21.02.2013 | E-Bilanz Umsetzung

Status Quo zur E-Bilanz-Umstellung in deutschen Unternehmen

Bild: Haufe Online Redaktion

Die E-Bilanz soll die Übermittlung steuerrelevanter Daten an die Finanzämter vereinfachen. Doch viele Unternehmen sind noch nicht optimal vorbereitet, sondern müssen noch viele Prozesse anpassen. Außerdem rechnen die Verantwortlichen überwiegend mit Kostensteigerungen.

Steigende Kosten durch E-Bilanz-Einführung
Die Entbürokratisierung des Steuerverfahrens steht seit mehreren Jahren ganz oben auf der Agenda von Unternehmen und Finanzämtern. Die elektronische Bilanz, kurz E-Bilanz, hat die papierlose Übermittlung von steuerrelevanten Daten zum Ziel. Die erforderlichen Aktivitäten zur Umsetzung der E-Bilanz sind vielseitig und stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen und führt zu steigenden Kosten. Immerhin gehen 9% der Befragten von deutlich steigenden Kosten aus. 33% bzw. 46% schätzen den Kostenaufwand als steigend bis leicht steigend ein. Bezeichnend ist, dass kein Befragter von einer kostenneutralen Umsetzung ausgeht (s. Tab. 1). Der Umsetzungsstand bei deutschen Unternehmen ist zum Stand Ende 2012 allerdings noch recht unterschiedlich ausgeprägt.

KostenentwicklungAnteil in %
Deutlich steigend9
steigend33
leicht steigend46
unverändert11
fallend0
weiß nicht / keine Angabe1

Tab. 1: Kostenentwicklung durch Umstellung auf e-Bilanz
(Anzahl der Unternehmen: 500)

Umstellungsquote noch nicht optimal
Insgesamt haben 40 % der Befragten noch nicht mit der Umstellung auf die E-Bilanz begonnen. Bei den anderen 60 % zeichnet sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen Umstellungsquote und Umsatz ab: Je höher der Umsatz, desto größer die Umstellungsquote. Beispielsweise haben 45 % der Unternehmen mit weniger als 250 Mio. EUR Jahresumsatz die E-Bilanz eingeführt, während es bei den Firmen mit über 1 Mrd. EUR Umsatz 71 % sind.

Geplante Prozessänderungen durch E-Bilanz-Einführung
Fast 80 % der Befragten rechnet aufgrund der E-Bilanz mit weitreichenden Prozessänderungen in anderen Bereichen. 62 % gehen von Anpassungen im Rechnungswesen aus; 57 % sehen die Steuerabteilung betroffen. Fast die Hälfte sieht die IT-Abteilung vor größeren Herausforderungen. Lediglich ein Fünftel der Befragten sieht keine weiteren Prozessänderungen durch die E-Bilanz auf sich zukommen (s. Abb. 2).

Weitere geplante
Prozessänderungen
Anteil in %
Rechnungswesen62
Steuerabteilung/Steuerbilanzierung57
IT48
andere4
keine21

Tab. 2: Weitere geplante Prozessänderungen
(Mehrfachnennungen möglich, Anzahl der Unternehmen: 500)

Anschaffung neuer Software eher selten
Eine weitere wichtige Frage ist, ob Bedarf nach einer zusätzlichen Software besteht. Auch wenn es eine ganze Bandbreite an Lösungen rund um die E-Bilanz gibt, verzichten die meisten Unternehmen auf den Kauf einer weiteren Software. Sie übertragen die Verantwortung für die Übermittlung an die Finanzämter oftmals externen Dienstleistern. Bei dem restlichen Drittel stellt sich die Frage, wie viel eine weitere Software kosten darf. Dies hängt natürlich stark von der Funktionalität ab. Das Gros der Unternehmen ist bereit, zwischen 1.000 und 10.000 EUR auszugeben. Je rund 10 % planen einen Betrag von unter 1.000 EUR, zwischen 10.000 und 25.000 EUR oder mehr.

Grundlagen
Der Beitrag beruht auf der Publikation „Final Countdown – sind deutsche Unternehmen bereit für die E-Bilanz“, der 2012 veröffentlicht wurde. Befragt wurden 500 Personen aus deutschen Unternehmen mit mindestens 100 Mio. Euro Umsatz pro Jahr. Das Institut TNS Emnid führte die Befragung im Auftrag der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG durch. Die Publikation steht unter folgendem Link zum Download bereit.

Schlagworte zum Thema:  E-Government, E-Bilanz

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