Im Blickpunkt

 
Die nationalen Förderinstitute von Frankreich (Bpifrance), Deutschland (KfW), Polen (BGK), Spanien (ICO) und dem Vereinigten Königreich (British Business Bank) haben eine Studie zu den Herausforderungen der Digitalisierung für europäische kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vorgestellt. Die Studie, so heißt es in der diesbezüglichen Pressemitteilung des KfW vom 6.11.2019, basiert auf einer erstmalig durchgeführten gemeinsamen Befragung von mehr als 2500 KMU in den beteiligten Ländern. KMU seien insgesamt gut aufgestellt und erzielten robustes Umsatzwachstum. Dies hätten sie nicht zuletzt ihrer Wettbewerbsfähigkeit auf nationalen sowie internationalen Märkten zu verdanken. So erzielten laut der Studie mehr als die Hälfte der KMU, die Auslandsgeschäfte betreiben, im vergangenen Jahr Umsatzsteigerungen von mindestens 5 %. Um ein Motor der europäischen Volkswirtschaft zu bleiben, müssten KMU zunehmend in die Digitalisierung investieren. Durchschnittlich seien rund 54 % der KMU in Frankreich, Deutschland, Polen, Spanien und Großbritannien überzeugt, dass die Einführung neuer Technologien zur Erhaltung ihrer künftigen Wettbewerbsfähigkeit unerlässlich ist. Für etwa 76 % der KMU habe die Digitalisierung strategische Priorität. Europäische KMU nutzten in vielfältiger Weise digitale Anwendungen: Diese reichten vom E-Commerce über Cloud Computing bis zu Social Media. Am weitesten verbreitet sei elektronische Rechnungsstellung, die von etwa 60 % aller KMU genutzt wird. Fortschrittlichere Technologien seien bislang weniger verbreitet, dürften jedoch an Bedeutung gewinnen: Aktuell analysierten nur 32 % der europäischen KMU große Datenmengen (Big Data) zur Optimierung ihrer Arbeitsprozesse, und lediglich 20 % nutzen künstliche Intelligenz, doch weitere 30 % der KMU planten, in den nächsten beiden Jahren entsprechende Anwendungen einzuführen. Damit europäische KMU bei der Digitalisierung weiter Fortschritte machen, müssten verschiedene Hemmnisse, u. a. im Hinblick auf IT-Sicherheit und digitale Infrastruktur, überwunden werden. Ein Viertel der KMU betrachte mangelnde Finanzierungsmöglichkeiten als wesentliche Hürde für die Digitalisierung in ihrem Unternehmen. Ein weiteres Problem aus Sicht europäischer KMU sei fehlendes digitales Know-how – sowohl bei den eigenen Mitarbeitern als auch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

Gabriele Bourgon, Ressortleiterin Bilanzrecht und Betriebswirtschaft

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