Innovationsorientiertes Performance Measurement mit Innovation Scorecards

Zusammenfassung

Für die kontinuierliche Umsetzung eines erfolgreichen Innovationsmanagements ist eine Professionalisierung des Innovationscontrollings eine notwendige Voraussetzung.

Im Mittelpunkt steht dabei eine systematische Steuerung aller Innovationsaktivitäten mittels relevanter Kennzahlen und Instrumente im Rahmen eines Innovation Performance Measurement.

Ein viel zitiertes und in der Praxis häufig angewandtes Instrument stellen Innovation Scorecards dar. Von "der" Innovation Scorecard zu sprechen wäre dennoch falsch, da sie je nach Ausgestaltung unterschiedliche Zwecke erfüllen.

Je nach Zielsetzung können Scorecards im Innovationskontext zum Messen der Innovationskraft, zum unternehmensübergreifenden Benchmarking, zur Innovationsstrategieimplementierung sowie zur Messung einzelner betrieblicher innovationsnaher Teilbereiche angewandt werden.

Dieser Artikel gibt zunächst einen allgemeinen Überblick über das Innovation Performance Measurement und stellt daraufhin drei verschiedene Scorecard-Ansätze im Innovationskontext vor.

1 Herausforderungen im Innovationsmanagement und -controlling

Bedeutung des Innovations­managements steigt

Stetig steigender Konkurrenzdruck, verkürzte Technologie- und Produktlebenszyklen sowie sich ändernde Kundenwünsche stellen Unternehmen im 21. Jahrhundert immer wieder vor neue Herausforderungen beim Innovieren. Um sich in diesem dynamischen Spannungsfeld hervorzuheben und kritische Wettbewerbsvorteile zu erlangen, müssen Unternehmen ihre Innovationen kontinuierlich steuern und anpassen – somit systematisches Innovationsmanagement betreiben.

Durch Innovationen können Unternehmen nachhaltiges Wachstum, wirtschaftlichen Erfolg und Beschäftigung sichern. Darüber hinaus bietet sich Unternehmen durch Innovationen die Möglichkeit, Wettbewerber zu verdrängen, bestehende Märkte tiefer zu durchdringen und neue Marktpotenziale – national wie international – zu erschließen.[1]

Professionalisierung des Innovations-­controllings unabdingbar

Trotz der für Unternehmen hohen Innovationsrelevanz befindet sich der professionelle Umgang mit diesem Themenfeld noch in den Anfängen. Aber gerade für die kontinuierliche Umsetzung eines erfolgreichen Innovationsmanagements ist eine Professionalisierung des Innovationscontrollings unabdingbar. Im Mittelpunkt steht dabei die systematische Steuerung aller Innovationsaktivitäten mittels relevanter Kennzahlen und Instrumente im Rahmen eines systematischen Innovation Performance Measurement.

Zielsetzung von Innovation Scorecards

Ein viel diskutiertes Konzept zur Steuerung von Innovationsaktivitäten stellt die Innovation Scorecard (ISC) dar. Von "der" Innovation Scorecard zu sprechen wäre nicht passend, da die bekannten Konzepte je nach Ausgestaltung und Unternehmenssituation unterschiedliche Zwecke erfüllen. Je nach Zielsetzung können Scorecards im Innovationskontext

  • zum Messen und Steuern der Innovationskraft,
  • zum unternehmensübergreifenden Benchmarking,
  • zur Innovationsstrategieimplementierung sowie
  • zur Messung einzelner betrieblicher innovationsnaher Teilbereiche

angewendet werden.

[1] Vgl. Möller/Janssen(2009), S. 89.

2 Performance Measurement im Innovationskontext

2.1 Besonderheiten von Innovationen und Innovationsleistung

Der Begriff "Innovation"

Innovationen im betrieblichen Kontext spielen insbesondere in einer an Dynamik gewinnenden Unternehmensumwelt eine entscheidende Rolle. So tragen Innovationen maßgeblich zum langfristigen Unternehmenserfolg und zur Beibehaltung eines Wettbewerbsvorteils bei.[1] Innovationen stellen, wenngleich zum Begriff bislang keine einheitliche Definition besteht, hierbei immer etwas grundsätzlich – wie auch immer geartet – Neues dar.

Nach Schumpeter kann als allgemein gültiges Charakteristikum von Innovationen "the carrying out of new combinations" angeführt werden.[2] Somit liegt eine Innovation dann vor, sobald eine neue Zweck-Mittel-Beziehung entsteht. Technologie ist hierbei das Mittel, mit dem eine neuartige Nachfrage- bzw. Bedürfnisbefriedigung erfüllt werden kann. Dies beinhaltet auch den kombinierten Ansatz eines Technology Push und Demand Pull, wonach Technologie und Kundenwünsche maßgebliche Treiber des Innovationsprozesses sind.

Als gemeinsamen Konsens bisheriger Definitionsansätze zu Innovationen kann festgehalten werden, dass eine Innovation die Elemente "Invention" und "Exploitation" umfasst, d. h. die Erfindung an sich und ihre nachfolgende Umsetzung in ein marktfähiges Produkt.[3]

Innovationsmerkmale Nachhaltigkeit und Unsicherheit

Innovationen ermöglichen zukünftige wirtschaftliche Erfolge von Unternehmen und sind somit ein wesentlicher Beitrag zur nachhaltigen Zukunftssicherung – "innovate or die"[4] ist in diesem Zusammenhang ein häufig zitierter Ausdruck. Innovationen sind somit auf Langfristigkeit angelegt: Je nach Branche kann die Entwicklung einer neuen Technologie durchaus zehn bis 15 Jahre in Anspruch nehmen. Ein weiteres wesentliches Merkmal von Innovationen ist die grundsätzlich vorhandene Möglichkeit des Scheiterns der Innovationsaktivität. Die Risiken, die mit einem Innovationsprozess verbunden sind, sind vielfältig und reichen von technischen Risiken (z. B. in der Forschung und Entwicklung,...

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