Soft Skills – soziale und persönliche Kompetenzanforderungen an Controller

Zusammenfassung

Soziale und persönliche Kompetenzen sorgen für erfolgreiche Zusammenarbeit im Controlling und rücken zunehmend in den Fokus. 90 % der Controller bewerten Sozialkompetenz neben den fachlichen Kenntnissen als wichtig und sehr wichtig.

Das allgemeine Anspruchsniveau an die Soft Skills moderner Controller wird sehr hoch angesetzt. Für gelingende Personalauswahl und -entwicklung müssen die Anforderungen differenziert werden.

Kompetenzansprüche können anhand des Entwicklungs- bzw. Reifegrads des Controllings sowie des Rollenverständnisses differenziert werden.

Das Kompetenzdilemma im Controlling zeigt sich in den auffälligen Anforderungsunterschieden an Controller in unterschiedlichen Entwicklungsstufen und Rollen im Controlling. Es muss bei der Personalauswahl, mittels konsequenter Personalentwicklung und beim Zusammenstellen von Controllerteams beachtet werden.

Erforderliche Soft Skills im Controlling sind erlernbar, und zwar durch Sensibilisieren, Trainieren, Routinieren und Reflektieren.

1 Fachliche und soziale Kompetenzen sind gefragt

Controller sind zu wenig auf Kompetenzanforderungen vorbereitet

"Mit Leib und Seele Controller sein heißt, ein Unternehmen verstehen und auch die Menschen im Unternehmen verstehen." Für eine gute Zusammenarbeit, nicht nur im Controlling, sind sowohl fachliche als auch soziale Kompetenzen erforderlich. Controller sehen dies als Teil ihrer Professionalisierung. Um den vielfältigen Herausforderungen der Zusammenarbeit im Controlling gerecht zu werden, brauchen Controller die sog. Soft Skills, die "weichen" Kompetenzen, als Ergänzung zu ihren fachlichen Fähigkeiten.

Häufig sind Controller zu wenig auf diese vielfältigen Anforderungen vorbereitet. "Sie müssen sich diese selbst erarbeiten oder rausfinden, was zu ihnen persönlich passt. Sie müssen lernen, die meist im Studium erlernten Instrumente und Methoden auf das Unternehmen anzuwenden, im Unternehmen zu präsentieren, vermitteln und verkaufen zu können, als Berater zu agieren und die Empfänger zu verstehen."

Damit die ganze Bandbreite und die notwendigen Differenzierungen der erforderlichen "weichen Kompetenzen" von Controllern, Ausbildern, Führungskräften und Personalentwicklern überblickt werden kann, werden nachfolgend

  • wichtige Soft Skills für Controller benannt,
  • die Differenzierungsunterschiede und das Kompetenzdilemma im Controlling aufgezeigt und
  • Möglichkeiten zum Erwerb von Soft Skills umrissen.

2 Soft Skills – Schlüsselkompetenzen für Controller

2.1 Weiche Faktoren im harten Business

Soft Skills = soziale und persönliche Kompetenzen

Der umgangssprachliche Begriff Soft Skills bezeichnet "eine nicht genau definierte Reihe von menschlichen Eigenschaften, Fähigkeiten und Charakterzügen", die über rein fachliche Fähigkeiten und Fertigkeiten hinausgehen und für die gelingende Zusammenarbeit von Menschen in Unternehmen erforderlich sind. Soft Skills sind Teil der "Grundgesamtheit an kognitiven, emotionalen, physischen etc. Fähigkeiten und Fertigkeiten", also des Kompetenzportfolios eines Mitarbeiters, und bezeichnen i. d. R. dessen soziale und persönliche Kompetenzen. Häufig spricht man in diesem Zusammenhang von "weichen" Faktoren und bringt damit die fehlende Quantifizierbarkeit und die inhaltliche Nähe zum Menschsein zum Ausdruck. Sie sind Fähigkeiten, die auf unserer "Eigenschaft als Mensch" unter Menschen basieren.

Eine umfassende Auflistung, welche einzelnen Fähigkeiten den Soft Skills konkret zuzuordnen sind, ist schwierig. Grenzen verschwimmen. "Soft Skills beinhalten vielfältige Kompetenzbereiche und überschneiden sich." Auch nach den einzelnen inhaltlichen Konzepten und in Umfang und Methoden ihrer Erlernbarkeit unterliegen Soft Skills "steter Veränderung, die aus sich wandelnden Anforderungen in der Arbeitswelt resultieren". Ihre Bedeutung ist jedoch unbestritten.

Fachkräfte aller Fachrichtungen halten Soft Skills mittlerweile für erforderlich. In einer Umfrage unter 80 Personalern stuften 95 % der Befragten Soft Skills gleich wichtig oder wichtiger als Fachwissen ein.

95 % der Personaler halten Soft Skills für gleich wichtig oder wichtiger als Fachwissen

Die hohe Bewertung der Soft Skills korreliert mit der wachsenden Kooperationsnotwendigkeit zwischen Fachkräften und Abteilungen in den Unternehmen. Interdisziplinäres Arbeiten in Teams und Projektgruppen ist an der Tagesordnung. Unter diesen Bedingungen werden Arbeitserfolge immer stärker von den Fähigkeiten zur Zusammenarbeit bestimmt. Fachliche Kenntnisse sind die Voraussetzung, aber erst die sozialen und persönlichen Kompetenzen sorgen für das Gelingen. Erst die Entwicklung der Soft Skills sorgt in der komplexer werdenden Unternehmenswelt für

  • den erfolgreichen Austausch von Informationen,
  • den gegenseitigen Wissensaustausch und das Voneinander-Lernen,
  • effektivere, störungsarme Zusammenarbeit in Projekten und Prozessen sowie
  • eine allgemeine steigende Zufriedenheit durch wertschätzende Kommunikation und Konfliktlösung im Unternehmen.

2.2 Einordnung der Soft Skills im Kompetenzportfolio

Die Gesamtheit aller Fähigkeiten und Fertigkeiten eines Menschen lässt sich in die 4 Kompetenzfelder

  • Fachkompetenz,
  • Methodenkompetenz,
  • Sozialkompetenz und
  • Persönlichkeitskompetenz

einordnen...

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