Zusammenfassung

 
Überblick

Steigende Energiepreise sowie die zunehmende gesellschaftliche Relevanz der Nachhaltigkeit erfordern ein systematisches Energiecontrolling.

Der Beitrag stellt das Energiecontrolling als Teil des integrierten Nachhaltigkeitscontrollings am Flughafen Stuttgart vor.

Die Vorteile eines integrierten Energiecontrollings werden dargelegt, um parallele Systeme und doppelten Aufwand zu vermeiden.

Die IT-Umsetzung eines ökonomischen und ökologischen Controllings in SAP BW wird beschrieben, um ökologische und ökonomische Größen einheitlich bewerten und berichten zu können.

1 Energiecontrolling als Teil des Nachhaltigkeitscontrollings

Erhalt der "License to Operate"

Das Thema Nachhaltigkeit ist ein zentraler Wettbewerbsfaktor für den langfristigen Unternehmenserfolg. Insbesondere für Unternehmen der Logistik- und Transportbranche geht es mit dem effizienten Einsatz von Ressourcen und einer Reduktion der damit verbundenen Emissionen (bspw. Treibhausgase, Lärm, Schadstoffe) nicht nur um die Wahrung eines positiven Images oder die Reduktion von generell steigenden Energiekosten, sondern auch um den Erhalt der "License to Operate".[1] Das heißt: Gelingt es den Unternehmen der Branche mittelfristig nicht, einen nachhaltigen Wandel der Geschäftsprozesse zu erreichen, drohen langfristig existenzielle Bedrohungen für die heutigen Geschäftsmodelle, da die bewährten Wertschöpfungsprozesse einerseits nur noch mit hohem finanziellen Aufwand ablaufen werden können und andererseits zunehmende gesellschaftliche Widerstände und schärfere gesetzliche Anforderungen zu erwarten sind.

Fehlende Integration im Controlling

Während die Nachhaltigkeit in den Strategien vieler Unternehmen heute als Ziel verankert ist, zeigen sich bei der internen Steuerung der Umsetzung von Visionen, Strategien und Maßnahmen vielfach Defizite. Diese Defizite spiegeln sich darin wider, dass die Steuerung der Unternehmen – konkret das Controlling – zumeist eindimensional auf ökonomische Kerninteressen des Unternehmens ausgerichtet ist. Eine mehrdimensionale Steuerung, die ökonomische, ökologische und soziale Aspekte integriert betrachtet, ist zumeist nicht gegeben.[2]

Die Ursachen für diese Defizite sind zumeist nicht die generelle Nichtverfügbarkeit von Informationen, sondern deren nicht erfolgte Zusammenführung im Sinne einer integrierten Steuerung. Oftmals bestehen betriebswirtschaftliche Daten und ökologische bzw. soziale Daten in separaten Systemen mit unterschiedlichen Verantwortungen, Prozessen und Berichten. Dies erfordert nicht nur, dass mehrere Systeme parallel gepflegt werden müssen, sondern führt auch dazu, dass aus verschiedenen Systemen zusammengetragene und berechnete Informationen oftmals über keine ausreichende Konsistenz verfügen, da unterschiedliche Berechnungs- und Bewertungsansätze verwendet werden.

Vorteile der integrierten Steuerung

Um dem Management alle relevanten Informationen zur Verfolgung ökonomischer, ökologischer und sozialer Ziele aus einer Hand ("Single Point of truth") mit hoher Qualität und Konsistenz berichten zu können und damit eine angepasste Steuerung zu ermöglichen, müssen alle Ziele in einem integrierten Controlling Beachtung finden.

Die Vorteile eines integrierten Controllings sind weitreichend:

  • Vermeidung von aufwändigen Parallelsystemen für ein neben dem klassischen Controlling bestehendes Umweltcontrolling (bspw. Umweltinformationssystem)
  • Ermöglichung einer integrierten Betrachtung von Ressourcen- und Emissionsdaten mit klassischen finanziellen Kennzahlen und Betriebsdaten
  • Zentrale Bereitstellung von Daten für ein integriertes internes Management Reporting und externes Reporting
  • Integration von ökologischen Kennzahlen in die Unternehmensplanung sowie in Entscheidungsprozesse (z. B. mehrdimensionale Investitionsbewertung)
  • Plausibilisierung der Ableitung von Umweltzielen in Zusammenhang mit finanziellen Unternehmenszielen

Energiecontrolling am Flughafen Stuttgart

Der vorliegende Beitrag zeigt am Beispiel des Energiecontrollings bei der Flughafen Stuttgart GmbH (FSG) die Notwendigkeit und Lösungsansätze zur Integration von Energie- und klassischem Unternehmenscontrolling auf. Das Controlling von Energieverbrauch und Emissionen spielt bei der FSG eine wichtige Rolle, wie der Blick auf die Ökobilanz der FSG bzw. deren "Carbon Footprint" zeigt. Im Sinne der gesetzten Klimaziele ist die FSG fortlaufend bestrebt, auf der einen Seite den Einsatz von Energieträgern (insb. Strom und Kraftstoffe) zu optimieren, um damit auf der anderen Seite die versursachten Emissionen zu reduzieren. Hierzu werden Informationen benötigt, die den Status quo des Energieverbrauchs aufzeigen und daraus Potenziale zu deren Optimierung erkennen lassen. Aus diesen Potenzialen werden Maßnahmen zur Erreichung der Umweltziele abgeleitet und einem fortlaufenden Controlling unterzogen.

[1] Die Licence to Operate umfasst die "gesellschaftliche Geschäftsgrundlage", die aufgrund des

Vertrauens der Stakeholder das Unternehmen legitimiert, seine Geschäfte zu tätigen, am

Wettbewerb teilzunehmen und die Interessen der Stakeholder z...

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