Zusammenfassung

 
Überblick

Das Coronavirus ist allgegenwärtig und es ist noch nicht wirklich absehbar, welche Auswirkungen es letztendlich auf Wirtschaft und Betriebe haben wird. Grenzen sind gesperrt, Messen wurden abgesagt, Kunden stornieren oder verschieben Aufträge und es sind weitere Folgen zu befürchten. Welche wirtschaftlichen Risiken Unternehmen durch das Coronavirus drohen und was sie dagegen tun können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

1 Wie sind Unternehmen vom Coronavirus betroffen?

Das Coronavirus (Covid-19) hält derzeit ganz Deutschland und die Welt in Atem. Seine Auswirkungen sind in unterschiedlichen Branchen zu spüren. Viele Unternehmen, etwa Messeveranstalter, Hoteliers oder Gastronomen, verzeichnen Stornierungen und damit Umsatz- und Gewinnrückgänge sowie Liquiditätsengpässe. Hier sind die Konsequenzen besonders gravierend, da man verlorene Buchungen o. Ä. nicht nachholen kann. Anders in Produktions- oder Handwerksbetrieben: Hier besteht zumindest die Möglichkeit, Aufträge zu einem späteren Zeitpunkt nachholen zu können.

Zu den Risiken auf der Umsatzseite kann hinzukommen, dass Mitarbeiter oder Unternehmer wegen dem Virus ausfallen oder in der Folge im schlimmsten Fall sogar der Betrieb auf behördliche Anweisung hin geschlossen werden muss. Auch wenn es durch das Virus zu Verzögerungen beim Materialeinkauf kommt, drohen Umsatz- und Gewinneinbußen.

 
Wichtig

Recht auf Lohnfortzahlung bei Betriebsschließung

Wenn es zu behördlich angeordneten Betriebsschließungen kommt, haben Mitarbeiter i. d. R. ein Recht auf Weiterzahlung des Entgelts. Und sie müssen Ausfallzeiten nicht nachholen. Unternehmer können sich die Kosten unter Umständen von der Behörde zurückholen, die die Schließung angeordnet hat.

Homeoffice bietet hier eventuell die Möglichkeit, dass Ihre Mitarbeiter trotzdem weiterarbeiten können. Wie Sie Heimarbeitsplätze zeitnah einrichten und was Sie als Arbeitgeber dabei beachten müssen, erfahren Sie im Fachartikel"Homeoffice in der Corona-Krise".

2 Wie können Unternehmen negative wirtschaftliche Folgen begrenzen?

Zunächst muss gesagt werden, dass es unmöglich ist, sich zu 100 % abzusichern. Und es kann kurzfristig dazu kommen, dass sich die Situation unvorhersehbar weiter verschlechtert. Aber jeder Betrieb kann vorbeugen und die Folgen, die durch das Coronavirus entstehen können, abmildern.

 
Wichtig

Betriebliche Pandemieplanung

Die betriebliche Pandemieplanung stellt verschiedene Maßnahmen vor, während und nach einer Pandemie auf. Je nach Unternehmensart und -größe ist zu entscheiden, welche Maßnahmen im Vorfeld bzw. in Ernstfall notwendig sind. Sie sollen dazu beitragen, den Betrieb aufrechtzuerhalten und negative wirtschaftliche Auswirkungen zu vermindern.

Vor allem die Führungskräfte sollten über die betriebliche Pandemieplanung informiert sein.

Sollte im Unternehmen ein Mitarbeiter erkranken, so gilt es – je nach Verbreitung der Pandemie – sofort diese Handlungsanweisungen im Pandemiefall zu beachten.

Bestandsaufnahme: Welche Risiken drohen?

Der erste Schritt sollte darin bestehen, sich zu fragen, wodurch der eigene Betrieb besonders gefährdet werden kann – oder bereits ist – und welche finanziellen Konsequenzen drohen. Die Beantwortung z. B. folgender Fragen hilft dabei:

  • Gibt es bereits Auftragsstornos oder -verschiebungen?
  • Welche Umsätze sind schon verloren / können in den nächsten 1–2 Monaten verloren gehen?
  • Gibt es Lieferengpässe bei Materialien, Waren o. Ä.?
  • Was lässt sich dagegen tun, z. B. Ausweichen auf andere Stoffe oder Lagerware?
  • Können so Engpässe vermieden werden bzw. wie weit verschieben sie sich in die Zukunft?
  • Kann es zu Produktions- oder anderen Engpässen kommen, wenn einzelne Mitarbeiter ausfallen? Bestehen Vertreterregelungen?

Welche Möglichkeiten haben Betriebe, selbst vorzubeugen und sich abzusichern?

Hat man sich einen Überblick über mögliche Risiken gemacht, sollte geprüft werden, was man tun kann um die Gefährdungen, soweit es geht, zu reduzieren. Hier einige Vorschläge für konkrete Maßnahmen:

Mitarbeitersensibilisierung und Hinweise auf Risiken mit geänderten Verhaltensregeln aussprechen:

  • Regelmäßig Hände waschen.
  • Geschäftspartner nicht mehr mit Handschlag begrüßen (Verhalten erklären, damit es nicht als Unhöflichkeit ausgelegt wird).
  • Husten und Niesen nicht in die Hand, sondern in die Armbeuge.
  • Hände aus dem Gesicht, nicht die Schleimhäute berühren.
  • Abstand zu anderen Personen von 1–2 Metern halten.
  • Wo möglich: Andere Kommunikationsformen als persönlichen Kontakt nutzen: z. B. Telefon, Mail, WhatsApp.
  • Ggf. (wenn verfügbar) Reinigungs-/Desinfektionsmittel bereitstellen.

Übersicht über Aufträge verschaffen:

  • Welche Aufträge laufen aktuell, wie hoch sind die Erträge?
  • Welche Aufträge könnten bedroht sein? Wie hoch ist deren Volumen?
  • Welche Aufträge wurden bereits storniert? Wie hoch ist deren Volumen?
  • Können Aufträge nachgeholt werden? Wann? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit?
  • Können durch diese Ausfälle evtl. an anderer Stelle Aufträge erledigt werden, die man ggf. zuvor wegen hoher Auslastung ablehnen musste?
  • Lassen sich mit Nachverhandlungen bei Kunden Aufträge noch retten (evtl. trotz Nachteilen mit Rabatten)? I...

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