierten Berichte sicherstellen, indem sie ihre Aussagen mit den entsprechenden Werten anderer Branchenunternehmen vergleichen (Benchmark), allgemein anerkannte Definitionen für Leistungsindikatoren verwenden (zB die von GRI, SASB, SD-M, DVFA/EFFAS etc. entwickelten Definitionen) bzw. sich mit vergleichbaren Unternehmen auf bestimmte Definitionen von Leistungsindikatoren einigen – hierfür können Branchenverbände eine Plattform bieten (vgl. IR Rahmenkonzept, Tz. 3.57).

 

Tz. 188

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Der Grundsatz der Stetigkeit und der Vergleichbarkeit entspricht dem für den (Konzern-)Lagebericht vorgegebenen Grundsatz der Vergleichbarkeit.

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