Jörg Baetge/Peter Wollmert/... / 5. Berichtselemente

a. Überblick und allgemeine Anwendungshilfen

 

Tz. 189

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Das IR Rahmenkonzept enthält keine konkreten Vorgaben für den Aufbau oder die Gliederung eines integrierten Berichts – Unternehmen sollten diesen so strukturieren, dass die Berichtseffizienz maximiert wird. Dem grundsätzebasierten Ansatz des Rahmenkonzepts entsprechend werden im Rahmenkonzept ferner keine Detailinformationen abgefragt. Die Berichtsinhalte sollen vielmehr anhand von allgemein gestellten Fragen bestimmt werden, die im integrierten Bericht beantwortet werden sollen (vgl. IR Rahmenkonzept, Tz. 4.3).

 

Tz. 190

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Im IR Rahmenkonzept werden die folgenden Berichtselemente (content elements) vorgesehen (vgl. IR Rahmenkonzept, Tz. 4.1):

Unternehmenstätigkeit und Unternehmensumfeld,
Unternehmensführung,
Risiken und Chancen,
Strategie und Ressourcenallokation,
Leistung,
Ausblick,
Angaben zur Erstellung und
Grundsätzliche Anwendungsleitlinien.
 

Tz. 191

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Die zugehörigen Fragen sind allgemein – fast schon einfach – gestellt. Dies kann für die gesetzlichen Vertreter hilfreich sein, zB als Anlass, historisch gewachsene Strukturen zu hinterfragen. Gleichzeitig bietet dieser Ansatz erhebliche Spielräume für Inhalt und Art der Berichterstattung – die Fragen sind daher vor dem Hintergrund der im IR Rahmenkonzept festgelegten Grundsätze zu beantworten.

 

Tz. 192

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Das IR Rahmenkonzept enthält allgemeine Anwendungshilfen für die integrierte Berichterstattung. Diese beziehen sich auf Aussagen zu wesentlichen Sachverhalten (Tz. 4.50–4.53), Aussagen zu den Kapitalien (Tz. 4.54–4.56), die Bestimmung der Zeiträume ›kurz-, mittel- und langfristig‹ (Tz. 4.57–4.59) sowie auf die Zusammenfassung und Aufgliederung von Daten (Tz. 4.60–4.62).

 

Tz. 193

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Aussagen zu wesentlichen Sachverhalten sollten zB umfassen (vgl. IR Rahmenkonzept, Tz. 4.50):

Eine Beschreibung und Erläuterung des Sachverhalts und seiner Auswirkungen auf die Unternehmensstrategie, das Geschäftsmodell oder die Kapitalien,
Bedeutsame Abhängigkeiten von anderen Sachverhalten, welche verstärkend oder abmildernd wirken,
die Einschätzung des Sachverhalts durch das Unternehmen bzw. seine gesetzlichen Vertreter,
ergriffene Steuerungsmaßnahmen und deren Effektivität,
wieweit das Unternehmen den Sachverhalt, zB dessen Eintritt oder Auswirkungen, kontrollieren kann,
vergleichbare quantitative und qualitative Angaben,
bei etwaigen Unsicherheiten (vor allem bei zukunftsgerichteten Aussagen) eine Beschreibung der Unsicherheiten und die Bandbreite möglicher Werte und deren Eintrittswahrscheinlichkeiten.
 

Tz. 194

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Allgemeinplätze sind zu vermeiden. Die Angaben im integrierten Bericht sollen unternehmensspezifisch und authentisch sein (vgl. IR Rahmenkonzept, Tz. 4.52).

 

Tz. 195

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Durch quantitative Angaben wird die zwischenbetriebliche und zeitliche Vergleichbarkeit der Berichterstattung tendenziell erhöht. Bei der quantitativen Berichterstattung anhand von Indikatoren sollte folgendes beachtet werden (vgl. IR Rahmenkonzept, Tz. 4.53):

der Indikator muss für die unternehmensindividuelle Berichterstattung relevant sein, dh., aussagekräftig, es sollten nur Indikatoren zu wesentlichen Aspekten der Geschäftstätigkeit angegeben werden;
die berichteten Indikatoren sollen nicht von der intern für die Unternehmenssteuerung eingesetzten Indikatoren abweichen;
die Indikatoren sollten mit der sonstigen Berichterstattung verknüpft werden, indem zB dargestellt wird, wie sich die nichtfinanzielle Leistung auf die wirtschaftliche Lage ausgewirkt hat;
quantitative Angaben sollten in qualitative Angaben eingebettet werden, um die Interpretation der quantitativen Angaben zu ermöglichen. Hierbei sind Bewertungsmethoden, Definitionen und ggf. zugrunde liegende Annahmen anzugeben. Bedeutsame Abweichungen von den Vorjahreswerten oder von Prognosen, Projektionen oder Zielen sind zu begründen;
für jeden Indikator sollten Prognosen, Projektionen oder Ziele für mindestens die folgenden beiden Berichtsperioden berichtet werden;
die Berichterstattung sollte anhand von Indikatoren in Mehrjahresübersichten erfolgen, sodass Trends erkennbar sind;
Soll-/Ist-Vergleich der erreichten Indikatorenwerte mit Prognosen, Projektionen oder Zielen aus früheren Berichten;
Verwendung von (zB in einer Branche) anerkannten oder üblichen Indikatorendefinitionen, um eine zwischenbetriebliche Vergleichbarkeit sicherzustellen;
im Zeitablauf stetige Verwendung von Definitionen, um zeitliche Vergleichbarkeit sicherzustellen.
 

Tz. 196

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Angaben zu den Kapitalien bzw. zu einzelnen Inputfaktoren/Ressourcen sind erforderlich, wenn diese Aussagen von wesentlicher Bedeutung für das Verständnis der (derzeitigen und künftigen) Wertschöpfung durch das Unternehmen und dessen Geschäftsmodell sind. Ist dies der Fall, ist über Verfügbarkeit und Qualität der Inputfaktoren/Ressourcen zu berichten (vgl. I...

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