Jörg Baetge/Peter Wollmert/... / 4. Grundsätze für IR

a. Überblick

 

Tz. 131

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Teil II des IR Rahmenkonzepts umfasst die Grundsätze ordnungsmäßiger integrierter Berichterstattung (Guiding Principles) und die Berichtselemente von integrierten Berichten (Content Elements).

 

Tz. 132

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

In Tz. 3.1 des IR Rahmenkonzepts werden die folgenden Grundsätze benannt:

Strategischer Fokus und Zukunftsorientierung,
Informationsverknüpfung,
Beziehungen zu Anspruchsgruppen,
Wesentlichkeit,
Prägnanz,
Verlässlichkeit und Vollständigkeit sowie
Stetigkeit und Vergleichbarkeit.

b. Strategischer Fokus und Zukunftsorientierung

 

Tz. 133

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Gemäß dem Grundsatz ›Strategischer Fokus und Zukunftsorientierung‹ (strategic focus and future orientation) ist im integrierten Bericht über die Strategie des Unternehmens zu berichten und wie diese sich kurz-, mittel- und langfristig auf die Wertschöpfung durch das Unternehmen auswirkt sowie, welche Rolle die Kapitalien hierfür spielen, sowohl als Inputs für den Wertschöpfungsprozess als auch als Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Kapitalien (vgl. IR Rahmenkonzept, Tz. 3.3).

 

Tz. 134

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Dieser Grundsatz ist nicht nur auf die zukunftsgerichteten Berichtselemente anzuwenden, sondern auch auf die vergangenheitsorientierten Berichtselemente. So ist anhand der Strategieberichterstattung nicht nur darzustellen, wie und wohin sich das Unternehmen künftig zu entwickeln beabsichtigt, sondern – im Rahmen der Berichterstattung über die Leistung des Unternehmens in der abgelaufenen Berichtsperiode – auch, ob und wieweit strategische (Teil-)Ziele bereits erreicht werden konnten. Die in der abgelaufenen Berichtsperiode erbrachte Leistung des Unternehmens ist so an den strategischen Zielen zu messen (vgl. IR Rahmenkonzept, Tz. 3.4). Eine solche Berichterstattung lässt Rückschlüsse auf die künftige Entwicklung des Unternehmens zu.

 

Tz. 135

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Eine Strategieberichterstattung ist im Lagebericht explizit nicht vorgesehen. Zwar sah der Regierungsentwurf des Bilanzrechtsreformgesetzes (BilReG) vor, eine Verpflichtung zur Strategieberichterstattung in §§ 289, 315 HGB aufzunehmen, diese wurde aber vom Rechtsausschuss gestrichen, da ohnehin nur die Angabe von Allgemeinplätzen zu erwarten sei (vgl. BT-Drucks. 15/4054, S. 37 f.).

 

Tz. 136

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DRS 20.39–44 sowie .56 enthält dementsprechend Anforderungen an eine freiwillige Konzernlageberichterstattung über Ziele und Strategien des Konzerns. Hierbei handelt es sich um Wahlpflichtangaben: Der Konzernlagebericht kann – muss aber nicht – eine Strategieberichterstattung enthalten (Wahlrecht). Sofern ein Unternehmen in seinem Konzernlagebericht über Ziele und Strategien berichtet, sind die in DRS 20 hierfür enthaltenen Vorgaben einzuhalten (Pflicht).

 

Tz. 137

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Danach soll die Strategieberichterstattung einem sachverständigen Berichtsleser ermöglichen, den Geschäftsverlauf, die wirtschaftliche Lage, die voraussichtliche künftige Entwicklung sowie die wesentlichen Chancen und Risiken vor dem Hintergrund der verfolgten Ziele und Strategien einzuordnen (vgl. DRS 20.40.).

 

Tz. 138

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Als Beispiele für zu berichtende Ziele werden in DRS 20.41 Marktführerschaft, Marktanteile, Kundenzufriedenheit und Unternehmenswert genannt. Ausmaß und Zeitbezug der Ziele sind anzugeben, sodass die Zielerreichung beurteilt werden kann (vgl. DRS 20.43.).

 

Tz. 139

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Als Beispiele für Strategien werden in DRS 20.42 Diversifikation, Fokussierung, Internationalisierung, organisches oder akquisitionsbasiertes Wachstum genannt.

 

Tz. 140

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Wesentliche Veränderungen von Zielen und Strategien gegenüber dem Vorjahr sind anzugeben und zu erläutern (vgl. DRS 20.44.). Im Wirtschaftsbericht ist darauf einzugehen, wieweit strategische Ziele erreicht werden konnten (vgl. DRS 20.56.).

 

Tz. 141

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Anders als im handelsrechtlichen (Konzern-)Lagebericht ist die Strategieberichterstattung Pflichtbestandteil eines integrierten Berichts gemäß IR Rahmenkonzept. Deutsche Unternehmen, die ihren Konzernlagebericht (auch) unter Zugrundelegung des IR Rahmenkonzepts erstellen, werden diesen daher um eine Strategieberichterstattung erweitern müssen.

c. Informationsverknüpfung

 

Tz. 142

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In einem integrierten Bericht sind nicht nur die einzelnen Werttreiber bzw. Erfolgsfaktoren zu berichten, sondern auch deren Zusammenspiel und wie sie sich im Unternehmen (finanziell) niederschlagen (vgl. IR Rahmenkonzept, Tz. 3.6).

 

Tz. 143

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Je ausgeprägter ein Unternehmen integriert geführt wird, desto einfacher wird es diesem fallen, in seinem integrierten Bericht dem Grundsatz der Informationsverknüpfung (connectivity of information) zu entsprechen (vgl. IR Rahmenkonzept, Tz. 3.7).

 

Tz. 144

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Erst durch die Informationsverknüpfung wird ein ansonsten kombinierter oder additiver Bericht zu einem integrierten Bericht. Der Grundsatz der Informationsverknüpfung ist somit ...

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