Zusammenfassung

 
Überblick

Der Begriff "Rating" kommt aus dem Englischen und bedeutet "Einschätzung"/"Bewertung". In der Sprache der Banken ist darunter die Einstufung in eine bestimmte Klasse der Kreditwürdigkeit zu verstehen. Rating ist demnach eine Methode zur Risikobewertung durch Banken vor einer Kreditvergabe und dient der Bewertung der Bonität eines Kreditnehmers. Ein Rating-Ergebnis ist ein anhand einer festgelegten, genau definierten Rating-Skala ausgedrücktes Urteil über die wirtschaftliche Fähigkeit eines Unternehmens, seine Zahlungsverpflichtungen zukünftig jederzeit in voller Höhe zu erfüllen.

1 Warum gibt es Basel III?

Insbesondere disruptive Veränderungen der Technologien, gesetzlichen Rahmenbedingungen und Märkte können dazu führen, dass bislang erfolgreiche Traditionsunternehmen,in ihrer Existenz gefährdet werden. Um Kreditausfälle bei Banken zu verhindern, hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht die Bedingungen für die Vergabe von Krediten grundsätzlich und für alle Banken geregelt.

Bei dem Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht handelt es sich um ein Gremium, das sich zum Ziel gesetzt hat, für Sicherheit, Solidität und Effizienz im Bankwesen zu sorgen. Hierzu wird im Ausschuss laufend daran gearbeitet, die Standards für die Bankenaufsicht zu verbessern und so die Stabilität und Zahlungsfähigkeit des internationalen Bankwesens zu sichern.

1.1 Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht wurde 1974 gegründet und tritt regelmäßig in Basel in der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich zusammen. Mitglieder sind die Chefs der Zentralbanken und der nationalen Aufsichtsbehörden der wichtigsten Wirtschaftsnationen. Bei seiner Gründung gehörten dem Ausschuss zehn Staaten an. Seit dem Jahr 2009 beteiligen sich 28 Länder an diesem Gremium. Neben den G20-Staaten sind u. a. Hongkong, Singapur und die Schweiz bei diesen Sitzungen vertreten. Aufgabe des Ausschusses ist es – zusätzlich zu Austausch und Abstimmung –, staatenübergreifende Regeln zur Bankenaufsicht zu erarbeiten. Die Beschlüsse des Ausschusses sind nicht unmittelbar bindend, sondern müssen erst in nationales Recht umgesetzt werden.

1.2 Nach Basel I kam Basel II und nun gibt es Basel III

Die erste Richtlinie in diesem Zusammenhang, Basel I, wurde im Jahr 1988 erlassen. Darin wurde festgelegt, dass alle Banken einheitlich acht Prozent ihrer Kreditausleihungen mit Eigenkapital zum Auffangen möglicher Kreditausfälle zu unterlegen haben. Nach Basel I kam Basel II und es wurde festgelegt , dass die Höhe der Eigenkapitalunterlegung an die tatsächliche Kreditwürdigkeit der Bankkunden, auch Bonität genannt, gekoppelt werden muss, d. h., dass "gute" Kreditkunden besser gestellt werden, wohingegen Kreditnehmer mit einem schlechteren Ratingergebnis höhere Zinsen in Rechnung gestellt werden. Begründet wurden diese Maßnahmen zum einen mit der höheren Eigenkapitalunterlegung, die die Banken gemäß Basel II für Kunden mit geringerer Bonität zu erbringen haben, und zum anderen mit der steigenden Ausfallwahrscheinlichkeit eines Kredites bei Kunden mit einem schlechteren Ratingergebnis.

Trotz Basel II kam es zu einer globalen Finanzkrise

Die globale Finanzkrise mit der Folge weltweiter wirtschaftlicher Einbrüche führte dazu, dass sich die 19 größten Wirtschaftsnationen der Welt sowie die EU (G20) innerhalb kurzer Zeit darauf einigten, neue Regeln zur Regulierung der Banken zu schaffen. Das gemeinsame Ziel von Basel III ist es, das Finanzsystem und damit auch alle anderen Wirtschaftssektoren besser vor vergleichbaren Krisen zu schützen.

Lt. Basel III ist das nun verpflichtend vorgeschriebene Niveau und die Qualität des durch die Banken vorzuhaltenden Eigenkapitals erheblich höher. Kreditinstitute müssen ca. ein Drittel mehr und qualitativ "besseres" – und damit teureres – Eigenkapital gegenüber den Basel II-Vorschriften bereithalten. Des Weiteren gelten nun international verbindliche Liquiditätsregeln: Banken müssen mehr liquide Vermögenswerte vorhalten, zugleich werden damit die Möglichkeiten zur Fristentransformation, d. h. die Umwandlung kurzfristiger Einlagen in langfristige Kredite, eingeschränkt. Schließlich wurde eine neue Verschuldungsobergrenze für Banken eingeführt. Diese sog. Leverage-Ratio ist abhängig vom Eigenkapital der Bank, aber unabhängig von der Risikoeinstufung der einzelnen Kredite.

1.3 Auch die Kreditberater der Banken werden stärker kontrolliert

Dabei geht es bei Basel III nicht nur darum, die kreditsuchenden Bankkunden stärker zu durchleuchten und sie im Hinblick auf ihre Bonität und Kreditsicherheit "auf Herz und Nieren zu prüfen", sondern gleichzeitig wird das Verhalten der Kreditberater und -sachbearbeiter in den Banken stärker kontrolliert und reglementiert. Dies ist ein weiterer wichtiger Punkt der Kreditvergabe, den die Bankkunden bei Kreditverhandlungen mit ihrer Bank beachten sollten. Der Kreditberater einer Hausbank, den ein Kunde seit Langem kennt und bei dem er bisher stets mit einer verständnisvollen, großzügigen und unkomplizierten Behandlung seines Kreditantrages rechnen konnte, befindet sich nun durch Basel III in einer neuen Situation.

Er wird wesentlich stärker kontrolliert und muss sich innerh...

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