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Weihnachtsfeiern: So bleibt das Finanzamt außen vor

Serie "Weihnachten und Steuern", Teil 2: Kaum ein Unternehmen, das nicht mit einer betrieblichen Weihnachtsfeier das Jahr geruhsam ausklingen lässt. Wenn das Finanzamt mitspielen soll, müssen einige Details beachtet werden.

Mit der Abteilung oder dem ganzen Betrieb nobel essen gehen, der exklusive Besuch eines Konzerts mit anschließender Verköstigung oder ein Tag in den Bergen mit abschließendem Hüttenzauber. Weihnachtsfeiern sind en vogue. Unternehmen lassen sich einiges einfallen und kosten. Kein Problem, so lange die steuerlichen Regeln beachtet werden. Ansonsten drohen Lohnsteuer und Sozialabgaben das Budget zu sprengen.

Der entscheidende Betrag für die Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit sind 110 Euro pro Mitarbeiter. Die 110 Euro-Freigrenze ist ein Bruttobetrag (netto 92,44 Euro bei 19 % USt), der um keinen Cent überschritten werden darf. Ansonsten wird für den gesamten Betrag Lohnsteuer und Sozialversicherung fällig.

Zudem sind im Jahr nur maximal zwei Betriebsveranstaltungen steuerlich begünstigt.

Damit die Weihnachtsfeier als Betriebsausgabe anerkannt wird, muss sie allen Mitarbeitern offenstehen. Ob auch wirklich alle teilnehmen, spielt dagegen keine Rolle.

Was zählt alles zu den Kosten der Weihnachtsfeier?

In die 110 Euro müssen alle Ausgaben eingerechnet werden, die im Zusammenhang mit der Veranstaltung entstehen. Also Speisen, Getränke, Übernachtungskosten, die Transportkosten für An- und Abreise sowie Eintrittskarten.

Wie werden Angehörige behandelt?

Angehörige und Kinder können natürlich zur Weihnachtsfeier eingeladen werden. Das Budget pro Mitarbeiter, das steuerlich anerkannt wird, ändert sich dadurch aber nicht. Das bedeutet, dass die Kosten, die auf die Angehörigen entfallen, dem jeweiligen Mitarbeiter zugerechnet werden. So kann die 110-Euro-Grenze sehr schnell gesprengt werdern. Folge: Lohnsteuerpflicht für den gesamten Betrag.

Geschenke gefährden Steuerbonus

Sachgeschenke bis zu 40 Euro (inklusive Umsatzsteuer) müssen bei der Prüfung der 110-Euro-Grenze mit einbezogen werden. Für Geschenke, deren Wert über 40 Euro liegt, besteht stets Steuerpflicht. Sie fallen dann aber nicht unter die 110-Euro-Grenze. Anders sieht es bei Tombolagewinnen aus. Sind sie von geringem Wert (unter 40 Euro) und werden sie unter allen teilnehmenden Arbeitnehmern verlost, sind sie steuerfrei.

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