Verpflegungsmehraufwand 2019: Neue Pauschalen bei Auslandsreisen

Das BMF hat die neuen Pauschbeträge zu Verpflegungsmehraufwendungen und Übernachtungskosten bei Auslandsreisen 2019 veröffentlicht.  Einige der Änderungen betreffen auch wirtschaftlich bedeutende Länder, die häufig Ziel von Geschäftsreisen sind.

Unter dem Datum 28.11.2018 hat das BMF  (Az. IV C 5 - S 2353/08/10006 :009) die neuen Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen und Übernachtungskosten für beruflich und betrieblich veranlasste Auslandsdienstreisen veröffentlicht. Dieses BMF-Schreiben ersetzt ab 1.1.2019 das vorherige BMF-Schreiben vom 8.11.2017.

Praxis-Hinweis: Neues BMF-Schreiben zu Auslandsreisekostensätzen gilt ab 1.1.2019

Steuerpflichtige haben ab dem 1.1.2019 die geänderte Ländergruppeneinteilung bei den Pauschbeträgen für Verpflegungsmehraufwendungen und Übernachtungskosten in Auslandsfällen zu berücksichtigen. Zudem trifft das BMF-Schreiben wiederum etwa auch Aussagen dazu,


  • wie in den Fällen zu verfahren ist, in denen etwa mehrere Länder an einem Tag besucht werden oder
  • welche Kürzungen bei den Verpflegungspauschalen vorzunehmen sind, wenn Mahlzeiten durch den Arbeitgeber oder auf dessen Veranlassung durch einen Dritten gestellt werden (Besonderheiten bei Flug- und Schiffsreisen) oder
  • wie zu verfahren ist, wenn eine mehrtägige Reise in verschiedene Staaten führt und Zwischentage gegeben sind.

Damit es im Fall einer Lohnsteuer-Außenprüfung oder auch einer allgemeinen steuerlichen Außenprüfung nicht zu ärgerlichen Nachforderungen seitens des Finanzamts kommt, ist auf die genaue Anwendung der in dem Schreiben zum Ausdruck gebrachten Grundsätze zu achten. Beispiele in dem BMF-Schreiben erleichtern die Anwendung.

Verpflegungsmehraufwand, Übernachtungskosten und Fahrtkosten können als Reisekosten im In- und Ausland geltend gemacht werden

Reisekosten sind Kosten, wenn diese durch eine beruflich veranlasste Auswärtstätigkeit des Arbeitnehmers entstehen. Was im Einzelnen hierunter fällt, ist bereits seit 2014 im EStG geregelt (vgl. auch R 9.4. LStR). In Betracht kommen:

  • Fahrtkosten (§ 9 Abs. 1 Nr. 4a EStG, R 9.5. LStR),
  • Verpflegungsmehraufwendungen (§ 9 Abs. 4a EStG, R 9.6. LStR),
  • Übernachtungskosten (§ 9 Abs. 1 Nr. 5a EStG, R 9.7. LStR) sowie
  • Reisenebenkosten (R 9.8 LStR, H 9.8 LStH).

Ein umfangreiches BMF-Einführungsschreiben v. 24.10.2014 (IV C 5 – S 2353/14/10002, BStBl 2014 I S. 1412) zu den gesetzlichen Bestimmungen der Reisekostenreform enthält umfassende Hinweise zu den lohnsteuerlichen Reisekosten. Grundsätzlich gelten hierbei für Auslandsreisen grundsätzlich die gleichen Regelungen wie für Inlandsreisen. Es sind allerdings einige Besonderheiten zu beachten (vgl. BMF-Schreiben v. 24.10.2014, a.a.O, Tz. 50f. sowie R 9.6. LStR).

Besonderheiten bei Verpflegungsmehraufwand und Übernachtungskosten während Auslandsreisen

So sind für An- und Abreisetage 80 % des für das jeweilige Land maßgebenden Auslandstagegelds anzusetzen, ohne dass es hierfür einer zeitlichen Mindestabwesenheitsdauer an diesen Tagen bedarf. Die Auslandssätze für Verpflegung und Unterbringung finden zudem unabhängig davon Anwendung, ob die Auswärtstätigkeit des Arbeitnehmers im Ausland eine Dienstreise, eine Einsatzwechseltätigkeit oder eine Fahrtätigkeit darstellt.

Die für die einzelnen Länder geltenden Verpflegungspauschalen unterscheiden sich zudem wegen des anderen Preisniveaus von den für Inlandsreisen maßgeblichen Verpflegungssätzen. Auch sind für einige Länder weitere verschiedene Sätze für bestimmte besonders teure Städte genannt.

Wird während einer Auslandsreise ausschließlich ein ausländischer Staat aufgesucht, können die Reisekostensätze für das jeweilige Land unmittelbar aus dem BMF-Schreiben ermittelt werden. Bei einer mehrtägigen Auslandsreise richtet sich das jeweilige Auslandstagegeld nach dem Land, das der Arbeitnehmer vor 24.00 Uhr Ortszeit zuletzt erreicht. Soweit einzelne Länder in der Tabelle nicht genannt sind, ist das für Luxemburg geltende Tage- und Übernachtungsgeld anzusetzen. Sind Übersee und Außengebiete eines Landes nicht gesondert aufgeführt, gilt der für das Mutterland maßgebliche Satz. Die Werte stellen die steuerlichen zulässigen Auslandsreisekosten dar.

Neuerungen 2019 gegenüber dem bisherigen Schreiben

Das neue BMF-Schreiben hat zu verschiedenen Änderungen bei den Sätzen geführt. Diese sind in dem BMF-Schreiben durch einen Fettdruck gekennzeichnet und deshalb gut zu erkennen. Neben einer Vielzahl von Änderungen betreffend Länder von eher untergeordneter Bedeutung (z.B. Antigua oder Dominica) ergeben sich auch Änderungen bei wichtigen Ländern für Auslandsreisen.

Dies betrifft etwa

  • Indien,
  • Italien,
  • Österreich,
  • Philippinen,
  • Polen,
  • Spanien,
  • Thailand und
  • Vietnam.

Zu beachten ist bei der Anwendung der Pauschbeträge, dass es innerhalb eines Landes sehr unterschiedliche Sätze geben kann (z.B. USA, China, aber auch Frankreich und Italien oder UK, usw.). Dies zeigt, wie unterschiedlich das Preiseniveau innerhalb eines Landes sein kann.

Neu aufgenommen wurde schließlich ein Hinweis auf die Anwendung der Sätze von Trinidad und Tobago für eine Vielzahl von Inselstaaten in der Karibik und Suriname sowie der Sätze der Philippinen auf Mikronesien. Dies dürfte allerdings nur im Einzelfall Bedeutung erlangen.

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Schlagworte zum Thema:  Reisekosten, Verpflegungsmehraufwand