Zusammenfassung

 
Überblick
  • Wissen wird noch mehr zum Erfolgsfaktor. Allerdings wird der überwiegende Teil des Wissens in Unternehmen noch nicht effizient genutzt.
  • Damit dieses Wertschöpfungspotenzial erfasst und genutzt werden kann, bedarf es einfacher und leicht transferierbarer Anwendungskonzepte. In diesem Beitrag wird gezeigt, welche Kernelemente ein transferfähiges Anwendungskonzept haben sollte und wie mit einem digitalen Assistenzsystem das Wissen in den Köpfen der Mitarbeiter erfasst werden kann, damit es direkt am Arbeitsplatz zur Verfügung steht.
  • Damit das Wissen auch gemanagt werden kann, bedarf es einer geeigneten Strategie, wie das vorhandene Wissen, geordnet, strukturiert und transparent gemacht wird. Mit dem hier dargestellten, bewährten Anwendungskonzept wird eine Vorgehensweise vorgestellt wie ein Wissensmanagement im Arbeitsprozess entwickelt wird.
  • Die Rentabilität des Wissenstransfers wird anhand der Kosten-Nutzen-Rechnung für ein Praxisbeispiels ermittelt.

1 Wenn Siemens wüsste, was Siemens weiß

Die in der Überschrift zitierte und wohl auf Heinrich von Pierer zurückgehende Aussage bringt es wohl perfekt auf den Punkt: In einer zunehmend wissensintensiven und digitalen Wirtschaft entscheidet der professionelle Umgang mit Wissen und Kompetenzen zunehmend über den nachhaltigen Wettbewerbserfolg von Unternehmen. Die Verfügbarkeit, Transparenz und der Austausch von Wissen erhalten eine zentrale Bedeutung und ermöglichen bereits zahlreichen Unternehmen aller Branchen die Verbesserung ihrer Wettbewerbsposition.

Die Einzigartigkeit der immateriellen Ressource Wissen liegt darin, dass sie sich durch Nutzung nicht wie die materiellen Ressourcen verbraucht, sondern vermehrt. Der überwiegende Teil des in den Unternehmen und in den Köpfen der Mitarbeiter vorhandenen Wissens wird noch nicht effizient genutzt. In sehr vielen Unternehmen werden so in der Wertschöpfungskette enorme Potenziale nicht genutzt. Wie bereits Heinrich von Pierer war und ist vielen Unternehmenslenkern dieses Problem bekannt; jedoch fehlen in den meisten Unternehmen bisher geeignete transferfähige Anwendungskonzepte, mit denen das intellektuelle Kapital der Mitarbeiter aktiviert, wertschöpfend genutzt, erhalten und vermehrt werden kann.

Damit dieses gewaltige Wertschöpfungspotenzial erfasst und genutzt werden kann, bedarf es einfacher und leicht transferierbarer Anwendungskonzepte. Im Folgenden soll die Frage beantwortet werden, welche Kernelemente ein transferfähiges Anwendungskonzept haben sollte und wie mit einem digitalen Assistenzsystem das Wissen in den Köpfen der Mitarbeiter erfasst werden kann, damit es direkt am Arbeitsplatz zur Verfügung steht.

Damit das Wissen auch gemanagt werden kann, bedarf es einer geeigneten Strategie, wie das vorhandene Wissen, geordnet, strukturiert und transparent gemacht wird. Mit dem dargestellten und in der Praxis bestens bewährten Anwendungskonzept wird eine Vorgehensweise vorgestellt wie ein Wissensmanagement im Arbeitsprozess entwickelt wird.

2 Anwendungskonzept für den Aufbau von Wissensmanagement im Arbeitsprozess

Damit ein Wissensmanagement nutzenbringend und praxisorientiert ohne großen Aufwand in den Betriebsalltag verankert werden kann, muss das Wissen im Kontext der Arbeitsprozesse ermittelt werden.

Abb. 1: Grundlage für das Anwendungskonzept

Die Grundlage für das Modell ist immer der jeweilige Geschäfts- oder Arbeitsprozess im Betrieb (s. Abb. 1), der im ersten Schritt analysiert und strukturiert wird. Zum einen ergibt sich so ein Workflow, der die Arbeitsinhalte mit den dazu notwendigen Tätigkeiten und Arbeitsschritten aufzeigt. Zum anderen entwickelt sich mit dieser Vorgehensweise automatisch der "Lernflow", die analysierten Tätigkeiten und Arbeitsschritte bilden das Grundgerüst für die Abbildung der Wissensinhalte. Eine Schlüsselrolle spielt das Know-how der Mitarbeiter: Diese werden unmittelbar eingebunden, Tipps, Kniffe und Tricks können somit ermittelt und dokumentiert werden.

Diese Vorgehensweise ermöglicht es, den Mitarbeitern stets das benötigte Prozesswissen für die Durchführung ihrer Tätigkeiten an die Hand zu geben. Insbesondere neue Mitarbeiter profitieren von solch einer Wissensdokumentation. Nur wenn die Mitarbeiter die Prozesse mit den erforderlichen Tätigkeiten und Arbeitsschritten kennen und verstehen, können sie diese effizient und effektiv ausführen.

Der Aufbau eines arbeitsprozessorientierten Wissensmanagements, nach dem vorliegenden Grundlagenmodell, sollte folgende Schritte beinhalten:

  • Den jeweiligen Arbeitsprozess (Geschäftsprozess) analysieren: z. B. Anzahl der Arbeitsplätze von Anfang bis Ende des Arbeitsprozesses dokumentieren.
  • Tätigkeiten pro Arbeitsplatz ermitteln: Welche Tätigkeiten werden an den einzelnen Arbeitsplätzen durchgeführt?
  • Wissen identifizieren: Was müssen die Mitarbeiter können, um die Tätigkeiten auszuführen?
  • Vorhandenes Wissen analysieren: Über welches Wissen verfügen die Mitarbeiter?
  • Wissen entwickeln: Welches Wissen wird für die qualitätsgerechte Durchführung der Tätigkeiten benötigt?
  • Das ermittelte Wissen dokumentieren: Das ermittelte Wissen soll in einer geeigneten Form do...

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