Zusammenfassung

  • Die Aufgaben und Tätigkeitsschwerpunkte im Controllerbereich unterliegen einem stetigen Wandel. Es existiert eine Vielzahl von unterschiedlichen Trends und Entwicklungen, die aktuell Treiber derartiger Veränderungen sind.
  • Der Beitrag zeigt dies beispielhaft am verstärkten Einsatz von Business Analytics im Controlling und beschreibt, wie sich dadurch zukünftig die Anforderungen an Controller verändern werden.
  • Zur effektiveren Adressierung dieses kontinuierlichen und vielfältigen Weiterentwicklungsbedarfs von Controllerkompetenzen bedarf es eines systematischen und bereichsspezifischen Ansatzes des Kompetenzmanagements in Unternehmen.
  • Die International Group of Controlling (IGC) hat dazu ein standardisiertes Modell für das Kompetenzmanagment innerhalb von Controller-Organisationen erarbeitet, das die systematische Definition von positionsspezifischen Soll-Kompetenzprofilen und somit eine zielgerichtete Kompetenzentwicklung von Mitarbeitern im Controllerbereich ermöglicht.

1 Systematisches Kompetenzmanagement im Controllerbereich als Erfolgsfaktor

Controllingaktivitäten unterliegen einem stetigen Wandel

Auch der Controllerbereich unterliegt einem stetigen Wandel. Die zunehmende Dynamik und Unsicherheit in Märkten erfordert eine flexible Planung und Koordination der unterschiedlichen Funktionsbereiche sowie eine effektive und qualitativ hochwertige Informationsversorgung des Managements. Zudem stellt der technologische Fortschritt neue Möglichkeiten zur Datenerschließung und -analyse bereit, um diesen Herausforderungen gerecht zu werden. Der zukünftige Erfolgsbeitrag des Controllings hängt somit von der Fähigkeit ab, traditionelle Controlling-Funktionen, wie die Informationsversorgung, die Planung und Kontrolle, die Koordination oder die Rationalitätssicherung, zeitgemäß zu erfüllen. Dabei gewinnen agile und flexible Planungs- und Koordinationsverfahren ebenso an Bedeutung wie zukunftsgerichtete und lösungsorientierte Analyse- und Beratungsansätze. Gelingt diese Umgestaltung der Unternehmenssteuerung, kann der Controllerbereich in einem volatilen Umfeld einen wichtigen Mehrwert für das Unternehmen bieten.

Neuer Kompetenzbedarf zur Bewältigung traditioneller Funktionen

Bisher gestaltet sich die Weiterentwicklung des Controllerbereichs in der Unternehmenspraxis schwierig. Ein wichtiger Grund dafür ist fehlendes Fachpersonal und Know-how, um zeitgemäße Methoden zur Datengenerierung, -aufbereitung und -analyse in den Controllingprozessen zu implementieren.[1] Neben vorhandenen Lücken im Fach- und Methodenwissen in Bezug auf die Durchführung von modernen Analyseverfahren, fehlt es Controllern mitunter auch an sozialen Kompetenzen, um derartige Analysen gegenüber dem Management zu vertreten und somit zur Rationalitätssicherung im Unternehmen beizutragen. Damit Controller zukünftig dazu in die Lage versetzt werden, bedarf es demnach sowohl der Weiterentwicklung der fachlich-methodischen als auch der sozialen Kompetenzen.

Systematisches Kompetenzmanagement notwendig

Diese umfassende Weiterentwicklung der Controllerkompetenzen erfordert ein systematisches Kompetenzmanagement, auf dessen Basis die Kompetenzen von Controllern positionsspezifisch und somit zielgerichtet weiterentwickelt werden können. Zur Umsetzung eines solchen systematischen Kompetenzmanagements hat die IGC ein Kompetenzmodell entwickelt, das spezifisch für den Controllerbereich ausgestaltet ist. Das Controller-Kompetenzmodell der IGC richtet sich an Führungskräfte im Controlling sowie Personalmanager, die mit der Weiterentwicklung von Mitarbeitern aus dem Controlling bzw. Finanzbereich vertraut sind. Der folgende Beitrag zeigt zunächst beispielhaft am verstärkten Einsatz von Business Analytics im Controlling auf, wie sich dadurch zukünftig die Kompetenzanforderungen an Controller verändern werden. Im weiteren Verlauf wird dann das Controller-Kompetenzmodell der IGC vorgestellt, das den zuvor beschriebenen Bedarf der kontinuierlichen Weiterentwicklung von Controllerkompetenzen aufgreift. Das Modell ermöglicht die systematische Definition von positionsspezifischen Soll-Kompetenzprofilen und somit eine zielgerichtete, gesamthafte Kompetenzentwicklung innerhalb des Controllerbereichs von Unternehmen.

[1] Vgl. Horváth/Aschenbrücker, 2015, S. 49.

2 Controllerkompetenzen auf dem Prüfstand

2.1 Klassische Aufgabenbereiche und Funktionen des Controllings

Beschreibung der Aufgaben

Die klassischen Aufgabenbereiche der Controller decken die Erfüllung der Informationsversorgungs-, der Planungs- und Kontroll-, der Koordinations- sowie der Rationalitätssicherungsfunktion ab.[1] Verschiedene Studien zum Wesen und Aufgabenbereich der Controller im deutschsprachigen Raum zeigen dabei auf, dass die traditionellen Tätigkeitsschwerpunkte der Controller insbesondere in der Informationsversorgung sowie der Planung und Kontrolle liegen.[2] Die Informationsversorgungsfunktion beschränkt sich in ihrer traditionellen Interpretation auf die Informationsaufbereitung und -bereitstellung für das Management. Tätigkeiten zur Planung und Kontrolle umfassen die Organisation und Integration funktionsspezifischer Unternehmensaktivitäten zu einem Gesamtplan sowie die Bereitstel...

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