| CFO unter Kostendruck

Finanzvorstände müssen mehr Aufgaben unter einen kleineren Hut bringen

"Standardisierung der Prozess- und IT-Landschaft" hat die höchste Priorität
Bild: Deloitte, 2013, „CFO Survey 1/2013“, S. 17.

Einerseits müssen Finanzvorstände deutscher Großunternehmen immer mehr Aufgaben erledigen. Andererseits steigt auch in Rechnungswesen und Controlling der Kostendruck. Ein schwieriger Spagat, den die CFOs nur durch ein ganzes Bündel von Maßnahmen bewältigen.

CFO-Rollen: den Spagat zwischen Aufgabenvielfalt und Kostendruck wagen
In Bezug auf die Aufgaben der Finanzfunktion scheinen sich viele CFOs von den zahlreichen Erwartungen regelrecht überrollt zu fühlen. Einerseits müssen immer mehr Aufgaben erfüllt werden, andererseits steht auch der CFO-Bereich unter Kostendruck. Die Schwierigkeit, diesem Zielkonflikt gerecht zu werden, bekommen auch die CFOs zu spüren. Als „angemessen“ bezeichnet demnach gerade einmal etwas mehr als die Hälfte der CFOs den Grad ihrer Aufgabenerfüllung. 37 % schätzen ihre Leistung als „hoch“ ein, 3 % als „niedrig“.

Ferner ergreifen die CFOs ein Bündel an Maßnahmen, um auf die steigenden Anforderungen zu reagieren (s. Abb. 2). Mit 82 % erzielt die Initiative „Standardisierung der Prozess- und IT-Landschaft“ die höchste Priorität. Weiterhin sind folgende Initiativen wichtig: 

  • Konzentration auf die Kernaufgaben mit 50 %,
  • Aufbau oder Ausbau von Shared Service Centern mit 44 % und
  • Erweiterung der Rolle und des Aufgabenumfangs des Finanzbereichs mit 44 %.

Nur eine geringe Bedeutung (< 15 %) haben dagegen die Erhöhung oder Reduzierung der Finance-Mitarbeiter und das Outsourcing.

Auch Instrumente der Unternehmenssteuerung stehen auf der Agenda. In unsicheren Zeiten können sie einen besonderen Mehrwert liefern. Allerdings fällt auf, dass viele dieser Instrumente insbesondere unter Effizienzgesichtspunkten betrachtet werden. Dabei können gerade Planungs- und Szenarioanalysen einen qualitativen Nutzen liefern. Neben der Effizienzsteigerung stehen ferner die Ausweitung des Risikomanagements sowie die stärkere Integration zwischen strategischer und operativer Planung auf der Prioritätenliste.

Im Einzelnen:

Maßnahme

Anteil an Nennungen

Steigerung der Effizienz der operativen Planung und des Forecastings

72 %

Ausweitung des Risikomanagements

54 %

Stärkere Integration der strategischen und operativen Planung

51 %

Ausbau der strategischen Planung

37 %

Verstärkter Einsatz quantitativer Modelle (Szenariobasierte Planung oder mathematisch verknüpfte Treibermodelle)

18 %

Quelle: Deloitte, 2013, „CFO Survey 1/2013“, S. 17. Mehrfachnennungen möglich.

Grundlagen
Der Beitrag beruht auf der Publikation „CFO Survey 1/2013 – Unternehmen wieder in den Startlöchern“ aus April 2013. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte führte eine Umfrage unter 124 Finanzvorständen deutscher Großunternehmen durch. 42 % der Teilnehmer erzielen mehr als eine Milliarde Euro Umsatz.

Schlagworte zum Thema:  CFO

Aktuell

Meistgelesen