Um mit Losgröße 1 (Mass Customization) produzieren zu können, sind digitale Produktionsprozesse erforderlich. "Intelligente Textilien" und deren Einsatz in neuartigen Produkten erfordern Wissensmanagement, Forschungsnähe, eine betriebliche Innovationskultur und nicht zuletzt die kontinuierliche 360°-Sicht auf Kunden und Märkte – Themen der digitalen Transformation.

Forschungsprojekt fördert Innovation

2014 wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) futureTEX als größtes Forschungsvorhaben in der Geschichte der deutschen Textilindustrie gestartet und seitdem gefördert.[1] Das Konsortium von futureTEX verfolgt das anspruchsvolle Ziel, die führende Position bei der Umsetzung der 4. industriellen Revolution im Textilmaschinenbau und in der Textilindustrie zu erringen und damit bis 2030 das modernste textilindustrielle Wertschöpfungsnetzwerk Europas aufzubauen.

2016 existierten in Deutschland 710 Betriebe der Textil- und 252 Betriebe der Bekleidungsindustrie, in denen in der Mehrzahl weniger als 100 Mitarbeiter beschäftigt sind. Viele Textilunternehmen sind seit Generationen im Familienbesitz. In den Unternehmen einer solch stark mittelständisch geprägten Branche fehlen meist FuE-Strukturen. Um dennoch Innovationen nicht dem Zufall zu überlassen, sondern systematisch in der Unternehmensstrategie zu verankern, wurde im Rahmen von futureTEX das Basisvorhaben Open Innovation durchgeführt. Aufbauend auf Vorstudien[2] wurde speziell für die Textilbranche ein kreativitäts- und vernetzungsorientierter Open-Innovation-Ansatz entwickelt. Das Open-Innovation-Konzept wurde zudem mit analytischen Werkzeugen aus den Bereichen Früherkennung und Zukunftsforschung kombiniert, um neue Anwendungsfelder für textile Werkstoffe und Technologien systematisch zu erkennen.

futureTEX und Open Innovation

Für das Forschungsvorhaben futureTEX ist Open Innovation in Kombination mit Werkzeugen für Ideen- und Konzeptgenerierung als intelligenter Innovationsmotor der Textilbranche angedacht. Die Ziele dabei sind, die Innovationsentwicklung von neuen Produkten, Services und digitalen Prozessen und Geschäftsmodellen nicht allein dem Zufall zu überlassen, sondern systematisch zu verstetigen und die Akteure der gesamten textilen Wertschöpfungskette einzubeziehen.

Open Innovation kann alternativ zur Strukturierung nach Sichtweisen (wie in Abb. 2) auch thematisch wie in Abb. 3 untergliedert werden. Zu jeder Thematik können verschiedene technologische Werkzeuge aus den Bereichen Web 2.0, Visual Analytics, Technologieradar und Marketing zum Einsatz kommen.[3]

Abb. 3: Schichtenmodell für Open Innovation

Lösungssteckbriefe

Zu Projektbeginn wurden von den Projektpartnern deren angedachte Beiträge für das Open-Innovation-Vorhaben als "Lösungssteckbriefe" mit einheitlich strukturierten kurzen Inhalten zu den Herausforderungen, zum Lösungsansatz, zu einer Kurzbeschreibung der Lösung, zu Nutzen und Aufwand sowie zu den konkret zu erbringenden Leistungen und Ansprechpartnern formuliert. Damit waren die mit dem Vorhaben abzudeckenden Inhalte und Aufgaben jedes Partners fixiert und ließen sich wie in Abb. 4 zusammenfassen.

Abb. 4: Arbeitspakete und deren Zusammenhang im Vorhaben

[1] futureTEX gehört zu den Gewinnerprojekten des Programms "Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation" des BMBF; vgl. www.futuretex2010.de.
[2] AviloX GmbH, Vorstudie: Erarbeitung eines Machbarkeitskonzeptes zur Nutzung von OI-Methoden und -Plattformen für die Aktivierung der interdisziplinären Arbeit in der ostdeutschen Textilindustrie, 2014.
[3] Mit Web 2.0 sind die digitale Vernetzung und der Aufbau von sozialen Plattformen gemeint. Im Projekt wurde der Open-Innovation-Prozess durch die Visual Analytics Software VisualCockpit und einen an die Textilbranche angepassten Technologieradar unterstützt. Eine Marketingtoolbox erhöht die Verfügbarkeit des gesamten Open-Innovation-Prozesses für die Textilbranche.

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