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Vergütung von Vorständen stärker auf Unternehmenserfolg abgestimmt

Vorstandsvergütung in DAX-Unternehmen
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Nach den Krisenjahren 2009 und 2010 sind die Bezüge der DAX-Vorstände in 2011 wieder gestiegen. Allerdings liegen sie unter dem europäischen Durchschnitt. Auch bei der Erfolgsmessung und der Umsetzung der Offenlegungspflichten hat sich einiges getan.

Im Jahr 2011 haben sich die Direktbezüge (d.h. ohne Altersvorsorge und Nebenleistungen) der DAX-Vorstände um 12 % erhöht. Damit haben die DAX-Vorstände durchschnittlich 4,8 Mio. EUR pro Jahr verdient. Diese Gehaltssteigerung ist vor allem auf den variablen Vergütungsanteil zurückzuführen. Im Gegensatz dazu sind die durchschnittlichen Zuwendungen für die Altersvorsorge um 540.000 EUR gesunken. Insgesamt gesehen verdienen die Vorstände von DAX-Unternehmen somit etwas weniger als ihre Amtskollegen in anderen europäischen Ländern, die mit durchschnittlich 5,8 Mio. EUR eine Million mehr erhalten.

Vorstandsgehälter korrelieren stark mit Unternehmensperformance

In den letzten Jahren haben viele Unternehmen die Vorstandsvergütung angepasst, um auf die Forderung nach langfristiger und angemessener Entlohnung zu reagieren. In diesem Rahmen wurden auch die Kennzahlen überarbeitet und unternehmensspezifisch ausgerichtet. Dies kann z.B. eine Ausrichtung auf shareholderorientierte oder unternehmerische Kennzahlen beinhalten. Auch qualitative Indikatoren sind verstärkt im Einsatz, z.B. in Bezug auf die Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit. Diese enge Verzahnung von Vorstandsvergütung und Unternehmensleistung hat dazu geführt, dass die Vorstandsgehälter viel stärker mit dem Wohl des Unternehmens zusammenhängen.

Langfristiger Erfolg wird wichtiger

Viele Unternehmen sind dazu übergegangen, langfristige Ziele stärker in das Vergütungssystem ihrer Vorstände zu integrieren. Mit rund 40 % stellen langfristige Ziele von zwei bis vier Jahren einen spürbaren Teil der Gesamtvergütung dar. Die Grenzen zwischen kurz- und langfristigen Zielen verschwimmen zudem immer mehr. Teilweise werden Jahresboni nicht mehr vollständig ausgeschüttet, sondern erst, wenn bestimmte Maßnahmen in den kommenden Jahren erfolgreich greifen. In bestimmten Fällen können bereits gezahlte Boni sogar zurückgefordert werden.

Offenlegung der Vorstandsvergütung schreitet voran

Die Vorschriften zur Offenlegung der Vorstandsgehälter werden von den Unternehmen sorgfältig eingehalten, teilweise auch über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus. Einige Unternehmen veröffentlichen nicht nur die Summen, sondern auch die zu erreichenden Zielwerte. Trotz der steigenden Transparenz lassen sich für die Zukunft noch einige Verbesserungsmöglichkeiten finden. Denn die Unternehmen stellen die Daten oftmals nach unterschiedlichen Kriterien zusammen, sodass sie nicht bzw. kaum vergleichbar sind. So werden einige Vergütungselemente sofort ausgewiesen, andere hingegen erst nach einigen Jahren.

Die transparente Gestaltung der Vorstandsgehälter ist für die Akzeptanz durch die Öffentlichkeit sehr wichtig, siehe dazu Abb. 1.

Grundlagen

Die Ergebnisse basieren auf der Pressemitteilung „DAX-Vorstandsbezüge mit Unternehmenserfolg um 12 % gestiegen“. Die Mitteilung stammt vom Beratungsunternehmens Tower Watson und wurde am 29. März 2012 veröffentlicht. 

Schlagworte zum Thema:  Vorstandsvergütung, Offenlegung

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