02.08.2013 | Nachsitzen wegen Regulierung

Neue Vorschriften bescheren Finanzbereich mehr Arbeit

Bild: Quelle: Robert Half, 2013, „Globale Financial Services Studie“, S. 9.

Eine Fülle regulatorischer Änderungen macht vielen Finanzdienstleistern zu schaffen. Mehr Arbeit und neue Herausforderungen warten daher auf die Profis in den Finanz- und Compliance-Abteilungen. Basel III ist dabei nur ein Aspekt unter vielen.

Mehr Arbeit wegen regulatorischer Änderungen
Die anhaltende Finanz- und Wirtschaftskrise zieht weitere negative Folgen für  Finanzdienstleister nach sich. Neue regulatorische Vorgaben und Kontrollen stellen ihre internen Steuerungssysteme vor große Herausforderungen. Dies bekommen besonders die Bereiche des Finanzvorstandes zu spüren. In Deutschland werden folgende Maßnahmen als besonders weitreichend für die Arbeit empfunden, wie eine Umfrage des Personaldienstleisters Robert Half ergab:

  • Einführung von Basel III mit 44 %. Ähnlich geht es auch den französischen Finanzinstituten, die Basel III mit 38 % als wichtigsten Einflussfaktor bestätigten.

  • Verschärfte Datenschutzanforderungen mit 32 %. Ähnlich sehen es auch die USA mit 25 % der Nennungen.
  • Anti-Geldwäsche-Anforderungen mit 25 %. Noch viel besorgter als die deutschen Befragten sind die Manager aus Singapur (43 %), Hongkong (35 %) und Großbritannien (33 %).

Mehr Aufwand – mehr Geld
Die steigende Regulationsdichte fordert natürlich ihren Tribut. Rund ein Drittel der Finanzdienstleister kommt mit den bisherigen Budgets nicht mehr aus und erwartet eine durchschnittliche Steigerung von 14 %. Die größten Kostensprünge erwarten Führungskräfte in Deutschland, Großbritannien und Singapur. Deutlich kleiner fällt diese Schätzung in Frankreich aus mit 15 %.
Die Reformbemühungen in den asiatischen Ländern und die damit einhergehenden Budgetsteigerungen sind als Reaktion auf die steigende Regulationsdichte in den USA und Europa zu verstehen. In diesen Ländern werden durch die Umsetzung der Reformen viele Finanzdienstleister noch in große Personalnot geraten.

Personalnot auf der einen Seite, ausgezeichnete Karriereaussichten auf der anderen Seite
Mit 89 % bestätigt die überwältigende Mehrheit der Führungskräfte, dass sie die Personalsuche vor große Herausforderungen stellt. Das Aufgabenfeld von Mitarbeitern im Finanz- und Compliance- Bereich hat sich in den letzten Jahren spürbar erweitert, sodass die Ansprüche an die Bewerber dementsprechend größer werden. Gleichzeitig steigen natürlich die attraktiven Karrieremöglichkeiten für gut qualifizierte Bewerber.
Trotzdem finden sich nicht immer ausreichend geeignete Kandidaten. Als Ersatzlösung scheint sich die befristete Einstellung von Interim Managern immer mehr durchzusetzen. Auf diese Weise erhält ein Unternehmen die Expertise erfahrener Fachkräfte, ohne sich langfristig zu binden. 33% der Befragten spielen mit dem Gedanken, Interim Manager einzusetzen. Aber nur 23 % von ihnen planen, zusätzliche Mitarbeiter fest anzustellen.

Mehr Arbeitsbelastung
Die Zunahme regulatorischer Anforderungen geht an den Mitarbeitern nicht spurlos vorbei. 80 % der in Deutschland befragten Führungskräfte rechnen mit steigender Arbeitsbelastung. Im weltweiten Durchschnitt gehen 66 % der Befragten von mehr Aufwand für die betroffenen Beschäftigten aus.

Grundlagen
Der Beitrag beruht auf der Publikation „Globale Financial Services Studie 2013“ des spezialisierten Personaldienstleisters Robert Half. Für die Studie wurden 1.100 CFOs und COOs von Finanzdienstleistern, Banken und Versicherungen befragt.

Schlagworte zum Thema:  Compliance

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