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Working Capital optimieren und nachhaltig managen

Was sind die konkreten Ansatzpunkte und die kritischen Erfolgsfaktoren beim Working Capital Management? Die Antworten auf diese Fragen gaben Oliver Döring und Christian Daxböck auf der 6. Fachkonferenz Finance Excellence.

Bedeutung des Working Capital Managements in der Krise gestiegen

Die Ergebnisse der 3. Horváth & Partners-Studie zur Steigerung der Kapitaleffizienz belegen die sehr hohe Bedeutung eines Working Capital Managements. Mit der Finanzmarktkrise hat diese Bedeutung nochmals zugenommen.

Aber wie gelingt es einem Unternehmen erfolgreiches Working Capital Management zu betreiben und gestärkt aus der Krise hervorzutreten? Was sind die konkreten Ansatzpunkte und was sind die kritischen Erfolgsfaktoren bei der Implementierung? Die Antworten auf diese Fragen gaben Oliver Döring und Christian Daxböck, beide Principal bei Horváth & Partners, am 24. März 2011 auf der 6. Fachkonferenz Finance Excellence von Horváth & Partners.

Bei Vorräten, Forderungen und Verbindlichkeiten ansetzen

Wesentliche Ansatzpunkte für die nachhaltige Optimierung des Working Capital sind die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die Vorräte. Grundsätzlich sind die Aktionsfelder zur Optimierung des Working Capital u.a. abhängig von

  • der Branche,
  • der Wertschöpfungstiefe,
  • dem Professionalisierungsgrad und
  • dem Geschäftsmodell

des Unternehmens. Die Aktionsfelder erstrecken sich über die gesamte Wertschöpfungskette. Dabei ist zwischen operativen und strategischen Aktionsfeldern zu differenzieren.

Berücksichtigung von qualitativen und quantitativen Kriterien

Im Zusammenhang mit der Verbesserung der Working Capital Performance ist die Berücksichtigung von qualitativen Kriterien und auch die Berücksichtigung von quantitativen Kriterien sinnvoll.

Zu den qualitativen Kriterien zählen u. a.

  • Einführung von Richtlinien,
  • Standardisierung von Zahlungskonditionen oder
  • hohe Automatisierungsgrade.

Zu den quantitativen Kriterien gehören

  • Überwachung von offenen Positionen,
  • Aging-Listen,
  • Kreditlimits und
  • Analyse von überfälligen Forderungen nach Organisationseinheiten

Auch ist für die Kalkulation von Liquiditätspotenzialen und die Identifikation von konkreten Maßnahmen eine Analyse von transaktionalen Massendaten hilfreich.

Die Mehrzahl der befragten Unternehmen konnten nur geringe Verbesserungen erzielen

Wie die 3. Horváth & Partners-Studie zur Steigerung der Kapitaleffizienz zeigt, konnte die Mehrzahl der befragten Unternehmen in den letzten 2 Jahren nur geringe Verbesserungen der Working-Capital-Kennzahlen erzielen. So gaben etwa 50% der befragten Unternehmen an, dass die prozentualen Verbesserungen in den Bereichen Order-to-Cash, Purchase-to-Pay und Forecast-to-Fulfill jeweils deutlich unter 10% lagen.

Fazit

Viele Working-Capital-Initiativen führen nicht zu den gewünschten Ergebnissen, da viele Unternehmen nicht die Wechselwirkungen und Abhängigkeiten berücksichtigen. Die nachhaltige Optimierung des Working Capital verlangt das Zusammenspiel von funktions- und bereichsübergreifenden Prozessen, Strukturen und Systemen.

Schlagworte zum Thema:  Working-Capital

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