19.11.2014 | Corporate Social Resposibility

EU fordert zusätzliche nichtfinanzielle Informationen im Konzernreporting

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„Unternehmen von öffentlichem Interesse“ müssen zukünftig auch Informationen über die Wahrnehmung ihrer ökologischen und sozialen Verantwortung veröffentlichen. Dies hat der Rat der EU beschlossen. Voraussichtlich wird die Richtlinie ab dem Geschäftsjahr 2017 verbindlich.

„Richtlinie zur Offenlegung nichtfinanzieller Informationen“ angenommen
Der Rat der EU hat am 29.9.2014 die Richtlinie über die Offenlegung nichtfinanzieller und die Diversität betreffender Informationen durch bestimmte große Unternehmen angenommen. Nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der EU voraussichtlich zum Ende dieses Jahres haben die Mitgliedstaaten 2 Jahre Zeit, die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen. Demnach ist sie voraussichtlich in Geschäftsjahren, die nach dem 31.12.2016 beginnen, erstmals verpflichtend anzuwenden.

Aufnahme einer sog. nichtfinanziellen Erklärung in den (Konzern-)Lagebericht
Bei Unternehmen von öffentlichem Interesse (kapitalmarktorientierte Unternehmen, Banken und Versicherungsunternehmen), deren durchschnittliche Arbeitnehmerzahl während des Geschäftsjahres 500 übersteigt, muss der (Konzern-) Lagebericht künftig eine nichtfinanzielle Erklärung enthalten, die Informationen in Bezug auf Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, Achtung der Menschenrechte und die Bekämpfung von Korruption und Bestechung umfasst.

Die Angaben umfassen Beschreibungen zum Geschäftsmodell des Unternehmens, für die genannten Bereiche die jeweils verfolgte Strategie, erzielte Ergebnisse, wesentliche Risiken und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren. Die Unternehmen können sich auf geeignete internationale oder nationale Leitlinien stützen – z. B. Nachhaltigkeitsberichterstattungsgrundsätze nach der Global Reporting Initiative (GRI), Integrated Reporting entsprechend dem Framework des International Integrated Reporting Council. Verfolgt ein Unternehmen keine Politik in Bezug auf einen oder mehrere dieser Belange, hat es die Gründe für das Fehlen einer solchen Politik zu erläutern.

Die Mitgliedstaaten können Unternehmen von der Verpflichtung zur Aufnahme einer nichtfinanziellen Erklärung in den Lagebericht befreien, wenn diese bis spätestens 6 Monate nach dem Bilanzstichtag einen gesonderten Bericht veröffentlichen, der sich auf dasselbe Geschäftsjahr bezieht, und der Lagebericht einen Verweis auf diesen Bericht enthält.

Der Abschlussprüfer hat nach den Vorgaben der Richtlinie zukünftig zu prüfen, ob die nichtfinanzielle Erklärung abgegeben wurde, wobei für die Mitgliedstaaten ein Wahlrecht besteht, auch eine inhaltliche Prüfung anzuordnen.

Erweiterung der Erklärung zur Unternehmensführung um Angaben zur Diversitätspolitik in Bezug auf Leitungs- und Aufsichtsorgane
Weiterhin müssen große kapitalmarktorientierte Unternehmen die nichtfinanzielle Erklärung um eine Beschreibung ihrer Diversitätsstrategie für die Leitungs- und Kontrollorgane erweitern, welche sich z. B. auf Aspekte wie Alter, Geschlecht, Bildungs- und Berufshintergrund erstreckt. Die Unternehmen müssen ihre Ziele, die Art und Weise der Umsetzung der Strategie und deren Ergebnisse im Berichtszeitraum angeben. Falls ein Unternehmen hinsichtlich der Diversität keine Strategie verfolgt, ist dies anzugeben und zu begründen.

Schlagworte zum Thema:  Reporting, Berichtswesen, Nachhaltigkeit, CSR

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