21.01.2011 | Controllerpraxis

Wie sieht eine Karriere im Projektmanagement aus?

Mit der steigenden Bedeutung des Projektmanagements für viele Unternehmen steigt die Wichtigkeit einer gezielten Laufbahnplanung. Lesen Sie hier die zentralen Erkenntnisse zu Gehalt, Arbeitspensum und Einflussfaktoren einer erfolgreichen Laufbahn.

Was verdienen Projektmitarbeiter?

In 2009 lag das durchschnittliche Bruttojahresgehalt (ohne Sonderleistungen) bei etwas über € 67.000. Somit erzielten die befragten Projektmitarbeiter etwas weniger Grundgehalt als im Vergleichszeitraum 2004/2005. Damals verdienten sie durchschnittlich über € 69.000. Interessant ist, dass sich der am häufigsten genannte Wert (Modus) in diesem Zeitraum nicht verändert hat. Die Werte für die drei Quartile sind alle leicht rückläufig. Zum Beispiel verdienen nun 50% der Befragten bis zu € 63.000; die restlichen 50% erhalten über € 63.000 Bruttojahresgehalt.

Zusätzlich zum Bruttojahresgehalt beziehen die Projektmitarbeiter i.d.R. Sonderleistungen. Die Umfrage ergab folgende Verteilung:

  • Unter € 1.000:                      22,9%
  • € 1.000 bis unter € 5.000:       25,1%
  • € 5.000 bis unter € 10.000:     19,4%
  • € 10.000 bis unter € 20.000:    18,9%
  • Über € 20.000:                      13,7%

Die zentralen Einflussfaktoren für Karriere und Gehalt

Vergleicht man die sechs zentralen Einflussfaktoren, fällt auf, dass der Abschluss als Diplom-Projektmanager eine zentrale Rolle spielt. Dieser Abschluss führt insbesondere dazu, dass schneller eine höhere Position erreicht werden kann. D.h., mit diesem Abschluss kann z.B. eine eher geringe Berufserfahrung kompensiert werden. Allerdings gilt dieser Zusammenhang nicht außerhalb des Projektmanagements. Dies ist ein Indikator dafür, dass sich eine Laufbahnplanung speziell für das Projektmanagement zu etablieren scheint, ohne den "Umweg" über die Linie.

Wie sieht die Work-Life-Balance von Projektmitarbeitern aus?

Wichtig für die Beurteilung des Gehalts und die Zufriedenheit der Projektmitarbeiter ist das Verhältnis von vereinbarter und tatsächlicher Arbeitszeit. Die Ergebnisse aus 2004/2005 wiesen eine recht hohe Divergenz dieser beiden Werte auf. Dieses Bild bestätigt sich auch in 2009. Durchschnittlich wurde eine Arbeitszeit von fast 40 Stunden pro Woche vereinbart. Die tatsächlich geleisteten Wochenstunden betrugen jedoch durchschnittlich über 47 Stunden. Auch der am häufigsten genannte Wert liegt mit 45 Stunden deutlich vom vereinbarten Durchschnitt entfernt. Allerdings gibt es auch einige Abweichler nach oben und unten:

  • Bei einigen Studienteilnehmern weicht die tatsächlich geleisteten Wochenstunden nur wenig von der vereinbarten Arbeitszeit ab. Sie liegt insgesamt bei unter 20 Stunden pro Woche und bei wenigen Stunden Zusatzleistung.
  • Auf der anderen Seite arbeiten einige Projektmitarbeiter über 60 Stunden pro Woche und leisten oft erheblich mehr Stunden als vereinbart ab.

Grundlagen des Beitrages

Der Beitrag beruht auf der Publikation „Karriere- und Gehaltsstudie für Projektpersonal 2008/2009“, welche von der Deutschen Gesellschaft für Projektmanagement e.V. (GPM) publiziert wurde. Die Studie wurde im Auftrag der GPM vom Institut für Marktanalysen und Umfrageforschung der TransMIT GmbH durchgeführt. Die Studie umfasst die Aussagen von 680 Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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