Jörg Baetge/Peter Wollmert/... / g. Verlässlichkeit und Vollständigkeit
 

Tz. 172

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Gemäß dem Grundsatz der Verlässlichkeit und Vollständigkeit (reliability and completeness) soll der integrierte Bericht Informationen über alle wesentlichen (positiven und negativen) Belange enthalten; diese sollen ausgewogen und frei von wesentlichen Fehlern berichtet werden (vgl. IR Rahmenkonzept, Tz. 3.39).

 

Tz. 173

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

In Tz. 3.40 wird Verlässlichkeit gleichgesetzt mit der Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes, das dann vermittelt wird, wenn die Berichterstattung ausgewogen ist und frei von wesentlichen Fehlern. Die Berichterstattung darf nicht irreführend sein. Bei wertenden Aussagen bezüglich des Geschäftsverlaufs ist sicherzustellen, dass nicht trotz sachlich zutreffender Einzelangaben durch die gewählte Darstellungsform ein falscher Eindruck vermittelt wird. Dieser kann beispielsweise durch Weglassen bestimmter Informationen, durch unzutreffende Gewichtung von wesentlichen und unwesentlichen Informationen, durch das Hervorheben von Chancen ohne angemessene Erwähnung der entsprechenden Risiken oder durch das Herstellen von irreführenden Zusammenhängen entstehen (vgl. IR Rahmenkonzept, Tz. 3.44 f.). Ferner sind angemessene organisatorische Vorkehrungen zu treffen, die die Zuverlässigkeit der Datenerfassung und -aufbereitung gewährleisten (vgl. IR Rahmenkonzept, Tz. 3.46).

 

Tz. 174

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Glaubhaftigkeit und Verlässlichkeit der integrierten Berichterstattung können erhöht werden durch wirksame interne Kontroll- und Berichtsprozesse, Austausch mit Anspruchsgruppen, interne Revision und durch die Prüfung des Berichts durch einen unabhängigen Dritten (vgl. IR Rahmenkonzept, Tz. 3.40; ausführlich zur Prüfung von integrierten Berichten vgl. Naumann/Schmidt, (im Ersch.)). Glaubhaftigkeit und Verlässlichkeit können mitunter erhöht werden, wenn die Prozesse zu deren Sicherstellung kurz und knapp im integrierten Bericht beschrieben werden (vgl. IR Rahmenkonzept, Tz. 3.42; zur Unterlassung von Angaben, weil keine verlässlichen Informationen vorliegen, vgl. IR Rahmenkonzept, Tz. 1.19 sowie vgl. Tz. 92–105 dieses Kapitels).

 

Tz. 175

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

In knapp zwei Dritteln der Stellungnahmen zum Konsultationsentwurf des IR Rahmenkonzepts wurde angegeben, dass die Prüfung des Berichts durch einen unabhängigen Dritten ein zentraler Mechanismus für die Sicherstellung der Verlässlichkeit von integrierten Berichten ist (vgl. IIRC, 2013, S. 28). Dies ist nicht überraschend, da die gesetzliche Abschlussprüfung der Information der verschiedenen Abschlussadressaten und damit auch der Öffentlichkeit dient, ob die von den gesetzlichen Vertretern aufgestellten Jahres- bzw. Konzernabschlüsse und (Konzern-)Lageberichte den maßgeblichen Rechnungslegungsvorschriften entsprechen. Sie fördert die Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit der Rechenschaftslegung von Unternehmen (vgl. IDW, 2012, Tz. 3). Daher ist es sachgerecht, dass sich auch der International Auditing and Assurance Standard Board (IAASB) künftig stärker mit der Prüfung von integrierten Berichten befasst (vgl. IAASB, 2014, S. 28; IDW Stellungnahme, 2014, S. 2–4, 6, 9–11). Die Technical Collaboration Group on Assurance des IIRC hat ein Diskussionspapier zur Prüfung von gemäß dem IR Rahmenkonzept aufgestellten integrierten Berichten erstellt, welches Mitte des Jahres 2014 als Diskussionsgrundlage für die Entwicklung von entsprechenden Prüfungsstandards veröffentlicht werden soll.

 

Tz. 176

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Für die Gewährleistung von glaubhaften und verlässlichen integrierten Berichten ist unerlässlich, dass die gesetzlichen Vertreter Belege für die im integrierten Bericht enthaltenen Aussagen vorhalten, sodass die Aussagen intersubjektiv nachprüfbar und somit objektivierbar sind (vgl. IR Rahmenkonzept, Tz. 3.42).

 

Tz. 177

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Der Grundsatz der Verlässlichkeit gemäß IR Rahmenkonzept entspricht dem für die Konzernlageberichterstattung definierten Grundsatz der Verlässlichkeit. Danach sollen die im Konzernlagebericht enthaltenen Aussagen zutreffend und nachvollziehbar sein, hierfür ist eine ausgewogene Berichterstattung erforderlich (vgl. Leffson, 1987, S. 197; Hippel, 2011, S. 21; Schmidt, 2011, S. 25).

 

Tz. 178

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Zur Bestimmung der Vollständigkeit des integrierten Berichts wird in Tz. 3.47 des IR Rahmenkonzepts empfohlen, sich ua. an den Berichten der Wettbewerber zu orientieren, da einzelne Kapitalien regelmäßig nicht nur für ein einzelnes Unternehmen, sondern für die gesamte Branche bedeutsame Erfolgsfaktoren bzw. Werttreiber sein werden. Noch bedeutsamer erscheint jedoch der Abgleich des integrierten Berichts mit Briefing-Dokumenten, die den Mitgliedern des Leitungs- bzw. Aufsichtsorgans vorgelegt wurden sowie mit den Sitzungsprotokollen von Leitungs- und Aufsichtsorganen.

 

Tz. 179

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Wirtschaftlichkeitsüberlegungen, also die Frage, ob die mit der Informationsbeschaffung verbundene Kosten möglic...

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