Jörg Baetge/Peter Wollmert/... / 1. Wandel gesellschaftlicher Erwartungen
 

Tz. 273

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Die Anforderungen an die externe Unternehmensberichterstattung unterliegen in den letzten Jahren verstärkt durch Wirtschafts- und Finanzkrisen einem permanenten Wandel. Das gestiegene Bedürfnis nach mehr Informationen und somit größerer Transparenz haben zu einer stetigen Ausweitung der regulatorischen Anforderungen geführt, die sich auch bei der EnBW in einer immer umfangreicheren und komplexeren Unternehmensberichterstattung niedergeschlagen hat.

 

Tz. 274

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Gleichzeitig hat die Bedeutung von Stakeholdern – jenseits der Shareholder – und deren Erwartungen an Unternehmen stark an Bedeutung gewonnen. Genannt seien hier vor allem die seit den 1990er Jahren stark zunehmende Anzahl an zivilgesellschaftlichen Akteuren, die die Geschäftsaktivitäten von Unternehmen kritisch verfolgen und bei (vermeintlichem) Fehlverhalten in der Öffentlichkeit anprangern. So haben Nichtregierungsorganisationen vermehrt Aussagen von Unternehmen zu ökologischen und sozialen Aspekten gefordert. Megatrends wie der Klimawandel oder der demographische Wandel und Diversität finden verstärkt Eingang in die öffentliche Diskussion und Unternehmen sind aufgefordert Stellung zu beziehen, ihre Positionen zu erläutern und die ergriffenen Maßnahmen und Ergebnisse darzustellen.

 

Tz. 275

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Der gesellschaftliche Wertewandel führt dazu, dass von Unternehmen – insbesondere in der Energiebranche – nicht nur wirtschaftliche Erfolge erwartet werden, sondern auch Erfolge im Sinne der immer wichtiger werdenden ›licence to operate‹. Der Begriff der ›licence to operate‹, der sog. erweiterten Betriebslizenz, bezeichnet die gesellschaftliche Akzeptanz von Unternehmen (vgl. Suchanek/Lin-Hi, 2010). Diese beruht auf unternehmerischen Beiträgen zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen in den Bereichen Umwelt, Mitarbeiter und Gesellschaft.

 

Tz. 276

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Die EnBW ist daher verstärkt aufgefordert, die damit verbundenen Risiken und Chancen zu managen und Chancen für die eigene Geschäftstätigkeit abzuleiten. Die EnBW hat auf die gesteigerten Erwartungen mit der Einrichtung einer Nachhaltigkeitsabteilung, der Verabschiedung einer Nachhaltigkeitsstrategie (als Funktionalstrategie, die zur Zielerreichung auf Konzernebene beiträgt), der Implementierung von Umweltmanagementsystemen, der Einführung einer nachhaltigen Beschaffungspolicy für Steinkohle und andere Rohstoffe, dem Ausbau des Stakeholdermanagements und nicht zuletzt der Einführung und Veröffentlichung immer umfangreicherer Nachhaltigkeitsberichte und -broschüren reagiert.

 

Tz. 277

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Somit sind Anzahl und Umfang der (zum Teil freiwilligen, zum Teil verbindlichen) veröffentlichten Berichte bei der EnBW immer weiter angewachsen. Die immer vielfältigeren Formen der EnBW-Unternehmenskommunikation (inkl. Innovationsberichten, Kundenzeitschriften, Investoren Fact Books etc.) zeigen gleichzeitig an, dass Unternehmen wie die EnBW ihrerseits bereit sind, immer mehr Informationen über ihr Unternehmen offenzulegen.

 

Tz. 278

Stand: EL 24 – ET: 09/2014

Die Neuausrichtung der Unternehmensberichterstattung auf Basis eines neuen Berichtskonzepts bietet die Möglichkeit für Unternehmen sich darauf zu fokussieren, welche Beiträge die Berichterstattung zu einer guten Unternehmensführung leistet.

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