Jörg Baetge/Peter Wollmert/... / 3. Folgebewertung immaterieller Vermögensgegenstände bzw. -werte und erworbener Geschäfts- oder Firmenwerte
 

Tz. 54

Stand: EL 31 - ET: 3/2017

In einem Abschluss nach HGB sind immaterielle Vermögenswerte über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer planmäßig abzuschreiben (§ 253 Abs. 3 Satz 1 und 2 HGB). Auch formal zeitlich unbefristete oder unbestimmte Rechte werden aufgrund der im HGB geltenden Interpretation des Vorsichtsprinzips planmäßig abgeschrieben (vgl. ADS, 6. Aufl., § 253 HGB, Tz. 356; Kuhner 2005, in: HdJ, Rn. 332–335). Diesem Vorgehen nach HGB entsprechend sind nach IFRS für KMU immaterielle Vermögenswerte stets als zeitlich begrenzt nutzbar anzusehen und damit planmäßig abzuschreiben (Sec. 18.19). Im Zweifelsfall, dh., wenn die wirtschaftliche Nutzungsdauer des immateriellen Vermögenswertes nicht zuverlässig bestimmt werden kann, ist eine pauschale Nutzungsdauer anzunehmen, die auf der bestmöglichen Schätzung des Managements basiert, aber zehn Jahre nicht überschreiten darf. Dieses Vorgehen einschließlich der Grenze von zehn Jahren ist auch nach HGB vertretbar (vgl. Marx, BB 1994, S. 2387; Velte 2008, S. 235, Velte, StuB 2015, S: 1)) und führt somit zu keinem Unterschied zwischen den Abschlüssen. Bezüglich der planmäßigen Abschreibung aller immateriellen Vermögensgegenstände bzw. -werte unterscheiden sich demnach HGB und IFRS für KMU von den full IFRS, da in den full IFRS für voraussichtlich dauerhaft genutzte immaterielle Vermögenswerte nur ein jährlicher impairment-test vorgehsehen ist (vgl. IFRS-Komm., Teil A, Kap. V, Tz. 126).

 

Tz. 54a

Stand: EL 31 - ET: 3/2017

Im Falle eines erworbenen Geschäfts- oder Firmenwertes ist in § 253 Abs. 2 Satz 3 und 4 HGB (BilRuG) geregelt, dass dessen wirtschaftliche Nutzungsdauer pauschal mit zehn Jahren anzunehmen ist, falls keine andere verlässliche Schätzung möglich ist. Nach IFRS für KMU ist bei einem erworbenen Goodwill, bei dem die Nutzungsdauer nicht eindeutig bestimmbar ist, analog zu immateriellen Vermögenswerten eine Nutzungsdauer vom Management zu schätzen, die allerdings zehn Jahre nicht überschreiten darf (Sec. 18.20). Da bei einer nicht verlässlich schätzbaren Nutzungsdauer auch die Verwendung der höchstmöglichen Schätzung von zehn Jahren unter IFRS für KMU nicht widerlegbar sein kann, wird durch die pauschale Regelung des HGB auch die Vorschrift des IFRS für KMU erfüllt (vgl. Velte, StuB 2015, S. 1).

 

Tz. 55

Stand: EL 31 - ET: 3/2017

Immaterielle Vermögensgegenstände bzw. -werte sind sowohl nach HGB als auch nach IFRS für KMU auf eine Wertminderung zu untersuchen, wenn dazu Anhaltspunkte vorliegen. Die Bemessung der Höhe einer ggf. durchzuführenden außerplanmäßigen Abschreibung erfolgt für immaterielle Vermögensgegenstände bzw. -werte analog zum Vorgehen beim Sachanlagevermögen (vgl. Tz. 39–42).

 

Tz. 56–59

Stand: EL 31 - ET: 3/2017

(einstweilen frei)

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