Zusammenfassung

  • S/4HANA bietet zahlreiche Potenziale, um Unternehmen auf ihrem Weg zur Digitalisierung zu unterstützen.
  • Inwieweit und in welcher Höhe diese Potenziale in einem spezifischen Unternehmen realisierbar sind, hängt maßgeblich vom Reifegrad der Ist-Prozesse, vom Ausmaß der IT-bezogenen Änderungen, möglichen Standardisierungen und der Art der Implementierung ab.
  • Aus diesem Grund wird die Durchführung einer Vorstudie zu S/4HANA empfohlen, um Kosten und Nutzen abzuschätzen, eine Zielsystemarchitektur zu definieren sowie einen Migrationspfad und eine Roadmap festzulegen.
  • Mit einer solchen Vorstudie werden notwendige Prozess- und Organisationsänderungen – einerseits als Voraussetzung für die Implementierung von S/4HANA, andererseits um dessen Potenziale bestmöglich nützen zu können – bereits vor der Implementierung transparent.

1 Digitalisierung der Unternehmenssteuerung

Das digitale Zeitalter ist nicht Zukunft, sondern Gegenwart. Es durchdringt und verändert bereits heute die Unternehmen. Dieses wirkt sich komplett auf neue digitale Geschäftsmodelle oder auf die Digitalisierung bestehender Produkte und Services aus. Aber auch unternehmensinterne Wertschöpfungsprozesse unterliegen den Veränderungen durch die Digitalisierung. Bspw. werden klassische Vertriebsprozesse verdrängt oder aber additiv digitalisiert, während die Produktion durch Industrie 4.0 digitalisiert und durch eine digitale Supply Chain ergänzt wird.[1]

Managementunterstützungsfunktionen von der Digitalisierung betroffen

Die Managementunterstützungsfunktionen sind von dieser Entwicklung ebenfalls nicht ausgenommen. Insbesondere das Controlling mit seiner Informationsversorgungsverantwortung steht hierbei an erster Stelle. Wenn die Aussage zutrifft, dass Daten die Währung der Zukunft darstellen, muss der Controller beherzt und tatkräftig an seiner digitalen Roadmap arbeiten. Folgende Handlungsfelder sollte er dabei im Auge behalten:[2]

  • Erarbeitung einer digitalen Strategie und Agenda;
  • Digitalisierung der Steuerungsprozesse;
  • Digitalisierung der Steuerungssysteme;
  • Nutzung der Potenziale von Big Data;
  • Change Management für den Wandel zum digitalen Unternehmen.

IT-Systeme zur Umsetzung digitaler Steuerungskonzepte

Einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung digitaler Steuerungskonzepte liefern adäquate IT-Systeme. Mit ihnen lassen sich große Datenmengen auswerten, da bspw. durch In-Memory-Technik die Verarbeitungsgeschwindigkeit erheblich gesteigert werden kann. Informationen stehen dadurch in Echtzeit zur Verfügung und statistische Modelle lassen sich einfach und schnell auswerten.

Für den Controller lassen sich damit vielfältige Verbesserungen erzielen. Ein automatisierter, digitaler Forecast wird einen festen Platz im Planungs- und Kontrollsystem eines Unternehmens einnehmen. Quantitative Business- und Treibermodelle ergänzen die neuen Planungsinstrumente. Real-Time-Steuerung wird den monatlichen Steuerungsrhythmus komplettieren.

[1] Vgl. Kieninger/Schimank, 2017, S. 4f.
[2] Vgl. Kieninger/Schimank, 2017, S. 16f.

2 SAP S/4HANA als Antwort auf die Digitalisierung

SAP hat hierzu die nächste Generation ihres ERP-Systems lanciert und die "SAP Business Suite 4 SAP HANA" oder besser bekannt als "SAP S/4HANA" auf den Markt gebracht. In diesem Zusammenhang wurde auch bekannt gegeben, dass SAP R/3 (voraussichtlich) nur noch bis 2025 unterstützt wird. Alle Unternehmen, die die SAP ERP Software verwenden, stehen dadurch vor einer großen Veränderung. Die Einführung von S/4HANA ist kein "simpler Release-Wechsel", sondern eine umfassende Änderung auf Basis von neuen und geänderten Funktionen und einer geänderten IT-Architektur. Entscheidungen im Rahmen der Migration beeinflussen die IT-Landschaft maßgeblich und langfristig, darunter auch einen Großteil der SAP-Anwendungen, vor- und nachgelagerte Systeme sowie Business-Warehouse-Strukturen. R/3-Eigenentwicklungen (Programme, User-Exits, Z-Tabellen etc.) können oftmals nicht ohne Anpassungen nach S/4HANA übernommen werden. Diese sind zu analysieren und entsprechend anzupassen.

Erfordernis einer technischen Migration und einer Prozessanalyse

Um das gesamte Potenzial von S/4HANA auszuschöpfen, ist neben der technischen Migration auch eine umfassende Analyse und ggf. eine Adaptierung von Prozessen vorzunehmen (s. Abb. 1). Nur dadurch kann das volle Potenzial des Systems genutzt werden.

Abb. 1: Technische Migration und Prozessanalyse

Wenig Erfahrungswerte zur S/4HANA-Implementierung

Derzeit gibt es noch wenige Erfahrungswerte von Unternehmen, die S/4HANA implementiert haben. Um die möglichen und von der SAP beschriebenen Vorteile und Einsparungen zu erzielen, sind ebenfalls Prozess- und Organisationsänderungen in den Controlling- und Finanzbereichen notwendig. Aus diesem Grund wird eine Vorstudie empfohlen, um unternehmensspezifische Vorteile, Chancen und Risiken zu beurteilen und entsprechend zu bewerten. Darauf aufbauend sollte eine Migrationsstrategie und eine passende Roadmap entwickelt werden.

3 Unternehmenssteuerung mit S/4HANA

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