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Änderungen 2018: Grundfreibetrag, Kinderfreibetrag und Kindergeld; Steuerklasse und Abgabefristen Bild: Haufe Online Redaktion

Dass die Freibeträge 2018 ansteigen werden, war schon seit längerem beschlossene Sache. Außerdem hat die Finanzverwaltung die Steuertarife erneut der Inflationsrate angepasst.

Erhöhung des Grundfreibetrags

Der Grundfreibetrag bei der Einkommensteuer hat sich 2018 für Alleinstehende auf 9.000 Euro erhöht, für Ehepaare beträgt er 18.000 Euro. Außerdem werden die Steuersätze der Inflation angepasst: Die Steuertarife werden verschoben und eine Inflationsrate von 1,65 Prozent eingerechnet. Dadurch greift der Spitzensteuersatz von 42 Prozent erst ab einer Einkommensspanne von 54.950 Euro (2017: 54.058 Euro). Für Ehepaare, die sich zusammen veranlagen lassen, gelten doppelte Beträge.

Mit dem Grundfreibetrag steigt auch der Unterhaltshöchstbetrag auf 9.000 Euro. Wer bedürftige Angehörige oder andere begünstigte Personen unterstützt, kann Zahlungen bis zu diesem Betrag absetzen. Eigenes Einkommen des Unterstützten verringert allerdings den Abzugsbetrag, wenn es im Jahr 624 Euro übersteigt.

Erhöhung des Kinderfreibetrags und des Kindergelds

Das Kindergeld steigt für jedes Kind um 2 Euro monatlich. Für das erste und zweite Kind beträgt es jetzt 194 Euro, für das dritte Kind liegt es bei 200 Euro und bei jedem weiteren bei 225 Euro.

Der Kinderfreibetrag erhöht sich um 36 Euro für jedes Elternteil, also insgesamt um 72 Euro. Ein verheiratetes Elternpaar kommt dadurch im Jahr 2018 auf einen Kinderfreibetrag von 7.428 Euro (inklusive des Freibetrags für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf des Kindes). Der Antrag auf Kindergeld kann nur noch für sechs Monate rückwirkend gestellt werden; bisher war dies innerhalb der vierjährigen Festsetzungsverjährung möglich.

Änderung in der Steuerklasseneinstufung bei Heirat

Bei Eheschließung stuft die Finanzverwaltung beide Ehepartner künftig auch dann in die Steuerklasse IV ein, wenn nur einer ein Gehalt bezieht. Der Wechsel von der Steuerklasse III oder V in die Steuerklasse IV ist seit dem 1. Januar 2018 auf Antrag nur eines Ehepartners möglich. Das hat zur Folge, dass dann beide Ehegatten in die Steuerklasse IV eingestuft werden. Hierdurch will die Finanzverwaltung sicherstellen, dass die Steuerklassenkombination III/V nur dann angewandt wird, wenn und solange beide Ehepartner das wollen.

Neue Abgabefristen für die Steuererklärung

Für die Steuererklärung des vergangenen Jahres haben Steuerpflichtige in diesem Jahr noch bis Ende Mai Zeit – wer sich von einem Steuerberater helfen lässt, bis zum Jahresende. Diese Abgabefristen verlängern sich ab 2018 um zwei Monate: Ab der Steuererklärung für das Jahr 2018 haben Steuerzahler künftig bis zum 31. Juli des Folgejahres Zeit. Mit Steuerberater gewährt das Finanzamt eine Frist bis zum letzten Tag des Februars des übernächsten Jahres. Die Finanzverwaltung kann aber Steuererklärungen vor der gesetzlichen Abgabefrist anfordern, unter anderem wenn

•      Vorauszahlungen für den Besteuerungszeitraum außerhalb einer Veranlagung herabgesetzt wurden,

•      eine Außenprüfung vorgesehen ist,

•      ein Betrieb eröffnet oder eingestellt wurde,

•      die automationsgestützte Zufallsauswahl dies ergibt.

Mit der Steuererklärung 2017 muss erstmals kein einziger Beleg mehr beigefügt werden. Das bedeutet aber nicht, dass die Belege im Papierkorb entsorgt werden dürfen. Die Belege müssen nach wie vor für mögliche Fragen und Anforderungen durch das Finanzamt vorgehalten und innerhalb der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist aufbewahrt werden.

Schlagworte zum Thema:  Sachbezugswerte, Reisekosten, Steuerklasse, Steuererklärung, Kindergeld

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