Die Auswahl des Zahlenmaterials und des Diagrammtyps, Hervorhebungen oder Kommentare können die Interpretation deutlich beeinflussen. Abb. 17 zeigt, wie die Aufmerksamkeit durch das Festlegen einer "Grundbotschaft" gesteuert werden kann, d. h. gewisse Informationen in den Vordergrund gerückt und andere dadurch in den Hintergrund gedrängt bzw. unsichtbar werden.

Tipp: Wählen Sie eine Visualisierung, die Ihren Berichtszweck bestmöglich unterstützt.

Abb. 17: All-time High vs. All-time Low: Differenzierte Auslegung derselben Informationsbasis führt zu 2 unterschiedlichen Aussagen[1]

Das linke Diagramm (Umsatzerlöse) verwendet dasselbe Datenmaterial als Basis wie die rechte Darstellung (Umsatzwachstum), setzt allerdings einen anderen Blickwinkel in den Mittelpunkt. Während beim linken Diagramm eine positive Aussage durch steigende Umsätze entsteht, erfolgt beim rechten Diagramm das genaue Gegenteil (sinkendes Umsatzwachstum).

Dieses Beispiel demonstriert, dass die Auswahl des Diagramms und dessen Ausgestaltung völlig unterschiedliche Interpretationen entstehen lassen kann. Die Entscheidung des Controllers über die Auswahl der Perioden, welche nicht das Gesamtbild zeigen, und die visuelle Aufbereitung der Daten, hat eine implizite Auswirkung auf die Interpretation des Entscheidungsträgers, auch wenn keine expliziten Kommentare oder Botschaften vorhanden sind.

Tipp: Stellen Sie die relevante Information unmissverständlich in den Mittelpunkt und vermeiden Sie unnötige Dekoration.

Ein Diagramm oder eine Tabelle sollte immer die für den Berichtszweck relevante Information in den Mittelpunkt rücken. Alle für das Verständnis des Zahlenmaterials erforderlichen Informationen sollten in einem aussagekräftigen Titelbereich dargestellt werden. (z. B. Einheit, zeitlicher Bezug, Organisationseinheit).

Abb. 18: Aussagekräftiger Diagrammtitel

Soll eine kurze Botschaft vermittelt werden, kann diese ebenfalls bereits im Titelbereich platziert werden. Gilt es jedoch, mehrere Hinweise anzubringen, eignet sich ein eigenes Kommentarfeld besser.

[1] Harvard Business Review (HBR), 2014, S. 39.

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