29.02.2012 | Controllerpraxis

Zwei Wege zum Erfolg mit Analytics-Technologien

Auf dem Weg zum Analytics-Profi wählen viele Unternehmen zwischen dem spezialisierten oder kollaborativen Weg. Maßgeblich für die Wahl sind die Unternehmenskultur, die IT-Technologie sowie der funktionale Umfang.

Wie werden Unternehmen „transformierte“ Nutzer von Analytics-Technologien?

Mit Analytics-Technologien können Unternehmen ihre Daten auf innovative und intelligente Weise nutzbar machen. In der Praxis trennt sich die Spreu vom Weizen allerdings sehr schnell. Lediglich 25 % der Befragten gehören zu den sehr erfolgreichen Nutzern analytischer Instrumente. Fast ein Drittel zählt sich zu den Basisnutzern. Dazwischen befinden sich fast 50 % der Studienteilnehmer, die als erfahrende Analytics-Nutzer gelten. Ihr Ziel ist es, sich zur Spitze der sehr erfolgreichen Nutzer von Analytics-Technologien zu entwickeln. Zwei mögliche Wege zur Transformation zum Analytics-Profi stehen einem Unternehmen offen. Diese werden im Folgenden vorgestellt.

  1. Der spezialisierte Weg
    Auf dem Weg zum Analytics-Profi entwickelt sich rund ein Viertel der Unternehmen zum Spezialisten. Tools werden genutzt, um spezielle Lösungen für Geschäftsbereiche und Produktlinien zu unterstützen. Dieser Ansatz schafft vor allem Kosteneinsparungen und Synergien. Außerdem lernen Unternehmen die Zusammenhänge zwischen externen Einflüssen und intern entwickelten Strategien und Szenarien sehr gut kennen.
    Unternehmen auf dem „spezialisierten“ Weg zum Analytics-Profi zeigen sich begeistert für die Erneuerung und Weiterentwicklung der Software. Sie legen großen Wert auf fortgeschrittene Instrumente, die über die Möglichkeiten von Tabellenkalkulationsprogrammen und einfachen Visualisierungen hinausgehen. Allerdings stoßen sie bei der Datenintegration an ihre Grenzen. Der Fokus auf Geschäftsbereiche und die funktionale Ausrichtung führt zu „Datensilos“, die unter Umständen inkompatibel sind. Gepaart mit einer wandlungsresistenten Unternehmenskultur kann diese Situation schnell dazu führen, dass die Implementierung innovativer Analytics-Technologien schwierig bis unmöglich wird. Die volle Aufmerksamkeit des Top Managements ist daher umso wichtiger.
  2. Der kollaborative Weg
    Bei dieser Variante nutzen Unternehmen eine Plattform, um geschäftsbereichsübergreifend Daten aufzubereiten und zu analysieren. Etwas weniger als 25 % der Befragten schlägt diesen Weg ein. Der kollaborative Weg unterscheided sich vom spezialisierten Ansatz wie folgt: Statt hoher Expertise in einigen ausgesuchten Bereichen werden Kompetenzen möglichst breit für viele Funktionen und Geschäftsbereiche genutzt. Die Vernetzung von Daten soll „Silodenken“ bestmöglich verhindern.
    Die Stärken von Unternehmen auf dem kollaborativen Weg liegen in der unternehmensweiten Datenintegration und ihrer offenen Unternehmenskultur für eine datenorientierte Sichtweise. Mitarbeiter können sich für anspruchsvolle Analysen und hochwertige Auswertungs-Instrumente begeistern und nutzen diese gerne. Im Vergleich zu Unternehmen des spezialisierten Weges ist die kollaborative Gruppe allerdings weniger kompetent, wenn es um Details und das i-Tüpfelchen der neusten Technik geht.

Fazit

Unabhängig davon, welche Variante Unternehmen auf dem Weg zum Analytics-Profi wählen, teilen sie häufig ähnliche Herausforderungen. Die wenigsten verkennen die Potenziale von Analytics-Technologien für den Unternehmenserfolg. Die meisten haben Probleme damit, ein Analytics-Project mit klaren Zielen, Anfang- und Endpunkt und zugewiesenen Ressourcen aufzusetzen. Eine saubere Analyse des Status Quo, die gezielte Weiterentwicklung der Analytics-Kompetenzen und die Implementierung innovativer Systeme beschreiben drei erfolgreiche Schritte zum Wandel.

Grundlagen

Der Beitrag „Analytics: The Widening Divide: How companies are achieving competitive advantage through analytics“ wurde in der Herbstausgabe 2011 vom MIT Sloan Management Review veröffentlicht. 4.500 Führungskräfte, Manager und Analysten in über 120 Ländern und 30 Branchen nahmen an der Befragung teil. Die Studie entstand in Zusammenarbeit mit dem IBM Institute for Business Value und wurde bereits im Vorjahr zum ersten Mal durchgeführt.

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