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Wachstumsorientierte Controlling-Instrumente auf dem Vormarsch

Bild: Haufe Online Redaktion

Trotz neuer Sorgen blicken Unternehmenslenker optimistisch in die Zukunft. Dies spiegelt sich auch am Einsatz der Controlling-Instrumente wieder. Wachstum ist dabei die oberste Zielsetzung.

Szenarioplanung steht ganz oben auf der Favoritenliste

Angesichts der durchaus positiven Konjunkturaussichten stehen wachstumsorientierte Instrumente im Vordergrund. Für 2011 planen die Befragten vor allem den intensiveren Einsatz folgender Werkzeuge:

  1. Open Innovation mit einem Anstieg um 36 % auf 57 %
  2. Szenario-Planung mit einem Anstieg um 35 % auf 65 %
  3. Optimierung von Preismodellen mit einem Anstieg um 34 % auf 55 %

Controlling-Know-how bleibt gefragt

Mit der Szenario-Planung befindet sich ein zentrales Controlling-Instrument ganz oben auf der Prioritätenliste. Auch bei der Optimierung von Preismodellen ist Controlling-Know-how gefragt. Doch auch im Mittelfeld finden sich viele altbekannte Gesichter wieder. Shared Service Center wollen immerhin 53 % der Unternehmen in 2011 verstärkt nutzen. Die strategische Planung soll trotz der bereits hohen Nutzung noch intensiver angewendet werden und in 86 % der Unternehmen zum Einsatz kommen.

Für den Controller bieten sich also ausreichend Gelegenheiten, seine Methodenkompetenz unter Beweis zu stellen und entscheidungsrelevante Informationen für den wirtschaftlichen Aufschwung bereit zu stellen. Benchmarking, Outsourcing und Downsizing rangieren hingegen auf den hinteren Rängen.

Auf neuen Wegen zu mehr Wachstum

Mit der anziehenden Konjunktur ist auch die Kreativität vieler Manager wieder erwacht. Soziale Medien wie Facebook, Twitter und Unternehmenswebseiten stehen daher hoch im Kurs. Während 2010 nur 29 % der Befragten soziale Medien nutzen, planen dies in 2011 immerhin 56 %. Allerdings besteht große Unsicherheit darin, wie diese Medien erfolgreich genutzt werden können und wie deren Wirkungsgrad gemessen werden kann. Die meisten Unternehmen arbeiten sich Schritt für Schritt voran: Sie beginnen mit einer kleinen Investition und stocken diese bei einer positiver Zwischenbilanz kontinuierlich auf.

Allerdings beinhaltet dieses Vorgehen auch Risiken. Erstens zeigt die Erfahrung, dass die Zufriedenheit mit Management-Instrumenten immer dann besonders hoch ist, wenn ein Unternehmen versierte Experten auf diesem Gebiet vorzeigen kann. Dies ist jedoch zeit- und kostenintensiv. Auf der anderen Seite kann Halbwissen zu Implementierungsfehlern, geringer Zufriedenheit und somit zum Abbruch von Projekten führen. Zweitens sollte ein Instrument nicht primär eingesetzt werden, weil „es alle haben und es außerdem gerade in Mode ist“. Der Einsatz sollte vor allem den spezifischen Bedürfnissen des jeweiligen Unternehmens entsprechen.

Wann werden welche Tools eingesetzt?

Die Wirtschaftslage spielt eine wichtige Rolle für den Instrumenten-Einsatz. In schwierigen Zeiten streichen Unternehmen ihre Budgets zusammen und somit auch Ressourcen für Controlling-Instrumente. Dementsprechend ist die Anzahl der verwendeten Instrumente seit 2006 kontinuierlich rückläufig und liegt nun durchschnittlich bei 10 Instrumenten pro Unternehmen. Im Vergleich dazu nutzten die Unternehmen 2008 durchschnittlich noch 11 Instrumente und 2006 15 Instrumente.

Die Unternehmensgröße ist ein weiterer Treiber. Je größer ein Unternehmen, desto größer ist die Vielfalt beim Instrumenteneinsatz. Durchschnittlich nutzen große Unternehmen 30 % mehr Instrumente als kleine und mittlere Unternehmen. In 2010 haben große Unternehmen mit über 2 Mrd. USD Jahresumsatz im Schnitt 12 Instrumente genutzt. Mittlere Unternehmen setzten 10 Instrumente ein. Kleine Firmen mit weniger als 600 Mio. USD Jahresumsatz implementierten rund 8 Tools.

Sehr hohe Zufriedenheit mit strategischer Planung

Die strategische Planung wird nicht nur sehr intensiv genutzt, sondern genießt auch hohe Zufriedenheitswerte. Gefolgt wird sie von der Balanced Scorecard und dem Benchmarking. Die Szenario-Planung liegt bei der Zufriedenheit im Mittelfeld. Hier ergeben sich noch Verbesserungspotenziale für Controller, um der steigenden Bedeutung der Szenario-Planung gerecht zu werden.

Grundlagen

Der Beitrag beruht auf der Publikation „Management Tools & Trends 2011“ der Unternehmensberatung Bain & Company.

Schlagworte zum Thema:  Balanced Scorecard, Preisgestaltung

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