Jörg Baetge/Peter Wollmert/... / c. Informationsverknüpfung
 

Tz. 142

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

In einem integrierten Bericht sind nicht nur die einzelnen Werttreiber bzw. Erfolgsfaktoren zu berichten, sondern auch deren Zusammenspiel und wie sie sich im Unternehmen (finanziell) niederschlagen (vgl. IR Rahmenkonzept, Tz. 3.6).

 

Tz. 143

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Je ausgeprägter ein Unternehmen integriert geführt wird, desto einfacher wird es diesem fallen, in seinem integrierten Bericht dem Grundsatz der Informationsverknüpfung (connectivity of information) zu entsprechen (vgl. IR Rahmenkonzept, Tz. 3.7).

 

Tz. 144

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Erst durch die Informationsverknüpfung wird ein ansonsten kombinierter oder additiver Bericht zu einem integrierten Bericht. Der Grundsatz der Informationsverknüpfung ist somit zentral für die integrierte Berichterstattung.

 

Tz. 145

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Der Grundsatz der Informationsverknüpfung wird für die handelsrechtliche (Konzern-)Lageberichterstattung nicht explizit vorgegeben, begründet aber dennoch keinen Unterschied zwischen der handelsrechtlichen (Konzern-)Lageberichterstattung und der integrierten Berichterstattung gemäß IR Rahmenkonzept (a. A. Kajüter et al., 2013, S. 1687).

 

Tz. 146

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Eine solche verknüpfte – und letztlich integrierte – Berichterstattung ist in § 289 Abs. 1 Sätze 1–3, Abs. 3 HGB bzw. § 315 Abs. 1 Sätze 1–4 HGB angelegt: Danach sind im Rahmen der vergangenheitsorientierten (Konzern-)Lageberichterstattung über die in der abgelaufenen Berichtsperiode erbrachte Leistung Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage darzustellen und zu analysieren. In die Analyse sind wesentliche nichtfinanzielle Informationen, zB über Umwelt- und Arbeitnehmerbelange, einzubeziehen. Indem wesentliche nichtfinanzielle Informationen mit der Darstellung und Analyse von Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage verknüpft werden, wird deren Zustandekommen erläutert (vgl. Schmidt, 2011, S. 45–86; Schmidt, IRZ 2012, S. 137 f.; Naumann, BB 2013, S. I; IDW-Stellungnahme, 2013, S. 1–3).

 

Tz. 147

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Gemäß § 289 Abs. 1 Satz 4 HGB bzw. § 315 Abs. 1 Satz 5 HGB ist im (Konzern-)Lagebericht auf die voraussichtliche künftige Entwicklung des Unternehmens mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken einzugehen; die zugrunde liegenden Annahmen sind anzugeben. Nichtfinanzielle Erfolgsfaktoren, wie die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit, die berechtigten Erwartungen der Anspruchsgruppen an das Unternehmen, die Fähigkeit des Unternehmens, diese zu erfüllen und darauf aufbauend Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit werden regelmäßig den Kontext bilden für die zukunftsgerichtete Berichterstattung – diese Faktoren sind die der zukunftsgerichteten Berichterstattung zugrunde liegenden Annahmen (vgl. Schmidt, 2011, S. 45–86; Schmidt, IRZ 2012, S. 137 f.; Naumann, BB 2013, S. I; IDW-Stellungnahme, 2013, S. 1–3).

 

Tz. 148

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Informationsverknüpfung ist auch an anderen Stellen im (Konzern-)Lagebericht erforderlich, beispielsweise bei der Berichterstattung über die Grundlagen des Konzerns gemäß DRS 20.36–52 und der zukunftsgerichteten Berichterstattung gemäß DRS 20.118–167 und bei der Berichterstattung über das Anreizsystem des Unternehmens, dessen Ziele und bisherige Leistung.

 

Tz. 149

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Die explizite Betonung der Informationsverknüpfung ist eine Stärke des IR Rahmenkonzepts. Zumindest implizit ist diese allerdings auch für die handelsrechtliche (Konzern-)Lageberichterstattung vorgeschrieben. Unternehmen können ihre Berichte – Finanzberichte, aber auch Nachhaltigkeitsberichte und andere Kommunikationsformate – hinsichtlich Berichtsqualität, dh. Nutzbarkeit, Informationseffizienz, regelmäßig erheblich verbessern, wenn sie diese vor dem Hintergrund der Informationsverknüpfung hinterfragen – unabhängig davon, ob sie das IR Rahmenkonzept anwenden oder nicht.

 

Tz. 150

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Ein gelungenes Beispiel für Informationsverknüpfung enthält der SAP Bericht 2013: SAP gibt an, dass die finanziellen Auswirkungen einer Veränderung der Mitarbeiterfluktuation um einen Prozentpunkt auf das Betriebsergebnis rund 60 Mio. Euro betragen. Die Verknüpfung dieser beiden Informationen liefert den Berichtsadressaten einen erheblichen Mehrwert (vgl. SAP, 2013, S. 75).

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