Innovationscontrolling: Benchmark-Studie zum Status Quo in der deutschen Industrie

Unternehmen fragen sich häufig, wie gut sie beim Innovationscontrolling aufgestellt sind. In diesem Beitrag werden die Ergebnisse einer Innovationscontrolling-Benchmark-Studie vorgestellt, die mit Experten aus der Praxis entwickelt und verprobt wurde.

Im Kern der Studie geht es darum zu zeigen, wie intensiv die Aufgaben des Innovationscontrollings auf den verschiedenen betrieblichen Leistungsebenen des Innovationssystems, -portfolios und -projekts von deutschen Unternehmen bisher ausgeübt werden.

Neben den Aufgaben wird der Status Quo von organisatorischen und prozessualen Rahmenbedingungen für das effektive und effiziente Innovieren ermittelt.

Zudem wird herausgearbeitet, welche Aufgaben und Rahmenbedingungen einen besonderen Einfluss auf die Effektivität und Effizienz im Innovationsmanagement haben.

Da die Ergebnisse der Benchmark-Studie auch als internes Audit genutzt werden können, wird Unternehmen ein Instrument an die Hand gegeben, mit dem sie die Güte ihres Innovationscontrollings strukturiert ermitteln und Verbesserungsmaßnahmen einleiten können.

1 Innovationen managen und steuern

Innovationen sind der Ursprung nachhaltigen Wachstums und stellen den Motor wirtschaftlichen Erfolgs dar. Innerhalb der Unternehmen übernimmt das Innovationsmanagement die Verantwortung, dass das Innovieren keine zufällige und einmalige Unternehmung bleibt. Das Hervorbringen von Innovationen soll als Routineprozess gestaltet werden, der mittels sequentiellen Phasenabläufen alle Innovationstätigkeiten standardisiert.

Zudem gilt es, alle relevanten Parteien innerhalb einer Unternehmensorganisation in den Innovationsprozess einzubinden. Allerdings sind bestimmte Eigenschaften aufgrund des Neuigkeitscharakters sowie der Zukunftsbezogenheit von Innovationen vor Projektstart unbekannt. Folglich ergeben sich Risiken, Unsicherheiten und ein hoher Grad an Komplexität, mit dem sich das Innovationsmanagement konfrontiert sieht. Zusätzliche Hürden entstehen durch externe Faktoren, wie Ressourcenverknappung, ein erhöhter Konkurrenzdruck sowie wachsende Kunden- bzw. Marktanforderungen. Dadurch erhöht sich der Bedarf, das Innovationsmanagement bei seiner Aufgabenerfüllung zu unterstützen.

Hier setzt das Innovationscontrolling mit seiner Unterstützungsfunktion an und verfolgt dabei das Ziel, die Effektivität sowie die Effizienz in den Innovationsaktivitäten sicherzustellen und nach Möglichkeit zu steigern.

Leistungsstand des Innovationscontrollings beurteilen

Das Innovationscontrolling stellt noch ein vergleichsweise junges Forschungsgebiet dar. In der Praxis ist aufgrund dessen, ein wachsendes Interesse an der Ausgestaltung dieser Teildisziplin zu verzeichnen. Denn einerseits besteht noch Unklarheit darüber, welche Eigenschaften und Merkmale das Innovationscontrolling aufzuweisen hat. Andererseits sind Unternehmen oft nicht in der Lage, die Güte sowie den Leistungsstand ihres Innovationscontrollings präzise einzuschätzen. Weder innerhalb der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema, noch im Unternehmenskontext, kann ein Modell identifiziert werden, mit dem das unternehmensinterne Innovationscontrolling analysiert wird.

Mit diesem Artikel werden die Ergebnisse einer Benchmark-Studie vorgestellt, bei der 100 mittelgroße bis große Unternehmen aus forschungs- und wissensintensiven Branchen nach dem Status Quo ihres Innovationsmanagements und -controllings befragt wurden. Die Ergebnisse des Benchmarks sind Ausgangspunkt für die Durchführung eines Innovationscontrolling-Audit, mit dem Unternehmen die Güte ihres Innovationscontrollings bestimmen können. Die Entwicklung und Verprobung des Audit Modells erfolgte innerhalb eines Arbeitskreises der EBS Business School. Bevor wir auf die Ergebnisse der Studie eingehen, grenzen wir die Begriffe Audit und Benchmark voneinander ab.

2 Benchmark vs. Audit

2.1 Audit

Audit als Instrument zur Bewertung und Verbesserung

Die einschlägige Literatur bietet vielfältige Definitionen des Begriffs Audit, sowohl im Allgemeinen als auch im Kontext von F&E und Innovationen. Als Basis für die weiterführende Diskussion soll im Folgenden kurz das diesem Artikel zugrunde liegende Verständnis eines Audits skizziert werden. Das Audit bewertet ein Unternehmen bzgl. der Güte eines gewissen Sachverhalts – in unserem Fall der Güte des Innovationsmanagements und -controllings. Dabei geht es über das reine Performance Measurement sowie Balanced Scorecard-Konzept hinaus, indem es sich nicht auf die Resultate beschränkt, sondern auch den Aufbau und die verschiedenen Dimensionen des Bewertungsobjektes betrachtet. Somit dient es Unternehmen als Möglichkeit, für die fokussierten Aktivitäten systematisch Verbesserungspotenziale zu identifizieren und Verbesserungsmaßnahmen einzuleiten sowie Fortschritte zu ermessen. Oftmals haben Audit-Konzepte das Potenzial, durch eine groß angelegte Studie zur Etablierung von Benchmark-Werten herangezogen zu werden.

2.2 Benchmark

Benchmark zum internen und externen Vergleich

Benchmark-Konzepte...

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