21.05.2012 | Positive Gehaltsentwicklung

Deutschland in Westeuropa Spitzenreiter

Bild: MEV-Verlag, Germany

Trotz Eurokrise werden sich die Grundgehälter in 2012 in Westeuropa positiv entwickeln. Deutsche Arbeitnehmer können sich besonders freuen: Sie sind – inflationsbereinigt – Spitzenreiter.

Entwicklung der Grundgehälter in Westeuropa

In Westeuropa können die Beschäftigten in 2012 von einer durchschnittlichen Gehaltssteigerung von 2,7% ausgehen. In Deutschland wird die Steigerung der Grundgehälter ca. 2,9 % betragen und somit 1,6 % über der erwarteten Inflationsrate von 1,3 % liegen. Über die größten Gehaltssteigerungen dürfen sich die Beschäftigten in Norwegen (3,1 %) sowie in Belgien, den Niederlanden, Österreich, Schweden und Großbritannien (jeweils 3,0 %) freuen. Auch in den Euro-Krisenländern können Arbeitnehmer mit einem Gehaltsplus rechnen. In Griechenland wird das Gehaltsplus voraussichtlich bei 2,3 % liegen, in Spanien und Portugal bei rund 2,5 %. Insgesamt gesehen liegt Deutschland demnach im guten Mittelfeld.

Wie attraktiv die Gehaltssteigerungen sind, hängt vor allem von der Inflationsrate ab. Die inflationsbereinigten, effektiven Gehaltssteigerungen zeigen ein anderes Bild. In Portugal und Dänemark steigen die Gehälter mit 0,4 % am geringsten. Mit 1,6 % effektiver Gehaltssteigerung steht Deutschland an erster Stelle, dicht gefolgt von Frankreich und Luxemburg mit je 1,5 %. 

Gehaltsvergleich in Unternehmen: Freude bei Geschäftsführern in Italien und der Schweiz

Werden die Gehaltsentwicklungen nach der hierarchischen Position im Unternehmen unterschieden, haben besonders Geschäftsführer in Italien und der Schweiz Grund zur Freude. Ihre Grundgehälter steigen inflationsbereinigt um 3,0 % bzw. 2,1 %. Die Mitarbeiter erhalten mit 1,4 % bzw. 1,2 % deutlich geringere Aufschläge. In Deutschland dürften sich nicht nur die Geschäftsführer, sondern auch Führungskräfte und Manager über einen höheren Gehaltssprung freuen als die Ebenen darunter. Ähnlich sieht es auch in Frankreich, Luxemburg oder Norwegen aus.

Grundgehälter in den meisten Ländern Westeuropas bei über 70 % der Gesamtvergütung

In 15 der 17 untersuchten Länder Westeuropas macht das Grundgehalt über 70 % der Gesamtvergütung aus. An der Spitze stehen Finnland mit 92 % und Österreich mit 90 %. In Deutschland beträgt der fixe Anteil im Schnitt 85 %.

Ganz anders sieht es Portugal und Belgien aus. Mit 48 % fällt das Grundgehalt in Portugal vergleichsweise gering aus. Dafür erhalten die Arbeitnehmer Gehaltszulagen von rund 25 %, die steuerlich besonders attraktiv sind. Dazu zählen z. B. Zuschüsse für Essen oder Kraftstoff.

In Belgien hingegen spielen betriebliche Nebenleistungen eine wichtige Rolle. Sie können bis zu 30 % der Gesamtvergütung ausmachen. Dazu gehören z. B. Unterstützung bei Unfall, Tod oder Krankheit.

Nicht-finanzielle Faktoren werden wichtiger zur Mitarbeitermotivation

Trotz der positiven Tendenzen bei der Gehaltsentwicklung in Westeuropa geht die Krise an den Unternehmen nicht unbemerkt vorbei. Ihre Budgets für Gehaltssteigerungen sind in 2012 begrenzt, sodass Kreativität bei der Retention von Leistungsträgern gefragt ist. Zur Motivation bieten sich z. B. eine systematische Karriereentwicklung, attraktive betriebliche Nebenleistungen und eine gute Work-Life-Balance an.

Grundlagen

Die Unternehmensberatung Mercer führte im Januar 2012 die Umfrage „Mercer TRS Quarterly Pulse Survey“ durch, um die Entwicklung der Grundgehälter zu analysieren. An der Umfrage beteiligten sich fast 400 multinationale Unternehmen aus 69 Ländern.

Schlagworte zum Thema:  Gehalt, Entgelt, Grundgehalt

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