Shareholder Value

Zusammenfassung

 
Begriff

Der Shareholder Value mißt den Wert von durch strategische Maßnahmen geschaffenen Produkt-/Marktpositionierungen, Erfolgsfaktoren und Wettbewerbsvorteilen eines Unternehmens, eines Unternehmensbereichs oder einer strategischen Geschäftseinheit. Dazu dient als Meßgröße der Barwert der diskontierten zukünftigen frei verwendbaren Cashflows des Unternehmens (bzw. Unternehmensbereichs, der strategischen Geschäftseinheit).

1 Wozu wird der Shareholder Value verwendet?

Über den Shareholder Value erfolgt die Messung des Wertes von Strategien. Insofern stellt er ein Instrument der Strategischen Zielplanung dar. Über die Bewertung der voraussichtlichen finanziellen Auswirkungen auf den Unternehmenswert (bezogen auf einzelne Geschäftseinheiten, Unternehmensbereiche oder auch das Gesamtunternehmen) wird die Bewertung vorgenommen.

Maßstab ist die Vermehrung des Eigenkapitals, die eine Wertsteigerung für die Eigentümer darstellt. Dies baut auf der Grundüberlegung auf, dass es das primäre Hauptziel des Managements sein muß, Werte und Wertzuwachs für die Eigentümer zu schaffen, da diese alle Risiken tragen. Dieser Grundansatz findet eine breite Akzeptanz im internationalen Umfeld, wird in Deutschland jedoch nicht uneingeschränkt akzeptiert.

2 Welche Informationen sind erforderlich?

Im Fokus sind die sog. Value Drivers, die wertschaffenden Faktoren einer Strategie. Als solche werden gesehen:

  • Umsatzwachstum
  • Umsatzrentabilität
  • Steuerquote
  • Netto-Investitionen in das Anlagevermögen
  • Netto-Investitionen in das Umlaufvermögen
  • Kapitalkosten
  • Dauer der Wettbewerbsvorteile (durch die Strategiemaßnahmen)

Diese wertsteigernden Faktoren sind systematisch in die strategischen Entscheidungen einzubinden. Sie sind die Bestimmungsgrößen künftiger Geldflüsse. Die Quantifizierung dieser Geldflüsse erfolgt in Verbindung mit dem Diskontierungssatz, um unterschiedliche Geldflüsse in zukünftigen Perioden vergleichbar machen zu können.

Die gewöhnliche Anlage von Mitteln im operativen Geschäft und zur Umsetzung von Strategiemaßnahmen sind Entscheidungen über die Allokation von vorhandenen Ressourcen.

3 So ermittelt man den Shareholder Value

Die Errechnung des Shareholder Value für die Strategiebewertung erfolgt durch Anwendung der dynamischen Investitionsrechnung.

Der Shareholder Value als Barwert der künftigen Geldzuflüsse wird bestimmt als:

 
K = Kapitalkostensatz, Diskontierungsfaktor
t = 1, ..., T = Planungsperioden

Die in diese Berechnungsformel eingehenden Größen gilt es nun näher zu erläutern.

Als Cashflow ist der sog. Freie Cashflow zu ermitteln, der dem Unternehmen nach Steuern und Investitionen verbleibt.

Für die exakte Ermittlung des Cashflow können sonstige Ertrags- und Aufwandspositionen, die keine Zahlungswirksamkeit beinhalten, berücksichtigt werden (z. B. Zuführung zu Rückstellungen).

Die Diskontierung der Cashflow-Größen erfolgt mit dem Kapitalkostensatz k. Hierin drücken sich das Risiko der geplanten Strategie und die Renditeforderung des Unternehmens aus.

Die Kapitalkosten werden bestimmt durch:

  • Kapitalstruktur
  • Kosten des Fremdkapitals
  • Kosten des Eigenkapitals
 
Achtung

Kapitalkostenansatz sorgfältig festlegen

Bei der Bemessung der Kapitalkosten lassen sich mehrere Ansätze unterscheiden. Die wohl einfachste Möglichkeit besteht in der Vorgabe des Kostensatzes für langfristige Geldanlagen des Kapitalmarktes. Eine zweite Möglichkeit besteht in der Vorgabe eines Kapitalkostensatzes, der als Opportunitätskostensatz die Renditevorstellungen der Anteilseigner beinhaltet. Ein solcher Kapitalkostensatz wird sich letztlich auch an alternativen Renditen des Kapitalmarktes orientieren müssen. Differenzierter ist die Ableitung der Kapitalkosten sowohl aus den erwarteten Kosten für Fremdkapital als auch aus den Kosten des Eigenkapitals. Die Struktur des im Unternehmen eingesetzten Kapitals wird über die Gewichtung von Eigen- und Fremdkapital zusätzlich berücksichtigt.

Die Kapitalkosten errechnen sich dann als

 
EK = Eigenkapital
FK = Fremdkapital
s = Steuersatz
rE = Eigenkapitalkostensatz
rF = Fremdkapitalkostensatz

Für die Bemessung des im Unternehmen gebundenen Eigen- und Fremdkapitals wird von den gebundenen Vermögenswerten des Anlage- und Umlaufvermögens ausgegangen. Die Bewertung des gebundenen Vermögens erfolgt dabei zu Marktwerten, da die gewünschte Rendite nicht auf Buchwerte, sondern Marktwerte/Wiederbeschaffungswerte verdient werden muss.

Die Fremdkapitalkosten ergeben sich aus den vertraglich fixierten Zinsen, den Zinsen am relevanten Kapitalmarkt oder aus den Kosten von Neuemissionen für langfristige Obligationen, wenn eine mit den Strategiemaßnahmen identische Fristigkeit unterstellt wird.

Die Eigenkapitalkosten sind entsprechend dem unternehmensindividuellen Risiko anzusetzen. Als Hilfe zu ihrer Bestimmung bietet sich folgende Formel an:

 
Eigenkapitalkosten = risikofreier Zins + Beta x Marktrisikoprämie
 
Beta = 1: gleiches Risiko wie der gesamte Aktienmarkt
Beta = 0,8: geringeres Risiko, Kurs des Unternehmens sinkt/steigt um 8%, wenn der Gessamtmarkt sich um 10% verändert.

Als Marktrisikoprämie wird die Differenz einer risikofreien Staatsanleihe zu den allgemeinen hö...

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