29.11.2011 | Rechnungslegung

Worauf Unternehmen bei Weihnachtsgeschenken an Kunden achten müssen

Serie "Weihnachten und Steuern", Teil 3: Weihnachtsgeschenke sollen Kunden und Geschäftspartner binden und den Weg für ein weiteres Geschäft bereiten. Doch wer nicht auf die steuerlichen Regeln achtet, sorgt ganz schnell für Weihnachtsfrust anstatt für Weihnachtslust.

Weihnachten ohne Geschenke ist wie Oktoberfest ohne Bierzelt. Daran halten sich auch die meisten Unternehmen. Schließlich geht es darum, Kunden und Geschäftspartnern für eine gute Zusammenarbeit zu danken und so den Weg für weitere Geschäfte zu bereiten. Doch Vorsicht: Wer sich nicht über die steuerlichen Regeln im Klaren ist, sorgt zumindest beim Beschenkten für Frust. Wer schließlich möchte für sein Weihnachtsgeschenk auch noch Steurn zahlen? Das kann durchaus passieren, falls der Schenker nicht aufpasst.

Kleine Geschenke bis 35 Euro

Geschenke bis 35 Euro kann der Schenker als Betriebsausgaben geltend machen. Der Wert von 35 Euro gilt dabei pro Empfänger und pro Kalenderjahr. Gab es also schon ein Ostergeschenk oder Sonstiges, muss der Wert der Geschenke addiert werden. Zu den Kosten eines Geschenks zählt auch die Umsatzsteuer, sofern der Schenker nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt ist. Bei der 35-Euro-Grenze handelt es sich um eine Freigrenze. Das bedeutet, wird die Grenze auch nur um einen Cent überschritten, entfällt die Möglichkeit des Betriebsausgabenabzugs.

Behandlung beim Empfänger

Unternehmen, die betrieblich veranlasste Geschenke erhalten, müssen diese als Betriebseinnahmen versteuern. Nicht nur für Weihnachtsgeschenke eine denkbar ungünstige Konstellation. Gelöst werden kann dieses Problem mittels einer Pauschalsteuer, die der Schenkende übernimmt. Seit dem 1. Januar 2007 gibt es nach § 37b Abs. 1 EStG die Möglichkeit einer gesetzlich abgesicherten Pauschalierung. Der Pauschalsteuersatz beträgt 30 Prozent (zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) und kann durch den Zuwendenden übernommen werden.

Hinweis für Schenker: Das Wahlrecht zur Pauschalierung der Einkommensteuer muss in einem Wirtschaftsjahr einheitlich für alle Zuwendungen ausgeübt werden.

Der normale Schoko-Weihnachtsmann ist steuerlich privilegiert

Liegen die Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines Weihnachtsgeschenks unter 10 Euro, handelt es sich um sogenannte Streuwerbeartikel. Hier ist keine Lohnsteuerpauschalierung erforderlich. Den Betriebsausgabenabzug kann der Arbeitgeber aber in voller Höhe geltend machen

Große Geschenke

Alle Geschenke, deren Wert über 35 Euro liegt, sind beim schenkenden Unternehmen keine Betriebsausgaben. Das bezieht sich auf alle Geschenke an den Empfänger in dem betreffenden Jahr, also auch auf solche, die unter 35 Euro lagen. Die Pauschalbesteuerung greift auch hier. Allerdings nur bis zu einem Wert von 10.000 Euro je Empfänger pro Wirtschaftsjahr.

Aufzeichnungspflicht

Die Aufwendungen für Geschenke müssen nach § 4 Abs. 7 EStG einzeln und getrennt von sonstigen Betriebsausgaben erfasst werden. Wird dagegen verstoßen, ist der Betriebsausgabenabzug obsolet.

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