Unternehmensgründer, aber auch junge, innovative Unternehmen stehen häufig vor dem Problem, das notwendige Startkapital für eine erfolgreiche Gründung zu beschaffen bzw. ihr weiteres Wachstum mithilfe von Fremdkapital zu finanzieren. Dies liegt insbesondere daran, dass es ihnen häufig an einer entsprechenden Eigenkapitalausstattung fehlt, die aus Sicht eines Kreditinstituts nicht nur eine Finanzierungsfunktion, sondern gleichzeitig auch eine Haftungs- und Garantiefunktion übernimmt. Aber auch die vorhandenen Sicherheiten reichen oftmals nicht aus, um von der Hausbank einen Kredit zu angemessenen Konditionen zu erhalten. Für Existenzgründer und junge, innovative Unternehmen macht es daher Sinn, auf das Angebot öffentlicher Förderprogramme zurückzugreifen und die bereitgestellten zinsgünstigen Darlehen, monetären Zuschüsse, Bürgschaften und Beteiligungen als Start- und Investitionshilfe zu nutzen.

Da es eine Vielzahl öffentlicher Förderprogramme gibt und das Angebot je nach politischer Intention stark schwanken kann, ist Unternehmen zu empfehlen, sich bereits im Vorfeld der Kreditaufnahme über mögliche öffentliche Förderprogramme zu informieren. So wird beispielsweise der Messeauftritt von jungen Unternehmen und Startups im In- und Ausland mit einem Zuschuss unterstützt. Dadurch lässt sich der Bekanntheitsgrad steigern und die Neukundengewinnung beschleunigen, ohne dass der Existenzgründer finanziell überfordert wird. Zudem wurden neue Programme zur Digitalisierung und Innovationsförderung aufgelegt und einige öffentliche Förderprogramme wurden im Zuge der Corona-Pandemie erweitert. So etwa die beiden Förderprogramme "ERP-Gründerkredit – Universell" und "KfW Unternehmerkredit". Des Weiteren gibt es ein KfW-Schnellkredit-Programm, das die finanziellen Folgen der Corona-Krise etwas abzumildern versucht.

 
Praxis-Tipp

Keine rückwirkende Unterstützung

Zu beachten ist, dass zurückliegende, also bereits getätigte, Investitionen und Ausgaben von den öffentlichen Förderbanken nicht rückwirkend unterstützt werden. Zudem sollten Unternehmer wissen, dass eine Existenzgründung auch bei Übernahme eines bestehenden Betriebs vorliegt und dass kein Rechtsanspruch auf öffentliche Fördermittel besteht.

Fördergeber bzw. Ansprechpartner für eine Vielzahl öffentlicher Förderprogramme sind

  • die Europäische Union,
  • der Bund,
  • die Länder sowie
  • die Kommunen und Kreisverwaltungen.

Aber auch die Bundesagentur für Arbeit und spezielle Fördervereine bieten Existenzgründern und jungen Unternehmen ihre finanzielle Unterstützung an.

Es gibt unterschiedliche Arten von Hilfen, die Unternehmen bei ihrer Gründung, ihrem Wachstum oder zur Überwindung aktueller Corona-bedingter finanzieller Schwierigkeiten unterstützen:

  1. zinsgünstige Darlehen,
  2. monetäre Zuschüsse,
  3. Bürgschaften,
  4. Beteiligungen,
  5. Garantien und
  6. Haftungsfreistellung.

 
Praxis-Tipp

Förderdatenbank hilft bei der Suche

Kleine und mittlere Unternehmen, die sich einen Überblick über die Förderprogramme von Bund, Ländern und der EU verschaffen wollen, können dies im Internet mithilfe der Förderdatenbank des Bundes tun. Unter der Homepage der Förderdatenbank[1] ist eine gezielte Suche nach den passenden Fördermitteln möglich. Der Förderassistent führt Schritt für Schritt zum richtigen Förderprogramm. Durch Auswahl des Fördergebiets, des Förderberechtigten, des Förderbereichs, der Förderart und des Fördergebers kann die Recherche konkretisiert werden.

Einen besonders hohen Stellenwert im Bereich der Unternehmensfinanzierung nehmen die Förderprogramme der KfW Bankengruppe ein. Sie ist die Förderbank des Bundes und aufgrund der von ihr bereitgestellten Produktvielfalt in der Lage, fast jeden wirtschaftlich vertretbaren Verwendungszweck von mittelständischen Unternehmen, Existenzgründern und Freiberuflern in unterschiedlicher finanzieller Größenordnung zu begleiten.

Erste Informationen zu den einzelnen Förderprogrammen bieten die Merkblätter der KfW, die auf der Homepage der KfW[2] zum Download zur Verfügung stehen. Der Antrag wird bei der Hausbank oder bei einem beliebigen Kreditinstitut gestellt.

 
Wichtig

KfW-Corona-Hilfe beantragen

Unternehmen, die duch die Corona-Krise in finanzielle Schieflage geraten sind, können einen KfW-Hilfskredit bis zum 30.6.2021 bei ihrer Bank oder Sparkasse abschließen. Infrage kommen der ERP-Gründerkredit – Universell, der KfW-Unternehmerkredit und der KfW-Schnellkredit. Die Programme unterscheiden sich in den Zugangsvoraussetzungen und im Zinssatz sowie in der Haftungsfreistellung. Beim KfW-Schnellkredit beträgt die Haftungsfreistellung 100 %. Das bedeutet, dass Kredite ohne Risikoprüfung durch die Bank oder die KfW bewilligt werden, die Unternehmen keine Sicherheiten stellen müssen und die Kreditvergabe ohne Zukunftsprognose erfolgt. Die Hausbank wird sich lediglich eine aktuelle Schufa-Auskunft einholen und vergangenheitsbezogene Daten für die Kreditvergabe betrachten.

Beim ERP-Gründerkredit – Universell und KfW-Unternehmerkredit liegt die Haftungsfreistellung bei 80 oder 90 %. Eine...

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