Supply-Chain-Controlling: "Landkarte" zu Aufgaben, Instrumenten und Herausforderungen

Zusammenfassung

 

Überblick

Das Supply-Chain-Controlling unterstützt das Management bei der Gestaltung und Steuerung eines unternehmensübergreifenden Netzwerks von Lieferanten- und Kundenbeziehungen. Die Kernaufgaben liegen in der Steuerung von Material-, Informations- und Geldflüssen. Die Instrumente des Supply-Chain-Controlling lassen sich ebenfalls in diese Kategorien einordnen.

Der Beitrag gibt einen umfassenden Überblick über die Aufgaben und Instrumente des Supply-Chain-Controlling und ordnet diese in eine "Landkarte" ein.

Darüber hinaus beschreibt der Beitrag die wesentlichen Herausforderungen des Supply-Chain-Controlling: Im Vergleich zum unternehmensinternen Controlling muss es eine größere Komplexität abbilden. Schwierigkeiten bestehen z. B. in der fehlenden Standardisierung zwischen den Schnittstellen oder der komplizierten Verteilung der erzielten Erfolgsbeiträge zwischen den Parteien einer Supply Chain.

1 Supply-Chain-Management und Supply-Chain-Controlling

Unternehmen finden sich in komplexen Supply Chains wieder

Das Supply-Chain-Management ist eine der größten Herausforderungen der Unternehmensführung. Bereits kleine und kleinste Unternehmen arbeiten zunehmend in Netzwerken mit vielfältigen Lieferanten- und Kundenbeziehungen und an unterschiedlichsten Stellen der Wertschöpfungsketten. Offensichtlich ist die daraus entstehende Komplexität.

Gleichzeitig bieten diese komplexen Prozesse häufig die größten Optimierungspotenziale. Über ein gezieltes Controlling und Management interner und externer Schnittstellen der Netzwerke sind teilweise große Rationalisierungsreserven zu heben: "Das Geld liegt im Prozess."[1]

Ursprung des in der US-amerikanischen Beraterindustrie

Die Ursprünge des Supply-Chain-Management liegen in den USA, als in den 1980er Jahren die Consulting-Branche den Trend zu Outsourcing und Verringerung der Fertigungstiefe aufgriff. Zunehmend arbeitsteilige Lieferketten eröffneten ein breites Tätigkeitsfeld für spezialisierte Berater. Insbesondere Oliver und Webber prägten dabei den Begriff des Supply-Chain-Management.[2]

Verständnisses des Supply-Chain-Management

Die Definition des Supply-Chain-Management ist Gegenstand kontroverser Diskussionen in der Literatur.[3] In der Praxis hingegen wird der Begriff alltäglich verwendet. In einer etwas breiteren Definition kann die Supply Chain als ein Netzwerk von Güterflüssen, Informationsflüssen und Geldflüssen bezeichnet werden, mit dem Ziel, am Markt verwertbare Produkte zu erstellen.

Unternehmensübergreifendes Netzwerk von Güter-, Informations- und Geldflüssen

Im Gegensatz zu dem verwandten Konzept der Value Chain ist daher entscheidend, dass diese Flüsse über die Unternehmensgrenzen hinwegreichen. Ein weiterer sinnvoller Bestandteil ist daher die Unterscheidung in eine interne Supply Chain (häufig synonym mit dem Begriff "Logistik") und eine externe Supply Chain.

Das Management der Supply Chain umfasst folglich die Planung, Steuerung und Koordination dieser Güter-, Informations- und Geldflüsse zwischen den kooperierenden Unternehmen innerhalb des Netzwerks.

Supply-Chain-Controlling als Unterstützung des Supply-Chain-Management

Das Controlling der Supply Chain unterstützt das Management in dieser Aufgabe. Die "Control-Funktion" umfasst allgemein die Messung, Kommunikation und Bewertung von Informationen zur Steuerung bzw. Umsetzung einer Unternehmensstrategie.[4] Das Supply-Chain-Controlling unterstützt das Supply-Chain-Management folglich bei der strategischen Gestaltung eines unternehmensübergreifenden Netzwerks sowie der daraus resultierenden operativen Steuerung der zwischen den Unternehmen ablaufenden Güter-, Informations- und Geldflüsse.[5]

2 Kernaufgaben eines Controllings in Supply Chains

Finanzielle, qualitative und technische Ziele

Die Ziele des Supply-Chain-Management können in finanzielle, qualitative und technische Ziele unterschieden werden. Finanzielle Ziele sind bspw. die Kostenminimierung, Gewinnsteigerung, Liquidität oder gesamtheitlich die Maximierung des Shareholder Value. Qualitative Ziele können bspw. in der Zufriedenheit der Kunden an den verschiedenen Schnittstellen der Supply Chain liegen. Technische Ziele bestehen z. B. in der Minimierung von Beständen oder einer Maximierung der Kapazitätsauslastung.

Steigerung von Effektivität und Effizienz

Die einzelnen Ziele hat dabei das Management festzulegen. Dem Supply-Chain-Controlling fällt in erster Linie die Aufgabe der Unterstützung des Managements zu, um diese selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Dabei leistet das Controlling einen maßgeblichen Beitrag zur Erhöhung der Effektivität und der Effizienz. Effektivität beschreibt den Grad der Zielerreichung, Effizienz den dazu benötigten Einsatz von Inputfaktoren.

Abb. 1: Zielgrößen des Supply-Chain-Controlling

Im Supply-Chain-Controlling wird Effektivität folglich als die Erfüllung von internen und externen Kundenanforderungen über das gesamte Netzwerk hinweg verstanden und Effizienz als Wirtschaftlichkeit des dafür erforderlichen Ressourceneinsatzes.[1]

3 ...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Controlling Office. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Controlling Office 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Artikel.



Meistgelesene beiträge