Jörg Baetge/Peter Wollmert/... / h. Ausblick
 

Tz. 250

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Im integrierten Bericht ist die Frage zu beantworten: Welchen Herausforderungen und Unsicherheiten ist das Unternehmen bei der Verfolgung seiner Strategie ausgesetzt und wie können sich diese auf dessen Geschäftsmodell und künftige Leistung auswirken (vgl. IR Rahmenkonzept, Tz. 4.34)?

 

Tz. 251

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Der integrierte Bericht soll Angaben über die erwartete Entwicklung des Unternehmensumfelds, die damit verbundenen Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit des Unternehmens und über die vom Unternehmen daraufhin ergriffenen Maßnahmen enthalten (vgl. IR Rahmenkonzept, Tz. 4.35). Dabei ist auf Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung und deren möglichen Auswirkungen auf die Unternehmensstrategie, auf die Verfügbarkeit der wichtigsten Inputfaktoren für die Geschäftstätigkeit sowie auf die Entwicklung der wichtigsten Stakeholderbeziehungen einzugehen (vgl. IR Rahmenkonzept, Tz. 4.37).

 

Tz. 252

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Der Konzernlagebericht soll gemäß DRS 20.118–134 Angaben zur künftigen Entwicklung von Geschäftsverlauf und Lage enthalten. Hierfür sind zuverlässige und funktionsfähige unternehmensinterne Planungssysteme erforderlich. Die Annahmen müssen in Einklang mit der internen Planung stehen und müssen offengelegt werden (vgl. DRS 20.120–122). Die Annahmen müssen vollständig und plausibel sein. Sie dürfen nicht von unternehmensinternen Erwartungen abweichen, sondern müssen mit den Absichten und Möglichkeiten der Unternehmensführung übereinstimmen (vgl. IDW PS 350, Tz. 24). Annahmen können gemäß DRS 20.122 zB Wirtschafts- und Branchenentwicklungen, Wechselkurse, Inflation, regulatorische Maßnahmen, technischen Fortschritt, erwartete Sondereinflüsse, Realisierung von Synergiepotenzialen, Abschluss von Entwicklungsprojekten oder Inbetriebnahme neuer Anlagen sein. Sofern externe Prognosen als Annahmen verwendet werden (zB von Wirtschaftsforschungsinstituten), ist dies anzugeben (vgl. DRS 20.125; IDW PS 350, Tz. 23). Prognosen und Wertungen müssen als solche erkennbar und realitätsnah sein. Der Prognosezeitraum hat mindestens ein Jahr (gerechnet vom letzten Konzernabschlussstichtag) zu umfassen. Der Zeitraum, auf den sich Prognosen beziehen, ist anzugeben. Absehbare Sondereinflüsse auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns nach dem Prognosezeitraum sind darzustellen und zu analysieren (vgl. DRS 20.127). Bei wertenden Aussagen darf nicht – zB durch Darstellungsform oder Wortwahl – ein irreführendes Bild der tatsächlich erwarteten Verhältnisse vermittelt werden. Die Aussagen sollen tatsächlich erwartete Entwicklungen wiedergeben, nicht bloße Ziele (anders als in der Prognoseberichterstattung ist es in der Strategieberichterstattung sehr wohl sachgerecht, (langfristige) Ziele anzugeben) oder wünschenswerte künftige Zustände.

 

Tz. 253

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Gemäß Tz. 4.39 des IR Rahmenkonzepts sind bei den Angaben gemäß Tz. 4.34–38 desselben gesetzliche und regulatorische Vorgaben zu beachten, also solche, durch die eine zukunftsorientierte Berichterstattung uU eingeschränkt würden. Solche Einschränkungen bestehen nach DRS 20 nicht. Nach DRS 20.127 darf der Prognosezeitraum nicht weniger als ein Jahr betragen, aber durchaus mehr als ein Jahr (›mindestens‹).

 

Tz. 254

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Allerdings sind nach IR Rahmenkonzept – obwohl die Berichterstattung über die künftige Entwicklung des Unternehmens konsequenter zukunftsorientiert erscheint als die handelsrechtliche (Konzern-)Lageberichterstattung – keineswegs Prognosen für wichtige Kennzahlenwerte für die kommenden fünf oder zehn Jahre erforderlich (aber durchaus entsprechende Zielvorgaben in der Strategieberichterstattung gemäß Tz. 4.27 des IR Rahmenkonzepts): Die integrierte Berichterstattung ist letztlich darauf ausgerichtet, Schlüsse auf die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens und seines Geschäftsmodells zuzulassen. Die konsequentere Zukunftsorientierung ergibt sich nicht unbedingt bzw. nicht nur aus einem längeren Prognosezeitraum, sondern durch die vom Geschäftsmodell ausgehende Berichterstattung über alle wesentlichen Erfolgsfaktoren sowie deren Zusammenspiel – diese umfangreichere Beschreibung der Wertschöpfung ermöglicht den Adressaten auch, sich ein eigenständiges Bild von der Entwicklung des Unternehmens zu machen.

 

Tz. 255

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Dennoch sollte der Prognosezeitraum im integrierten Bericht regelmäßig länger als ein Jahr sein (gemäß Tz. 4.53 regelmäßig mindestens zwei Jahre). Unternehmen verfügen in der Regel über Planungsrechnungen für mehr als nur die beiden folgenden Jahre. Die Länge des Prognosehorizonts wird ua. von der Branchenzugehörigkeit des Unternehmens, zB den damit verbundenen Produktlebenszyklen, abhängen. Der Konzernlagebericht wird nicht am Abschlussstichtag veröffentlicht, sondern (von kapitalmarktorientieren Unternehmen) idR zwei bis drei Monate später – bei einem Prognosehorizont von einem Jahr beziehen sich die Prognosen dann noch auf einen Zeitraum von neun oder ze...

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