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Vom Rechenkünstler zum Entscheider: Zukünftige CFOs brauchen Soft Skills

Wurden Finanzspezialisten traditionell als reine Zahlenjongleure wahrgenommen, stehen sie heute immer stärker der Unternehmensführung als Business Partner zur Seite. Deshalb gewinnen die Soft Skills im Anforderungsprofil an Bedeutung.

Imagewandel im Finanzwesen: Business Partner sind gefragt

Während die Finanzexperten früher vor allem ihrem Ruf als Zahlenjongleure gerecht wurden, wandelt sich das Bild schrittweise. Besonders in den letzten fünf Jahren findet ein Rollenwechsel vom zahlenfokussierten „Erbsenzähler“ zum geschäftsorientierten „Business Partner“ statt. 60% der Arbeitgeber in Deutschland und rund 75% der Personalverantwortlichen in Österreich und der Schweiz stimmen dieser Aussage zu. Ein Drittel der Befragten begründet ihre Einschätzung damit, dass Finanzexperten einen zunehmen bedeutenden Einfluss auf die Unternehmenssteuerung haben.

Der Trend ist eindeutig, dass Finanzabteilungen zukünftig nicht mehr nur Zahlen liefern, sondern die Unternehmensführung aktiv beratend unterstützen. Positiven Einfluss auf diese Entwicklung mag auch die Finanzkrise gehabt haben. Denn die Finanzabteilungen vieler Firmen waren in dieser Zeit maßgeblich bei strategischen und operativen Entscheidungen eingebunden. Somit konnten sie ihre zentrale Position in vielen Firmen festigen und ausbauen.

Anforderungsprofile: steigende Anforderungen an Finanzexperten

Die neue Rolle des Business Partners stellt neue Anforderungen an die Finanzexperten. Neben fachlichen Kompetenzen stehen auch die sogenannten soft skills bei Arbeitgebern hoch im Kurs. Im Detail zählen dazu folgende Merkmale:

  • umfassendes Verständnis für neue Regularien und gesetzliche Anforderungen,
  • ausgeprägte analytische Fähigkeiten,
  • sehr gute IT-Kenntnisse,
  • ausgezeichnete Kommunikationsfähigkeit sowie
  • hervorragende Teamarbeit

Potenziale heben: Arbeitgeber setzen auf Weiterbildung

Die Arbeitgeber in Deutschland, Österreich und der Schweiz setzen am häufigsten auf interne Weiterbildung, um ihren Finanzspezialisten auf die neuen Anforderungen vorzubereiten. Zusätzlich ist bei deutschen Unternehmen das Coaching sehr beliebt (37 %), während Firmen aus der Schweiz gerne dem Motto „leading by example“ folgen (41 %). Hingegen setzen österreichische Arbeitgeber verstärkt auf externe Weiterbildung (40 %), um ihre internen Angebote zu ergänzen.

Möglich ist, dass diese Kompetenzprofile in einem Unternehmen noch nicht vorliegen. Um Engpässe zu vermeiden, können Interim Manager als „Experten auf Zeit“ engagiert werden. Interim Manager können wertvolle Erfahrungen an das Unternehmen weitergeben und die internen Finanzspezialisten dabei unterstützen, in ihre Rolle als Entscheider hineinzuwachsen.

Grundlagen

Der Beitrag wurde am 09. März 2011 von dem Personaldienstleister Robert Half publiziert. Die Daten beruhen auf dem Workplace Survey, der im Frühjahr und Sommer 2010 unter über 2.800 Personal- und Finanzmanagern durchgeführt wurde.

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