Im Fokus dieses Kapitels. stehen die Eigenschaften und Funktionalitäten der Plattform , die es der Fachseite bzw. dem Business ermöglichen, die Planung effektiver und effizienter ablaufen zu lassen. Abb. 3 verdeutlicht dabei die 5 Schwerpunktthemen, eingeordnet entlang der zuvor beschriebenen Drei-Schichten-Architektur.

Abb. 3: Zentrale Eigenschaften zur Unterstützung der Planung und deren Einordnung[1]

[1] Eigene Darstellung.

3.1 Technische Integration und leistungsstarke Datenbank

Wie einleitend erwähnt, besteht hinsichtlich der aktuellen Planungslösung vielerorts eine große Unzufriedenheit mit der Datenintegration bzw. der nicht vorhandenen Anbindung an andere Datenquellen. Die Planungsplattform setzt an dieser Stelle an und ermöglicht durch leistungsstarke Schnittstellen zu anderen Tools eine performante Verbindung zu den benötigten Datenquellen. Der Mehrwert für den Planer wird hierbei vor allem durch eine Reduzierung bzw. den Wegfall manueller Tätigkeit deutlich; durch die automatisierte Datenintegration entfällt die vormals manuell getriebene Datenübertragung von einem in das andere System. Die hierdurch gewonnene Zeit kann nun anderweitig durch den Planer verwendet werden. Gleichzeit trägt die Automatisierung bei der Datenintegration zu einer Effizienzsteigerung im Planungsprozess und somit insgesamt zu einer Optimierung der Planung bei.

Ein weiterer positiver Aspekt der Planungsplattform ist die drastische Verbesserung der Leistung durch die Verwendung einer leistungsstarken Engine. Sog. In-Memory-Datenbanktechnologien (IMDB) erlauben die Durchführung von Operationen, die bis dato mehrere Stunden dauerten, in wenigen Sekunden (Echtzeit). IMDB legen Daten im Hauptspeicher in komprimierter, nicht-relationaler Form ab und erreichen dadurch wesentlich schnellere Antwortzeiten als herkömmliche relationale Datenbanken. Neben dem Aspekt der Geschwindigkeit kann auch auf die Reduktion/den Wegfall von Indizierungen verwiesen werden. Die Reaktionszeiten werden dadurch deutlich verkürzt. IMDB werden in der Praxis vor allem im Rahmen der Analyse von großen Datenmengen eingesetzt, bei denen Zusammenhänge in möglichst kurzer Zeit hergestellt werden müssen.[1]

[1] Vgl. Nasca, 2018, sowie grundlegend zum Thema "In-Memory-Datenbanken": Gleich/Kramer/Esch, 2018.

3.2 Fachliche Integration und Kollaboration

Neben der technischen Integration ist mit dem Begriff der Integration im Planungsumfeld vor allem auch die vertikale und horizontale Integration von Plänen bzw. Plan-Daten angesprochen (fachliche Integration).

  • Die Bezeichnung "vertikale Integration" zielt hierbei auf die Integration von strategischer und operativer Planung und Budgetierung ab.
  • Gegenstand der horizontalen Integration ist indes die Integration von Plänen und den dazugehörigen Daten auf funktionaler und finanzieller Ebene.[1]

Ziel der Integrationsbemühungen ist es, ein umfassendes Gesamtbild des Unternehmens als Planungsobjekt zu erhalten. Erschwert wird dieses Vorhaben in der unternehmerischen Realität nicht selten durch die Datenhaltung in voneinander isolierten, bereichsspezifischen "Silos" und deren Verarbeitung durch auf individuelle Bedürfnisse spezialisierte Tools zu einem einzelnen – von anderen Unternehmenseinheiten separierten – (Teil-)Plan. Die Integration und Abstimmung sämtlicher, auf die o. a. Art und Weise zustande gekommener Teilpläne zu einem Gesamtplan für das Unternehmen ist ein zeit- und ressourcenintensiver Prozess, der oftmals stark durch manuelle Aktivitäten unterstützt werden muss und entsprechend fehleranfällig ist. Moderne Planungsinstrumente müssen die Integration der einzelnen Teilpläne vereinfachen, beschleunigen und zugleich ein Höchstmaß an Qualität sichern. Die Planungsplattform, verstanden als eine zentral von allen Abteilungen für die Planung genutzte IT-Unterstützung, setzt an dieser Stelle an. Die Plattform muss hierbei im Vergleich zu herkömmlichen Punktlösungen – spezialisiert auf die Bedürfnisse einer einzelnen Abteilung – ein hohes Maß an Flexibilität und Kollaboration zulassen, um

  1. den heterogenen Geschäftsanforderungen der involvierten Abteilungen und Funktionen gerecht zu werden und
  2. den abteilungsübergreifenden und ggf. über mehrere Hierarchie-Level stattfindenden Austausch zu ermöglichen.[2]
[1] Vgl. Borkenhagen, 2019, S. 10; Bork/Brosig/Mehanna/Tobias, 2016, S. 250.
[2] Vgl. Bork/Brosig/Mehanna/Tobias, 2016, S. 249.

3.3 Flexible Modellierung und Erweiterbarkeit

Unternehmen unterliegen heutzutage einer sich ständig verändernden, komplexen Umwelt. In Literatur wie Praxis hat sich in diesem Kontext der Begriff der VUCA-World herausgebildet und beschreibt ein Umweltsystem, dass durch Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit (ambiguity) gekennzeichnet ist.[1] Die Planungsplattform muss auf diese Rahmenbedingungen reagieren können und die notwendige Flexibilität in ihren Planungswerkzeugen mitbringen. Angesprochen ist hierbei vornehmlich ein Höchstmaß an Flexibilität im Bereich der Datenmodellierung bzw. dem Modellieren von sich kontinuierlich ändernden Business-Modellen und Rahmenbedingungen. Wächst das Unternehmen bspw. durch Expansion in neue Län...

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