Jörg Baetge/Peter Wollmert/... / d. Beziehungen zu Anspruchsgruppen
 

Tz. 151

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Ein integrierter Bericht soll Einblicke vermitteln in Art und Qualität der Beziehungen zu den wichtigsten Anspruchsgruppen. Dabei ist darauf einzugehen, wie und wieweit das Unternehmen deren berechtigte Bedürfnisse und Interessen berücksichtigt (vgl. IR Rahmenkonzept, Tz. 3.10).

 

Tz. 152

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Anspruchsgruppen haben Erwartungen an Unternehmen und treffen – abhängig von dem Grad, in dem diese Erwartungen durch das Unternehmen befriedigt werden – Entscheidungen, die sich auf das Unternehmen und (zumindest mittelbar) dessen wirtschaftliche Lage auswirken (können).

 

Tz. 153

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Wichtige Anspruchsgruppen des Unternehmens sind Kunden, Mitarbeiter und Regulatoren. Deren Entscheidungen, Produkte bzw. Dienstleistungen des Unternehmens (nicht) nachzufragen, sich bei dem Unternehmen um einen Arbeitsplatz (nicht) zu bewerben oder die Geschäftstätigkeit des Unternehmens (nicht) (stärker) zu regulieren, wirken sich mehr oder weniger unmittelbar auf die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens aus.

 

Tz. 154

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Mittelbare Auswirkungen ergeben sich, wenn durch die (Nicht-)Berücksichtigung der berechtigten Bedürfnisse und Interessen der wichtigsten Anspruchsgruppen die Reputation des Unternehmens beschädigt oder verbessert wird und sich dies auf die Entscheidungen der Kunden, Mitarbeiter, Regulatoren etc. auswirkt.

 

Tz. 155

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Der integrierte Bericht soll Einblicke vermitteln in die Beziehungen des Unternehmens zu seinen wichtigsten Anspruchsgruppen. Das bedeutet jedoch nicht, dass der integrierte Bericht deren Informationsbedürfnisse erfüllen muss (vgl. IR Rahmenkonzept, Tz. 3.11). Zwar wird ein integrierter Bericht regelmäßig alle für die wichtigsten Anspruchsgruppen relevanten Aspekte der Geschäftstätigkeit des Unternehmens enthalten sowie, wie das Unternehmen beabsichtigt, deren berechtigten Bedürfnissen zu entsprechen, allerdings sollte der integrierte Bericht umfangreiche Detailinformationen zu einzelnen Sachverhalten nur enthalten, soweit diese für die Wertschöpfung durch das Unternehmen und dessen wirtschaftliche Lage wesentlich sind.

 

Tz. 156

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Die Berichterstattung über die Beziehungen zu Anspruchsgruppen hängt eng mit dem Grundsatz der Informationsverknüpfung zusammen und konkretisiert diesen.

 

Tz. 157

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Ebenso wie die Informationsverknüpfung wird die Berichterstattung über Beziehungen zu Anspruchsgruppen in den handelsrechtlichen Anforderungen an die (Konzern-)Lageberichterstattung nicht explizit gefordert, gleichwohl DRS 15 entsprechende Empfehlungen enthielt. Eine (Konzern-)Lageberichterstattung über die Beziehungen zu den wichtigsten Anspruchsgruppen bietet sich an in der Analyse von Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage (§ 289 Abs. 1 Sätze 1–3, Abs. 3, § 315 Abs. 1 Sätze 1–4 HGB) und in der Berichterstattung über die voraussichtliche künftige Entwicklung des Unternehmens mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken (§ 289 Abs. 1 Satz 4 HGB, § 315 Abs. 1 Satz 5 HGB). Auch die explizite Berichtspflicht über die Stakeholderbeziehungen des Unternehmens ist eine Stärke des IR Rahmenkonzepts.

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