01.06.2011 | Controllerpraxis

WHU-Controllerpanel nimmt Controller-Beruf unter die Lupe

Vor kurzem hat das WHU-Controllerpanel eine Umfrage zum Thema „Der Controllerberuf unter der Lupe“ bei über 450 Controllern durchgeführt. Im Mittelpunkt der Studie standen Gehälter, Leistungsziele und gewünschte Fähigkeiten von Controllern.

Gehälter und Leistungsziele im Controlling

Die Arbeit im Controlling ist nicht nur mit Blick auf die Arbeitsinhalte lohnend – auch die Gehälter können sich sehen lassen, wie die Umfrage unter 450 Controllern in den D/A/CH-Ländern zeigte.

  • Ein Einsteiger im Controlling kann mit ca. 43.000 € jährlichem Bruttoeinkommen rechnen, ein Leiter Controlling sogar mit 90.000 €. Mit steigender Unternehmensgröße steigt dabei auch das Gehalt –besonders auf höheren Hierarchieebenen –deutlich.
  • 72 % der Teilnehmer gaben an, variable Vergütungsbestandteile in Form eines jährlichen, leistungsabhängigen Bonus zu erhalten. Dieser macht typischerweise 10 % bis 30 % der Gesamtvergütung aus.
  • Die Höhe der Boni wird stark an die Erreichung finanzieller Ziele gekoppelt. Ungefähr die Hälfte des ausgeschütteten Bonus in 2010 basierte auf derartigen Zielen. Nichtfinanzielle und subjektiv bewertete Leistungen sind mit ca. 20 % in etwa gleich wichtig.
  • Für die Mehrheit der Befragten sind nichtfinanzielle Ziele in irgendeiner Form relevant. Kennzahlen zu Prozessen und controllingspezifische Kennzahlen sind dabei besonders verbreitet.
  • Die Gewichtung unterschiedlicher Ziele verändert sich im kommenden Geschäftsjahr kaum. Bezüglich der Zielerreichung schauen die Befragten mehrheitlich optimistisch in die Zukunft und gehen von einer Zielerreichungswahrscheinlichkeit von 75 % bis 86 % aus.

Fähigkeiten von Controllern

  • Controller sind vielbeschäftigt. Im Durchschnitt liegt die wöchentliche Arbeitszeit der Studienteilnehmer bei fast 48 Stunden. Etwa ein Fünftel der Controller leistet sogar ein Wochenpensum von durchschnittlich über 55 Stunden! In jeder Position ist die Arbeitsbelastung hoch –am meisten wird jedoch in der Position eines kaufmännischen Leiters/Geschäftsführers gearbeitet. Hier liegt die wöchentliche Arbeitszeit im Schnitt bei über 50 Stunden.
  • Gute Controller müssen ein vielseitiges Set an Fähigkeiten mitbringen. Die Panel-Unternehmen erachten die Fähigkeit, Dinge kritisch zu hinterfragen und Schwachstellen erkennen zu können in dieser sowie in Panel-Befragungen der vorigen Jahre als insgesamt am wichtigsten. Erfolgreiche Unternehmen priorisieren dabei etwas anders als weniger erfolgreiche.
  • Am meisten Zeit verbringen Controller mit Aufgaben des Berichtswesens. Unter den „Standardprodukten“ des Controllings nimmt es mit 21 % der Arbeitszeit den größten Teil in Anspruch. Das Investitionscontrolling bleibt das „Stiefkind“ und steht mit lediglich 5 % Anteil an der Arbeitszeit an letzter Stelle.
  • Viele Unternehmen konnten das Controllingbudget im Vorjahresvergleich ausbauen und das Controlling genießt insgesamt eine hohe Akzeptanz in den Panel-Unternehmen.

Weitere Informationen zur Studie

Ein vollständiger Ergebnisbericht steht allen Mitgliedern des Panels exklusiv zur Verfügung. Mehr Informationen über eine kostenlose Mitgliedschaft im WHU-Controllerpanel und eine Management Summary der Studie erhalten Sie unter www.whu-controllerpanel.de.

Informationen zum WHU-Controllerpanel

Das WHU-Controllerpanel ist eine in enger Zusammenarbeit mit dem Internationalen Controller Verein (ICV) gestartete Initiative des Instituts für Management und Controlling (IMC), um Benchmarkingwerte zu erfassen und Best Practices zu identifizieren. Als Längsschnittstudie konzipiert, ermöglicht das Panel Aussagen über die Entwicklung des Controllings in den D-A-CH-Ländern. Zusätzlich können die Teilnehmer jedes Jahr an weiteren Studien zu aktuellen Themen teilnehmen.

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