Jörg Baetge/Peter Wollmert/... / 2. Erhöhte Informationsbedürfnisse und abnehmende Nutzung der Geschäftsberichte
 

Tz. 279

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Trotz Erweiterung der dargestellten Themen in der Unternehmensberichterstattung entstand bei der EnBW in den letzten Jahren verstärkt der Eindruck – dies wird besonders durch die gestiegene Anzahl an Fragen aus dem Kreis der Anteilseigner, Medien, Politik, Zivilgesellschaft an die EnBW belegt, dass die Informationsbedürfnisse der unterschiedlichen Stakeholder auch mit einer ausführlicheren Präsenz im Internet nicht immer vollumfänglich erfüllt werden konnten.

 

Tz. 280

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Die Gründe hierfür sind vielschichtig. Zunächst kann festgestellt werden, dass die jährliche Geschäftsberichterstattung auch bei der EnBW bis dato durch immer länger und komplexer werdende Dokumente gekennzeichnet war. Der Mehrwert dieser Berichtspraxis zu immer umfangreicheren Berichten ist für die interessierten Stakeholder aus EnBW-Sicht eher als fraglich und insgesamt nicht nur positiv zu bewerten.

 

Tz. 281

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Eine compliance-orientierte Berichterstattung hat bei den meisten Unternehmen – aufgrund umfangreicher und in Teilen sehr komplexen Rechnungslegungsvorschriften – zu mehr Zurückhaltung bei der Darstellung sensitiver Sachverhalte geführt. Auch vermittelten Berichte der EnBW in der Vergangenheit den Eindruck, dass die einzelnen Kapitel in voneinander entkoppelten bzw. parallel agierenden Geschäftsbereichen, in sog. ›Informationssilos‹, entstanden sind.

In den Stakeholderbefragungen (vgl. Tz. 353–368) wurde zudem deutlich, dass viele Leser und Beobachter die häufig nicht nutzerfreundliche Art der Seitengestaltung kritisieren. Diese ist häufig sehr faktengeprägt und kaum mit aussagekräftigen Grafiken unterlegt.

 

Tz. 282

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Die EnBW hat dabei die Erfahrung gemacht, dass auch eine gute Positionierung und Bewertung etwa bei der sog. Baetge-Studie ›Der beste Geschäftsbericht‹ kein Garant für ein hohes Maß an Leser- und Nutzerfreundlichkeit war (vgl. Checkliste der einzelnen Items für den Wettbewerb ›Der beste Geschäftsbericht 2013‹ in Baetge, 2013). Die EnBW lässt seit Jahren freiwillig ihren Geschäftsbericht separat nach gleichen Kriterien bewerten, obwohl sie nicht zur Grundgesamtheit der Untersuchung zählt.

 

Tz. 283

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Insgesamt lässt sich aus EnBW-Sicht zusammenfassen, dass sich Unternehmen in den letzten Jahren generell fundamentaler Kritik, bezogen auf die inhaltliche und formelle Gestaltung ihrer Geschäftsberichte, ausgesetzt sehen. Als direkte Konsequenz hat die EnBW wahrgenommen, dass ihre Geschäftsberichte seltener genutzt werden.

 

Tz. 284

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

In Gesprächen mit Investoren wie auch Analysten einerseits, aber auch mit an den Nachhaltigkeits-Themen interessierten Stakeholdergruppen, wie zB zivilgesellschaftlichen Akteuren und Mitarbeitern, wurde zum Ausdruck gebracht, dass der Geschäftsbericht über die Jahren zunehmend weniger als primäre Informationsquelle genutzt wird.

 

Tz. 285

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Ausgehend von dieser Analyse hat sich die EnBW zum Ziel gesetzt, die Qualität und Aussagefähigkeit der Unternehmensberichterstattung mit der Einführung einer integrierten Berichterstattung zu erhöhen. Mit weniger Seiten sollen den Stakeholdergruppen mehr entscheidungsrelevante Information zur Verfügung gestellt werden.

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