Integrated Reporting: Auswirkungen auf das interne und externe Reporting

Zusammenfassung

 
Überblick

Die Einführung eines Integrated Reporting (IR) stellt Unternehmen vor diverse Herausforderungen und wirft die Frage nach den Auswirkungen auf das bestehende interne und externe Reporting auf.

Ziel dieses Beitrages ist es, die Auswirkungen des Integrated Reporting auf die Ausgestaltung des betrieblichen Berichtswesens im Hinblick auf Inhalte und Präsentation, Prozesse, Organisationsstrukturen und IT-Landschaft aufzuzeigen.

Die Basis für die Ausführungen bildet der Mehrwert für die in- und externen Anspruchsgruppen, welcher maßgeblich für die Einführung eines integrierten Berichts ist. In diesem Zusammenhang wird die Bedeutung der Konnektivität als zentraler Mehrwert ausführlicher diskutiert.

Integrated Reporting wirkt sich im internen und externen Berichtswesen auf den Inhalt, die Darstellungsform, den Erstellungsprozess, die Organisation und die IT-Systeme aus, wobei die Veränderungen mittelfristig stärker ausgeprägt sind als kurzfristig.

Der Beitrag zeigt mögliche Entwicklungslinien innerhalb des Berichtswesens auf, die sich durch das Rahmenwerk zum Integrated Reporting ergeben und gibt damit Anhaltspunkte für die Weiterentwicklung des Berichtswesens.

1 Warum wird Integrated Reporting notwendig?

Integrated Reporting als logischer, nächster Schritt

Den gestiegenen Informationsbedürfnissen der Stakeholder hinsichtlich ökologischer, sozialer, gesellschaftlicher und ökonomischer Aspekte sind Unternehmen in der Vergangenheit häufig mit der Veröffentlichung zusätzlicher Berichtsformate oder der Erweiterung bestehender Berichte entgegen getreten.[1] Oftmals werden daher neben dem Geschäftsbericht noch ein Nachhaltigkeitsbericht und ein Corporate Governance-Bericht veröffentlicht. In diesem Zusammenhang beklagen Berichtsempfänger jedoch die steigende Komplexität und die fehlende Transparenz über die Wechselwirkungen zwischen den berichteten finanziellen und nicht finanziellen Größen sowie einen mangelnden Zukunftsbezug.[2]

Darüber hinaus sind zum Teil Verbesserungspotenziale im Risikomanagementsystem, welches für kapitalmarktorientierte Unternehmen verpflichtend ist (§ 91 Abs. 2 AktG), mancher Unternehmen festzustellen, da der Fokus verstärkt auf finanziellen Berichtsthemen liegt. Mit Blick auf diese Entwicklungen erscheint die Veröffentlichung des Rahmenwerks zum Integrated Reporting (IR) durch den International Integrated Reporting Council (IIRC) im Jahr 2013 als logischer nächster Schritt, der gezielt die Schwachstellen tradierter Berichtssysteme aufgreift.[3]

Vornehmliches Ziel eines integrierten Berichts ist die Steigerung der Entscheidungsnützlichkeit der externen Berichtserstattung für Investoren.[4] Eine Verankerung innerhalb des Accountings scheint daher naheliegend. Bei der Betrachtung der kommunizierten Inhalte, insbesondere der sogenannten Leitprinzipien, fällt jedoch auf, dass viele dort erwähnten und verlangten Reporting-Sachverhalte bereits Bestandteile eines guten und modernen Management Reportings sind.[5] Die Erstellung eines integrierten Berichts erfordert also gleichermaßen das Mitwirken von Accounting und Controlling.

In diesem Beitrag sollen die Auswirkungen des Integrated Reporting auf die Gestaltungselemente des Berichtswesens aufgezeigt werden. Die Grundlage hierfür bildet die Darstellung des Mehrwertes für die in- und externen Anspruchsgruppen, welcher maßgeblich für die Einführung eines integrierten Berichts ist. Da dem Element der Konnektivität in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle zukommt, wird die Identifikation von Wechselwirkungen ausführlicher diskutiert. Die Beurteilung der Auswirkungen des IR auf die Systeme des Rechnungswesens schließt sich an und wird zum Abschluss in Form von Kernthesen zusammengefasst.

[1] Vgl. Eccles/Saltzman, 2011, S. 58.
[2] Vgl. Haller/Fuhrmann, 2012, S. 461 ff.
[3] Vgl. IIRC, 2013, S. 2.
[4] Vgl. IIRC, 2013, S. 7.
[5] Vgl. Gleich et al., 2015, S. 245 f.

2 Gestaltungselemente und Mehrwert des Integrated Reporting

2.1 Wesentliche Gestaltungselemente

Ganzheitliche Betrachtungsweise

Vor dem Hintergrund der eingangs erläuterten Schwachstellen des derzeitigen Berichtswesens können die im Rahmen des Frameworks des IIRC empfohlenen Prinzipien und Berichtsinhalte grundsätzlich als hilfreich eingestuft werden.[1] Hinsichtlich der Leitprinzipien ist insbesondere bei den Folgenden ein Lösungsansatz zu sehen:

1) Unternehmensstrategie und Zukunftsorientierung: Angesichts des stärkeren Einbezugs der Unternehmensstrategie sowie der Erklärung zur zukünftigen Wertschöpfung des Unternehmens kann dieses Prinzip maßgeblich zur zukunftsorientierten Ausrichtung des Berichts und einem ganzheitlichen Risikomanagementsystem beitragen.
2) Konnektivität: Durch die Verknüpfung von Informationen sowie Berichtsinhalten kann für den Berichtsleser ein erheblicher Mehrwert geschaffen werden. Hierdurch kann insbesondere die Transparenz und der Informationsgehalt vorangetrieben werden.
3) Wesentlichkeit: Das Framework des IIRC betont mit diesem Prinzip, dass nur diejenigen Informationen den Weg in den Bericht finden sollen, die für die Darlegung der kurz-, mittel- und langfristigen Wertschöpfung des Unternehmens notwendig sind...

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