Jörg Baetge/Peter Wollmert/... / e. Risiken und Chancen
 

Tz. 223

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Im integrierten Bericht ist die Frage zu beantworten: Welche Risiken und Chancen beeinflussen die kurz-, mittel- und langfristige Wertschöpfung des Unternehmens und wie geht dieses hiermit um (vgl. IR Rahmenkonzept, Tz. 4.23)?

 

Tz. 224

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Es ist nicht über alle Risiken und Chancen zu berichten, denen das Unternehmen ausgesetzt ist, sondern nur über diejenigen, welche dessen Wertschöpfung im Zeitablauf wesentlich beeinflussen können (vgl. IR Rahmenkonzept, Tz. 4.24 und 4.26).

 

Tz. 225

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Ein Risiko ist die Möglichkeit der Verschlechterung der Lage des Unternehmens, eine Chance ist die Möglichkeit einer Verbesserung derselben. So ist beispielsweise eine drohende Verschlechterung der Beziehungen zu wichtigen Stakeholdern ein Risiko, wenn hierdurch das Vertrauen der Stakeholder in das Unternehmen sowie dessen Reputation vermindert bzw. verschlechtert wird und sich dies negativ auf dessen wirtschaftliche Lage, als auf dessen Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage auswirkt.

 

Tz. 226

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Sinn und Zweck des IR Rahmenkonzept sollten zu einer umfangreicheren Berichterstattung über strategische Chancen und Risiken für das Unternehmen führen als regelmäßig in der herkömmlichen Finanzberichterstattung beobachtbar ist, in welcher der Fokus tendenziell auf operativen Chancen und Risiken liegt. Diese tendenziell weiter gefasste Berichterstattung über Risiken und Chancen wird regelmäßig auf der Beschreibung von Entwicklungen aufbauen, die die Unternehmen einer bestimmten Branche – oder auch alle Unternehmen – herausfordern werden. Erst durch die diesbezüglichen Stärken und Schwächen eines Unternehmens im Vergleich zu seinen Wettbewerbern, auf diese Herausforderungen zu reagieren, ergeben sich für dieses Unternehmen komparative Konkurrenzvorteile oder -nachteile und somit Chancen oder Risiken: Ein komparativer Konkurrenzvorteil ist ein relativer Wettbewerbsvorteil, wenn ein Unternehmen ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Dienstleistung günstiger anbieten kann als seine Wettbewerber (Anbietervorteil) und/oder wenn ein Unternehmen seinen Kunden zum selben Preis wie seine Wettbewerber ein besseres Produkt oder eine bessere Dienstleistung anbieten kann (Kundenvorteil) (Vgl. Backhaus/Voeth, 2010, S. 13–15; Backhaus/Schneider, 2007, S. 36–41).

 

Tz. 227

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Unternehmen werden umso besser komparative Konkurrenzvorteile und somit Chancen aus solchen strategischen Herausforderungen generieren können, wenn sie diese Herausforderungen frühzeitig und möglichst lange vor ihren Wettbewerbern erkennen und wirksame Steuerungsmaßnahmen einleiten (vgl. Schmidt, 2014, S. 76 f.).

 

Tz. 228

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Dementsprechend sind nicht nur die bedeutsamsten Risiken und Chancen anzugeben, sondern auch, wie das Unternehmen mit diesen umgeht. Daher ist sowohl das Chancen- und Risikomanagement des Unternehmens allgemein zu beschreiben als auch die konkreten Maßnahmen, die zur Steuerung einzelner Risiken und Chancen eingeleitet wurden (vgl. IR Rahmenkonzept, Tz. 4.25).

 

Tz. 229

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Die Anforderungen aus DRS 20.135–167 können zur Konkretisierung der Anforderungen aus den Tz. 4.23–26 im IR Rahmenkonzept herangezogen werden.

 

Tz. 230

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Danach sind das Risikomanagementsystem (zumindest von kapitalmarktorientierten Mutterunternehmen) und entscheidungsrelevante Risiken und Chancen zu beschreiben und eine Gesamtaussage zur Risiko- und Chancensituation des Unternehmens zu treffen (vgl. DRS 20.135, .146, .160 und .165).

 

Tz. 231

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Kapitalmarktorientierte Unternehmen haben gemäß DRS 20.K137-K145 ihr konzernweites Risikomanagementsystem darzustellen, nämlich Ziele, Strategie, Strukturen und Prozesse sowie, ob dieses System lediglich Risiken oder auch Chancen erfasst.

 

Tz. 232

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Es sind diejenigen Risiken und Chancen anzugeben, welche die Entscheidungen eines verständigen Adressaten beeinflussen können (vgl. DRS 20.146 und .165). Bestandsgefährdende Risiken sind als solche zu bezeichnen (vgl. DRS 20.148). Die Risiken und Chancen und deren Auswirkungen auf das Unternehmen sind einzeln darzustellen und zu beurteilen, die Auswirkungen sind zu quantifizieren, sofern diese im Rahmen der internen Steuerung quantifiziert wurden. Im Falle einer Quantifizierung sind die Bewertungsparameter anzugeben (vgl. DRS 20.149, .152, .157 f. und .165). Die Einschätzungen sind zum Berichtsstichtag vorzunehmen, spätere Erkenntnisse sind zu berücksichtigen, wenn hierdurch ein besseres Bild der Unternehmenssituation vermittelt wird (vgl. DRS 20.155). Wesentliche Veränderungen gegenüber dem Vorjahr sind darzustellen und zu erläutern (vgl. DRS 20.K139, .159 und .165). Die Berichterstattung über einzelne Chancen und Risiken ist zu einer Gesamtaussage zusammenzuführen, hierbei dürfen Diversifizierungseffekte berücksichtigt werden (vgl. DRS 20.160).

 

Tz. 233

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Kla...

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